Algarve News: 23. bis 29. November 2020


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Algar­ve News und Por­tu­gal News aus KW 48/2020: Covid-19: Hoff­nung aus Brüs­sel | Ille­ga­les Cara­va­ning ist jetzt Ver­kehrs­de­likt | Covid-19: Rie­sen­an­sturm auf Hilfs­gel­der | Neu­es Test­zen­trum in Por­ti­mão| Algar­ve droht Plei­te­wel­le | Lou­lé inves­tiert Mil­lio­nen | Tou­ris­mus-Oscar für Algar­ve­strän­de | Tou­ris­mus ver­liert 60.000 Jobs | A22: Maut­ge­bühr sinkt um 50% | Alb­ufei­ra: Jung blei­ben im Anti-Aging-Tal | Nach­rich­ten aus Poli­zei und Jus­tiz – unser Wochen­rück­blick mit inter­es­san­ten Nach­rich­ten!

     

    Covid-19: Hoffnung aus Brüssel

    Das Euro­päi­sche Zen­trum für die Prä­ven­ti­on und die Kon­trol­le von Krank­hei­ten (ECDC) schätzt, dass Por­tu­gal bei Bei­be­hal­tung der der­zei­ti­gen Beschrän­kun­gen im Dezem­ber "sehr nied­ri­ge Zah­len" neu­er Covid-19-Fäl­le ver­zeich­nen wird, gefolgt von weni­ger Kran­ken­haus­ein­wei­sun­gen und Todes­fäl­len.
    "In den jüngs­ten Pro­jek­tio­nen schätz­ten wir, dass in 22 der 31 Mit­glied­staa­ten [der Euro­päi­schen Uni­on und des Euro­päi­schen Wirt­schafts­raums] die Zahl der bestä­tig­ten Fäl­le und in der Fol­ge die Zahl der Kran­ken­haus­ein­wei­sun­gen und Todes­fäl­le auf ein sehr nied­ri­ges Niveau zurück­ge­hen wird", teil­te das ECDC in einer schrift­li­chen Ant­wort an die Nach­rich­ten­agen­tur Lusa mit.
    Por­tu­gal ist eines die­ser Län­der, aber nur dann, wenn "es die am 18. Novem­ber 2020 in Kraft getre­te­nen Gegen­maß­nah­men bis zum Ende des Pro­gno­se­zeit­raums, d.h. bis zum 25. Dezem­ber 2020, auf­recht erhält", fügt die Euro­päi­sche Agen­tur hin­zu. Dann könn­te es im Dezem­ber einen star­ken Rück­gang geben, der im Janu­ar in weni­ger als 2.000 täg­li­chen Fäl­len gip­feln dürf­te.

     

    Foto: PAJ

     

    Illegales Caravaning ist jetzt auch Verkehrsdelikt

    Die por­tu­gie­si­sche Regie­rung geht jetzt stär­ker gegen ille­ga­les Cara­va­ning vor. Der Minis­ter­rat geneh­mig­te dafür eine Ände­rung der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung. Das ille­ga­le Par­ken von Wohn­mo­bi­len, das Miss­ach­ten von Park­ver­bots­schil­dern, ist nach den Bestim­mun­gen der Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung und der Ver­kehrs­zei­chen­ver­ord­nung nun auch ein Ver­kehrs­de­likt, das mit einer Geld­stra­fe zwi­schen 60 und 300 EUR geahn­det wird. Kurz: das Par­ken und Über­nach­ten ist nur noch in den dafür vor­ge­se­he­nen Berei­chen erlaubt, was alle ande­ren, nicht im Gesetz genann­ten Berei­che aus­schließt. Gleich­zei­tig bleibt das Cam­ping oder Cara­va­ning außer­halb der dafür vor­ge­se­he­nen Orte eine Umwelt­straf­tat und kann mit Geld­stra­fen zwi­schen 200 und 36.000 Euro belegt wer­den. Die Poli­zei­be­hör­den und die Gemein­den erhal­ten außer­dem expli­zi­te Auf­sichts­be­fug­nis­se, um die neu­en Rege­lun­gen durch­zu­set­zen.

    Ille­ga­les Cam­ping hat sich an der West­algar­ve in den ver­gan­ge­nen Mona­ten zu einem ech­ten Ärger­nis ent­wi­ckelt. Behör­den und Ein­woh­ner bekla­gen, dass „ihre Lieb­lings­plät­ze, Strän­de und Aus­sich­ten nicht nur durch gro­ße kas­ten­för­mi­ge Wohn­wa­gen rui­niert, son­dern auch ver­schmutzt, ver­brannt und in eini­gen Fäl­len zer­stört wer­den“, so Medi­en­be­rich­te. Vie­le Cam­per wür­den ihre Not­durft in der Natur ver­rich­ten und sogar Fäka­li­en­tanks von Wohn­mo­bi­len ent­lee­ren. Die im Natur­park Süd­west-Alen­te­jo und Cos­ta Vicen­ti­na gele­ge­nen Gemein­den Vila do Bis­po, Alje­zur, Sines und Odemi­ra waren davon beson­ders stark betrof­fen. Die Behör­den haben allein im Sep­tem­ber 600 Ver­stö­ße in den Bezir­ken Set­ú­bal, Beja und Faro regis­triert. In der ver­gan­ge­nen Woche kam es in den Krei­sen Vila de Bis­po und Alje­zur erneut zu umfang­rei­chen Kon­trol­len, bei denen ins­ge­samt 110 Anzei­gen wegen ille­ga­lem Cam­ping und Par­ken an nicht erlaub­ten Orten erstellt wor­den sind.

    Der Tou­ris­mus­ver­band der Algar­ve hat vor kur­zem eine Sen­si­bi­li­sie­rungs­kam­pa­gne gestar­tet, um den Wohn­mo­bil-Boom in gesetz­li­che Bah­nen zu len­ken. Unter dem Mot­to „Triff die bes­te Wahl“, for­dert sie die Wohn­mo­bi­lis­ten auf, auf einem der 35 offi­zi­el­len Cam­ping- und Wohn­wa­gen­plät­ze des Algar­ve Cara­van­ning Net­work in the Algar­ve Regi­on (RAARA) zu par­ken. Die­se offi­zi­el­len Plät­ze sei­en mit "allen not­wen­di­gen Kom­fort- und Sicher­heits­be­din­gun­gen aus­ge­stat­tet sind und bie­ten Was­ser, Elek­tri­zi­tät, Abfall­ent­sor­gung, Wi-Fi und ande­re Dienst­leis­tun­gen an".

    Foto: RAARA

     

    Covid-19: Über 10.000 Anträge für Hilfsprogramm

    Das vor Kur­zem erst instal­lier­te Unter­stüt­zungs­pro­gramm für klei­ne und Kleinst­un­ter­neh­men der por­tu­gie­si­schen Regie­rung Apoi­ar erlebt einen bei­spiel­lo­sen Andrang. Bis­lang wur­den bereits mehr als 10.000 Anträ­ge im Gesamt­wert von 116 Mil­lio­nen Euro regis­triert. Ins­ge­samt ste­hen 750 Mil­lio­nen Euro an nicht rück­zahl­ba­ren Mit­teln zur Lin­de­rung der Pan­de­mie­fol­gen bereit. Das Pro­gramm besteht aus zwei Tei­len: "Apoiar.pt" rich­tet sich an Kleinst- und Klein­un­ter­neh­men in den Berei­chen Han­del, Dienst­leis­tun­gen, Restau­rants sowie kul­tu­rel­le und tou­ris­ti­sche Akti­vi­tä­ten, die in den ers­ten neun Mona­ten des Jah­res im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum Ver­lus­te von mehr als 25% erlit­ten haben. Kleinst- und Klein­un­ter­neh­men kön­nen bis zu 7.500 Euro erhal­ten, höchs­tens aber 40.000 Euro Die Begüns­tig­ten sind ver­pflich­tet, Arbeits­plät­ze und ihre wirt­schaf­ti­chen Akti­vi­tä­ten auf­recht­zu­er­hal­ten. Die zwei­te Maß­nah­me mit dem Titel "Apoi­ar Restau­ra­ção" ist spe­zi­ell auf den Gas­tro­no­mie­sek­tor aus­ge­rich­tet ist und zielt dar­auf ab, die Umsatz­ver­lus­te aus­zu­glei­chen, die im Rah­men des Aus­nah­me­zu­stan­des, z.B. durch Aus­gangs­sper­ren, auf­ge­lau­fen sind.

    Algarve News zum Beschluss einer Kurtaxe an der Algarve
    Foto: Chris­ti­an Dubo­van

    Algarve: Neues Testzentrum in Portimão

    Nach Sines und Fun­chal (Madei­ra) hat die pri­va­te Kran­ken­haus­grup­pe HPA Saú­de jetzt auch in Por­ti­mão ein Dri­ve Through COVID-19-Test­zen­trum eröff­net. Die Scree­ning-Tests in der Por­ti­mão Are­na (Por­ti­mão Par­que de Fei­ras e Expo­si­ções) wer­den täg­lich von 9 bis 18 Uhr vom HPA-Part­ner­la­bor Uni­Labs durch­ge­führt. RT-PCR-Tests sind sowohl für die­je­ni­gen erhält­lich, die ein vom natio­na­len Gesund­heits­dienst SNS aus­ge­stell­tes ärzt­li­ches Rezept besit­zen, als auch für Per­so­nen, die sich pri­vat tes­ten las­sen möch­ten (Kos­ten: 150 €). Eine Vor­anmel­dung per Mail oder tele­fo­nisch (+351 282 420 400) ist not­wen­dig.

    Foto: HPA

     

    Algarve droht eine Pleitewelle

    Der Han­dels- und Dienst­leis­tungs­ver­band der Algar­ve (ACRAL) schlägt Alarm. Nach einer aktu­el­len Umfra­ge erwä­gen 70% sei­ner Mit­glieds­un­ter­neh­men eine teil­wei­se oder voll­stän­di­ge Schlie­ßung, weil sie nicht an "irgend­ei­ne Art von Erho­lung in den nächs­ten 12 bis 18 Mona­ten" glau­ben. 91% der befrag­ten Unter­neh­mer aus Han­del, Dienst­leis­tungs- sowie Hotel- und Gas­tro­no­mie­ge­wer­be muss­ten in den letz­ten acht Mona­ten ihre Geschäfts­tä­tig­keit stark ein­schrän­ken, ihre Ein­nah­men san­ken in die­sem Zeit­raum um 65%. Über 60% der Befrag­ten muss­ten bereits Per­so­nal ent­las­sen. ACRAL for­der­te die Regie­rung zu Sofort­maß­nah­men auf, "um das zu ret­ten, was von Unter­neh­men und Arbeits­plät­zen in der Regi­on übrig geblie­ben ist".

     

    Loulé investiert 11,5 Millionen um Pandemiefolgen zu lindern

    Lou­lé will bis zum Som­mer 2021 11,5 Mil­lio­nen Euro, das sind 10,7% des städ­ti­schen Haus­halts, in die Bekämp­fung der Aus­wir­kun­gen und Fol­gen der Coro­na-Pan­de­mie inves­tie­ren. „Wir haben unse­re Pro­jek­te und Inves­ti­ti­ons­plä­ne umor­ga­ni­siert und neu aus­ge­rich­tet, um das Geld für das zu ver­wen­den, was sich abzeich­net und abso­lut wich­tig ist: die öffent­li­che Gesund­heit und die Unter­stüt­zung der Wirt­schaft", beton­te Bür­ger­meis­ter Vitor Alei­xo (Foto). Das Geld soll über 76 Maß­nah­men vor allem in die Berei­che Beschäf­ti­gung und Berufs­aus­bil­dung, Woh­nen, Sozia­es, loka­le Wirt­schaft, Steu­er­sen­kun­gen, Kul­tur und Gesund­heit flie­ßen.

     

    Algarve ist die beste Stranddestination der Welt

    Mehr geht nicht: Die Algar­ve wur­de jetzt bei den World Tra­vel Awards 2020 als "Best Beach Desti­na­ti­on in the World" aus­ge­zeich­net. Erst vor weni­gen Wochen hat­te die Regi­on die­se Ehrung auf euro­päi­scher Ebe­ne erhal­ten. Im Kampf um die begehr­ten "Oscars des Tou­ris­mus" hat sich die Algar­ve gegen 18 wei­te­re Kan­di­da­ten durch­ge­setzt, dar­un­ter Male­di­ven, Thai­land, Jamai­ka, Can­cún (Mexi­ko), Miami Beach (USA) und Pelo­pon­nes (Grie­chen­land).

    Algarve News zu Hotel-Buchungen in Sommermonaten 2019
    Foto: RTA

     

    Tourismussektor verliert 60.000 Arbeitsplätze

    Die Staats­se­kre­tä­rin für Tou­ris­mus Rita Mar­ques (Foto) rech­net damit, dass in die­sem Jahr 60.000 Arbeits­plät­ze im por­tu­gie­si­schen Tou­ris­mus­sek­tor ver­lo­ren gehen. In einem Inter­view mit der Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters sag­te die Poli­ti­ke­rin, dass der Tou­ris­mus vor­aus­sicht­lich erst im drit­ten Quar­tal 2021 wie­der anzie­hen könn­te. Sie gehe aber davon aus, dass die Bran­che erst 2023 wie­der das Vor-Pan­de­mie-Niveau errei­chen wer­de. Die Algar­ve sei in beson­de­rer Wei­se betrof­fen, der Bre­x­it wer­de "wahr­schein­lich zu einem Rück­gang der Zahl der bri­ti­schen Tou­ris­ten füh­ren", sag­te sie. Alle Regio­nen Por­tu­gals müss­ten in Zukunft "ihr Wirt­schafts­mo­dell diver­si­fi­zie­ren", um damit weni­ger abhän­gig vom Tou­ris­mus zu wer­den.

     

    A22: Mautgebühr sinkt um 50 Prozent

    Ab 1. Juli wer­den die Maut­ge­büh­ren auf der Algar­ve-Auto­bahn (und ande­rer kos­ten­pflich­ti­ger Stra­ßen in Por­tu­gal) um 50 Pro­zent redu­ziert, für Elek­tro­fahr­zeu­ge sogar um 75 Pro­zent. Das hat jetzt das por­tu­gie­si­sche Par­la­ment im Rah­men der Staats­haus­halts­de­bat­te beschlos­sen. Cris­tó­vão Nor­te, Abge­ord­ne­ter der regie­ren­den PSD aus der Algar­ve, begrüßt die­se Ent­schei­dung und sage, dass "dies eine her­vor­ra­gen­de Nach­richt für eine Regi­on ist, die an bei­spiel­lo­sen wirt­schaft­li­che und sozia­le Pro­ble­men lei­det".

    Maut-System auf Algarve-Autobahn A22 in Portugal
    Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

    Jung bleiben an der Algarve

    In der Nähe des Feri­en­or­tes Alb­ufei­ra soll unter dem Namen South Val­ley Euro­pas ers­te Anti-Aging-Mega-Wohn­an­la­ge ent­ste­hen. Auf 126 Hekt­ar sind Kli­ni­ken für Reha­bi­li­ta­ti­on, Ernäh­rung und Psy­cho­lo­gie sowie Hotels mit medi­zi­ni­scher Betreu­ung geplant. Außer­dem Woh­nun­gen, Vil­len, Restau­rants, Frei­zeit­ein­rich­tun­gen, Parks, eine Kunst­ga­le­rie sowie ein Bio-Bau­ern­hof, der 80 Pro­zent des lokal kon­su­mier­ten Obs­tes und Gemü­ses bei­steu­ern soll. South Val­ley wird von der Immo­bi­li­en-Invest­ment­ver­wal­tungs­ge­sell­schaft TOTE SER in Part­ner­schaft mit inter­na­tio­na­len Eigen­tü­mern ent­wi­ckelt und ver­wal­tet.

    In eigener Sache: Wir freuen uns über Ihre Unterstützung!

    Wir berich­ten regel­mä­ßig und mit viel Freu­de für Sie direkt vor Ort aus der Algar­ve. Das Ange­bot ist kos­ten­frei – aber nicht umsonst, denn es kos­tet Zeit und viel Enga­ge­ment. Sie kön­nen uns dabei unter­stüt­zen und über die­sen Link (Steady) einen ganz indi­vi­du­el­len Bei­trag leis­ten, damit wir die­se Arbeit auch in Zukunft so leis­ten kön­nen. Vie­len Dank im Vor­aus!

     

    Nachrichten aus Polizei und Justiz

    Portimão: Verbotene Waffen

    Die Poli­zei hat am 22. Novem­ber in Por­ti­mão im Rah­men einer Kon­trol­le der Aus­gangs­sper­re einen einen 18-jäh­ri­gen Bür­ger mit aus­län­di­scher Staats­an­ge­hö­rig­keit wegen Dro­gen­han­dels und Besitz ver­bo­te­ner Waf­fen fest­ge­nom­men. In sei­nem Besitz wur­den 131 Dosen Koka­in sowie meh­re­re Waf­fen samt Muni­ti­on gefun­den.

    Albufeira: Angriff auf offener Straße

    Die Poli­zei hat am 24. Novem­ber in Alb­ufei­ra einen 41-jäh­ri­gen Mann wegen tät­li­chen Angriffs fest­ge­nom­men. Der Ver­däch­ti­ge hat­te auf offe­ner Stra­ße sei­ne 25-jäh­ri­ge Part­ne­rin ange­grif­fen und im Gesicht ver­letzt.

    Portimão: Ehefrau getötet

    Bei einem Streit hat ein 37-jäh­ri­ger Mann in der Gegend von Pedra Mour­in­ha in Por­ti­mão offen­bar sei­ne 38-jäh­ri­ge Ehe­frau getö­tet. Die Frau wur­de tot im gemein­sa­men Haus auf­ge­fun­den. Sie starg offen­bar an Ver­let­zun­gen im Bauch­be­reich. Das Paar hat drei klei­ne Kin­der, dar­un­ter zwei 12-jäh­ri­ge Zwil­lin­ge.

     

    Letz­te Arti­kel von Susan­ne Tenz­ler-Heus­ler (Alle anzei­gen)

    Susanne Tenzler-Heusler

    Reise-Fan, Kommunikatorin mit großer Neugierde an Menschen, Natur und Gesellschaft - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaberin