Covid-19-Pandemie: Schwierige Lage in ganz Portugal


Mach mit: Tei­le die­sen Bei­trag mit Freun­den!

Die Algar­ve hat nun zehn bestä­tig­te Fäl­le der neu­en Lun­gen­er­kran­kung Covid-19. Das bestä­tig­te die Gene­ral­di­rek­ti­on für Gesund­heit. In den letz­ten 24 Stun­den wur­den 3 wei­te­re Fäl­le in der Regi­on Algar­ve und 76 wei­te­re im gan­zen Land bestä­tigt. Nach Anga­ben der DGS war­ten von den 2.271 Ver­dachts­fäl­len 281 auf Labor­er­geb­nis­se. Es gibt immer noch 4.592 Kon­tak­te, die von den Gesund­heits­be­hör­den über­wacht wer­den, weni­ger als am Sams­tag (5.011). Sulin­for­ma­cao mel­det unter­des­sen einen wei­te­ren Fall. Danach ist ein nepa­le­si­scher Bür­ger der ers­te bestä­tig­te Fall von Covid-19 in der Gemein­de Faro.

 

Update, Sonn­tag 15. März, 18 Uhr

An der gesam­ten Algar­ve ist das öffent­li­che Leben stark ein­ge­schränkt. Auf den Stra­ßen herrsch­te selbst am Wochen­en­de, das von vie­len Fami­li­en tra­di­tio­nell für gemein­sa­me Aus­flü­ge genutzt wird, kaum Ver­kehr. Unser Repor­ter erleb­te am Sams­tag­abend gegen 22 Uhr eine weit­ge­hend ver­wais­te Par­ty­mei­le in Por­timãos Amü­sier­vier­tel Pra­ia da Rocha. Nur weni­ge Restau­rants hat­ten geöff­net. Sie waren kaum besucht.

Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

Por­timão: Hil­fe für älte­re Bür­ger

An der Algar­ve sag­te laut Medi­en­be­richt die Kreuz­fahrt­ha­fen­stadt Por­timão den für die Zeit vom 8. bis 10. Mai geplan­ten Motor­rad-Grand Prix der For­mel 1 ab. Die frei­wer­den­den 350.000 Euro sol­len nun für Beatmungs­ge­rä­te im ört­li­chen Kran­ken­haus aus­ge­ge­ben wer­den, so Bür­ger­meis­te­rin Isil­da Gomes im Maga­zin „Obser­va­dor“.

Im Rah­men ihrer Kam­pa­gne „Wir gehen für Sie“ bie­tet die Stadt­ver­wal­tung von Por­timão nun den mehr als 65 Jah­re alten Bür­gern an, für sie Ein­käu­fe zu erle­di­gen. Damit soll erreicht wer­den, dass die­ser beson­ders gefähr­de­te Per­so­nen­kreis nicht zwangs­läu­fig das Haus ver­las­sen muss, um Besor­gun­gen in Lebens­mit­tel­ge­schäf­ten, Apo­the­ken oder auf dem Markt zu machen. Betrof­fe­ne Bür­ger der Stadt kön­nen mon­tags bis frei­tags zwi­schen 9 und 17 Uhr unter der Hot­line-Tele­fon­num­mer 282 402 140 ihre Ein­kaufs­wün­sche durch­ge­ben.

In Lou­lé erlaub­te das Ein­kaufs­zen­trum Mar Shop­ping Algar­ve den Laden­be­sit­zern, ihre Öff­nungs­zei­ten fle­xi­bler als bis­her zu gestal­ten. Auf jeden Fall soll die Funk­ti­ons­wei­se des Shop­ping-Zen­trums in der Zeit zwi­schen 12 und 20 Uhr garan­tiert sein.

 

Update Frei­tag, 13. März, 12 Uhr:

An der Algar­ve gibt es jetzt den ers­ten Fall eines mit dem Coro­na­vi­rus infi­zier­ten Tou­ris­ten. Damit erhöh­te sich die Zahl der Erkrank­ten hier auf sechs. Es han­delt sich um einen älte­ren Kana­di­er, der seit etwa einem Monat Urlaub in Alb­ufei­ra macht. Laut Fern­seh­be­richt wird er auf der Inten­siv­sta­ti­on eines Kran­ken­hau­ses behan­delt und künst­lich beatmet. Wie der pri­va­te Fern­seh­sen­der SIC mel­det, soll sich der Mann mit ers­ten Sym­pto­men an drei Pri­vat­kli­ni­ken in Alb­ufei­e­ra und Faro gewandt haben, bevor er mit zuneh­men­den Pro­ble­men ins Uni­ver­si­täts­kran­ken­haus von Faro ging. Dort wur­de er posi­tiv auf die Covid-19-Lun­gen­krank­heit getes­tet.

 

Schulen in Portugal vorerst geschlossen

 

Die por­tu­gie­si­sche Regie­rung will ab kom­men­den Mon­tag, 16. März,  alle Schu­len geschlos­sen hal­ten. Das wur­de am Don­ners­tag­abend bekannt­ge­ge­ben. Die Schlie­ßung sol­le vor­erst bis Ende März dau­ern, hieß es. Prak­tisch wer­den die Schu­len damit etwa einen gan­zen Monat außer Betrieb blei­ben, da vom 30. März bis 13. April die regu­lä­ren Oster­fe­ri­en statt­fin­den.

Update Frei­tag, 13. März, 11 Uhr:

Um den Kat­stro­phen­schutz sowie die Sicher­heits­diens­te in Bereit­schaft zu ver­set­zen, ver­kün­dig­te die por­tu­gie­si­sche Regie­rung am Frei­tag den "Alarm­zu­stand". Die Maß­nah­me wur­de als ers­ter Schritt bezeich­net. Wei­te­re könn­ten fol­gen, falls sich die Situa­ti­on dra­ma­tisch ver­schlech­tern soll­te. Für die Sozi­al­ver­si­che­rung wur­de ein Son­der­bud­get von 294 Mil­lio­nen Euro frei­ge­ge­ben. Aus den Mit­teln sol­len Eltern dafür bezahlt wer­den, dass sie mit ihren Kin­dern, die schul­frei haben, zu Hau­se blei­ben.

Staats­prä­si­dent Mar­ce­lo Rebelo do Sou­sa begrüß­te die Ent­schei­dung der Regie­rung. Por­tu­gal ste­he vor einer "dop­pel­ten Her­aus­for­de­rung": Es gehe sowohl um den Schutz der öffent­li­chen Gesund­heit als auch um die Bewäl­ti­gung der wirt­schaft­li­chen und sozia­len Fol­gen. "Por­tu­gal hat im Lau­fe sei­ner Geschich­te bereits mit ernst­haf­te­ren gesund­heit­li­chen Her­aus­for­de­run­gen zu kämp­fen gehabt, beton­te der Prä­si­dent und ver­wies zum Bei­spiel die Lun­gen­grip­pe vor hun­dert Jah­ren. Das Land habe zudem auch noch grö­ße­re finan­zi­el­le, wirt­schaft­li­che und sozia­le Her­aus­for­de­run­gen bewäl­tigt:

"Alles wegen der Weis­heit und Erfah­rung der Por­tu­gie­sen, die sich in den ent­schei­den­den Stun­den zusam­men­schlie­ßen, sich dis­zi­pli­nie­ren, Wider­stand leis­ten, ihren Wil­len stär­ken und gewin­nen. Dies wird auch die­ses Mal der Fall sein".

 

Erstmals ein infizierter Corona-Patient geheilt

 

Inzwi­schen konn­te erst­mals ein infi­zier­ter Coro­na-Pati­ent das Kran­ken­haus ver­las­sen. Es han­delt sich um einen der ers­ten Erkrank­ten in Por­tu­gal. Er wur­de im Lis­sa­bo­ner Hos­pi­tal São João behan­delt. Schlech­te Nach­rich­ten gab es aller­dings für die por­tu­gie­si­schen Fuss­ball-Fans: Die Spie­le der ers­ten und zwei­ten Liga wur­den am Don­ners­tag für unbe­stimm­te Zeit aus­ge­setzt. Das betrifft auch Begeg­nun­gen, die am kom­men­den Wochen­en­de als so genann­te Geis­ter­spie­le, also ohne Zuschau­er in den Sta­di­en, geplant waren.

Von den 112 mit dem neu­ar­ti­gen Coro­na­vi­rus Infi­zier­ten leben 53 im Nor­den des Lan­des und 52 im Groß­raum Lis­sa­bon sowie im Zen­trum. Im Alen­te­jo, auf den Azo­ren und auf Madei­ra gibt es nach wie vor kei­ne Fäl­le der neu­en Coro­na­vi­rus-Krank­heit. Im gan­zen Land war­ten 172 getes­te­te Per­so­nen auf Labor­er­geb­nis­se. Ins­ge­samt gibt es in Por­tu­gal der­zeit 5.674 Per­so­nen, die medi­zi­nisch über­wacht wer­den. Spa­ni­en mel­de­te am Don­ners­tag knapp 3.000 Infi­zier­te, etwa die Hälf­te davon leben im Raum Madrid. In Anda­lu­si­en gibt es 115 Fäl­le. Bis­lang sind in Spa­ni­en 84 Men­schen an der Covid-19-Lun­gen­krank­heit gestor­ben.

 

An der Algarve sind zwei Lehrer, zwei Schülerinnen und ein Vater infiziert

 

In der Algar­ve-Stadt Por­timão mit dem Erre­ger infi­ziert sind eine 16-jäh­ri­ge Ober­schü­le­rin, deren Mut­ter – eine Päd­ago­gin aus der Grund­schu­le EB 2,3 José Busiel – und ihr Vater sowie ein Kol­le­ge der Leh­re­rin und eine 17-jäh­ri­ge Jugend­li­che aus der Klas­se der Schü­le­rin aus der Ober­schu­le Manu­el Tei­xei­ra Gomes.

Bei­de betrof­fe­nen Schu­len sind seit dem Wochen­en­de geschlos­sen. Die Stadt­ver­wal­tung von Por­timão rief die Schü­le­rin­nen und Schü­ler die­ser Ein­rich­tun­gen drin­gend dazu auf, in ihren Woh­nun­gen zu blei­ben, mög­lichst nicht auf die Stra­ße zu gehen und ansons­ten die übli­chen Vor­sichts­maß­nah­men zu befol­gen. Damit sol­le aktiv zur Prä­ven­ti­on und Ein­däm­mung der Covid-19-Krank­heit in Por­timão bei­getra­gen wer­den.

 

Sehr schwierige Situation in Portimão

 

Wei­te­re Maß­nah­men und Emp­feh­lun­gen, die Bür­ger­meis­te­rin Isil­da Gomes am Don­ners­tag wegen der „sehr schwie­ri­gen Situa­ti­on“ ver­kün­dig­te:

  • Bars und Nacht­clubs müs­sen um 23 Uhr schlie­ßen
  • Restau­rants, Knei­pen und Stra­ßen­ca­fés müs­sen für "größt­mög­li­chen Sicher­heits­ab­stand zwi­schen den Tischen" sor­gen
  • Unter­bro­che­ne oder redu­zier­te Akti­vi­tä­ten in Turn­hal­len. Dort wer­den Hygie­ne und Belüf­tung inten­si­viert
  • Geschäf­te dür­fen maxi­mal zehn Kun­den gleich­zei­tig ein­las­sen
  • Ver­mei­dung von "Men­schen­mas­sen" auf gro­ßen Flä­chen wie Strän­de, Spiel­plät­ze, Parks Ein­kaufs­zen­tren, Kinos usw.
  • "Sicher­heits­ab­stän­de“ auch auf Park­plät­zen
  • Bereit­stel­lung von Des­in­fek­ti­ons­mit­teln in öffent­li­chen Gebäu­den

Die Bür­ger­meis­te­rin kün­dig­te finan­zi­el­le Hil­fen für stark betrof­fe­ne gas­tro­no­mi­sche Betrie­be an. Bei­spiels­wei­se soll­ten Stra­ßen­ca­fés für die Zeit der Ein­schrän­kun­gen von der Zah­lung ört­li­cher Steu­ern befreit wer­den. Zu muti­gen Maß­nah­men gebe es kei­ne Alter­na­ti­ve, so Gomes: „Wenn wir das Coro­na­vi­rus nicht inner­halb von ein oder zwei Mona­ten stop­pen, wird sich die Kri­se über den Som­mer hin­zie­hen, und dann wer­den wir alle ein sehr erns­tes Pro­blem haben". Gleich­zei­tig rief die Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rin zur Beson­nen­heit auf:

„Es hat kei­nen Sinn, dass wir alle zu den Apo­the­ken und Super­märk­ten lau­fen und den­ken, dass die Welt mor­gen unter­geht. Sie geht nicht unter".

 

Auch Albufeira schloss Kultur- und Sporteinrichtungen

 

Das Rat­haus der Stadt hat­te bereits in der ers­ten Wochen­hälf­te vor­sorg­lich umfang­rei­che Ein­däm­mungs­maß­nah­men ergrif­fen und Muse­um, Biblio­thek, Schwimm­bä­der und die Are­na, das Ver­an­stal­tungs­zen­trum der Stadt am Fluss Ara­de, geschlos­sen. Die beson­ders bei bri­ti­schen Rei­sen­den belieb­te Tou­ris­ten­hoch­burg Alb­ufei­ra schloss sich am Mitt­woch die­ser Maß­nah­me an. Die ent­spre­chen­den Ein­rich­tun­gen dort blei­ben zunächst bis kom­men­den Diens­tag für den Besu­cher­ver­kehr gesperrt. Inzwi­schen stell­te das Rat­haus "zum Schutz sei­ner Mit­ar­bei­ter und der Bevöl­ke­rung" sei­nen per­sön­li­chen Ser­vice für die Bür­ger kom­plett ein. Die­se könn­ten aber wei­ter über Tele­fon und E‑Mail mit den Beam­ten kor­re­spon­die­ren, hieß es. Gleich­zei­tig rief Bür­ger­meis­ter José Car­los Rolo zum gelas­se­nen Umgang mit der Situa­ti­on auf.

Faro setz­te alle von der Stadt­ver­wal­tung orga­ni­sier­ten oder unter­stütz­ten Ver­an­stal­tun­gen aus, dar­un­ter die vier­zehn­täg­lich statt­fin­den­den Märk­te. Das Aus­bil­dungs­zen­trum des Arbeits­am­tes in Faro wur­de vor­sorg­lich am Mitt­woch geschlos­sen, nach­dem eine Teil­neh­me­rin mit Infek­ti­ons­sym­pto­men wie hohem Fie­ber ins Kran­ken­haus gehen muss­te. Das Ergeb­nis der Laborana­ly­se war jedoch nega­tiv, so dass das Bil­dungs­zen­trum am kom­men­den Mon­tag wie­der öff­nen wird.

Einen aktu­el­len Über­blick über abge­sag­te Events und ergrif­fe­ne Maß­nah­men an der Algar­ve und im Alen­te­jo ver­mit­telt das regio­na­le Maga­zin Sul Infor­ma­ção mit einer Info­gra­fik auf sei­ner Web­sei­te.

 

Portugals Hotellerie und Immobiliensektor beklagen Einbußen

 

Der por­tu­gie­si­sche Hotel­ver­band (AHP) rech­net nach einer am Don­ners­tag vor­ge­stell­ten Mit­glie­der­um­fra­ge allein für die Zeit zwi­schen 1. März und 30. Juni 2020 mit Ein­bu­ßen zwi­schen 500 und 800 Mil­lio­nen Euro. Die geschätz­ten Umsatz­rück­gän­ge wur­den güngs­tigs­ten­falls auf 30 Pro­zent ver­an­schlagt, dürf­ten im nega­ti­ven Fall aber bei 50 Pro­zent lie­gen.

Der Ver­band der Immo­bi­li­en­fach­leu­te und ‑unter­neh­men Por­tu­gals (APEMIP) berich­te­te am Don­ners­tag, Fol­gen der Covid-19-Pan­de­mie zeig­ten sich bereits auch im Immo­bi­li­en­sek­tor des Lan­des. Ins­be­son­de­re klei­ne bis mitt­le­re Unter­neh­men gerie­ten in Schwie­rig­kei­ten, sag­te Prä­si­dent Luis Lima und for­der­te staat­li­che Unter­stüt­zung.

 

Madeira empfängt vorerst keine Kreuzfahrtschiffe mehr

 

Die Bezirks­re­gie­rung der Insel Madei­ra setz­te unter­des­sen alle Geneh­mi­gun­gen zum Anle­gen von Kreuz­fahrt­schif­fen und Yach­ten in den Häfen und Mari­nas des Archi­pels aus. Bis Ende März waren dort 23 Kreuz­fahrt­schif­fen mit etwa 50.000 Gäs­ten erwar­tet wor­den. Ab Frei­tag soll zudem auf den Flug­hä­fen Fun­chal und Por­to San­to die Kör­per­tem­pe­ra­tur der ankom­men­den Pas­sa­gie­re und Besat­zungs­mit­glie­der kon­trol­liert wer­den. Die Kom­mu­ne Fun­chal rie­gel­te meh­re­re Strän­de ab: Lido, Pon­ta Gor­da, Poça do Gomes – Doca do Cava­cas und Bar­reirin­ha. Vor­beu­gungs­maß­nah­men für die kom­mu­na­len Märk­te wur­den ver­stärkt, öffent­li­che Ver­an­stal­tun­gen auf die Zeit nach dem 31. März ver­scho­ben.

Auf den Azo­ren wird die vom 26. bis 28. März geplan­te Azo­ren-Ral­lye nicht statt­fin­den. Die Ver­an­stal­ter der Ral­lye-Euro­pa­meis­ter­schaft (ERC) nann­ten noch kei­nen neu­en Ter­min für das Ren­nen.

 

Krankenhäuser verbieten Patientenbesuche

 

In Lis­sa­bon bestä­tig­te das Cen­tro Hos­pi­ta­lar Uni­ver­sitá­rio Lis­boa Nor­te (CHULN) am Mitt­woch, dass bei zwei Kran­ken­haus-Pati­en­ten der neue Coro­na­vi­rus dia­gnos­ti­ziert wur­de. Sie wur­den sofort iso­liert und sind in inten­siv­me­di­zi­ni­scher Behand­lung. Für die Sta­tio­nen, auf denen die bei­den Erkrank­ten zuvor waren, wur­de ein Auf­nah­me­stopp ver­hängt. Für alle übri­gen Per­so­nen der Ein­rich­tun­gen wur­den Labor­tests durch­ge­führt. Pati­en­ten des Kran­ken­hau­ses Ama­to Lusi­ta­no (HAL) in Cas­te­lo Bran­co dür­fen seit Don­ners­tag nur noch einen Besuch pro Tag bekom­men, leg­te die Ver­wal­tung fest.

In Coim­bra regis­trier­te das Uni­ver­si­täts­kran­ken­haus eine ers­te Coro­na­vi­rus-Infek­ti­on wäh­rend einer Iso­la­ti­on. Pati­en­ten­be­su­che in allen Abtei­lun­gen wur­den vor­über­ge­hend aus­ge­setzt. Aus­nah­men gibt es nur bei erkrank­ten Kin­dern und schwan­ge­ren Frau­en mit Wehen. Die Ver­wal­tung der Uni­ver­si­täts­stadt schloss bis zum 3. April alle städ­ti­schen Ein­rich­tun­gen, sag­te öffent­li­che Ver­an­stal­tun­gen der Kom­mu­ne ab, setz­te Mes­sen aus und ver­stärk­te die Des­in­fek­ti­on von Fahr­zeu­gen des städ­ti­schen Nah­ver­kehrs.

Das Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum von São João im nord­por­tu­gie­si­schen Por­to setz­te am Don­ners­tag Kon­sul­ta­tio­nen durch exter­ne Pati­en­ten bis zum 31. März aus. Bis zu die­sem Ter­min soll es auch kei­ne Ope­ra­tio­nen, Tages­kli­nik­be­hand­lun­gen und ergän­zen­de Dia­gno­se- und The­ra­pie-Maß­nah­men für nicht­sta­tio­nä­re Kran­ke mehr geben.

Im Bezirk Avei­ro muss­te am Don­ners­tag ein zwei­tes Zen­trum für Fami­li­en-Gesund­heit geschlos­sen wer­den. Ursa­che war ein wei­ter Infek­ti­ons­fall in Ovar in Zusam­men­hang mit Covid-19.

 

Kurzinformationen zur Coronavirus-Lage in ganz Portugal und an der Algarve

 

Ostern

Der katho­li­sche Bischof der Algar­ve, D. Manu­el Quin­tas, erwägt, alle reli­giö­sen Akti­vi­tä­ten der Kar­wo­che mit mehr als 5.000 Per­so­nen unter frei­em Him­mel, 1.000 Per­so­nen in geschlos­se­nen Räu­men und 150 Per­so­nen bei klei­ne­ren Zusam­men­künf­ten abzu­sa­gen oder zu ver­schie­ben. Das teil­te der Geist­li­che in einer Pas­to­ral­no­te mit. Er stell­te damit Kar­frei­tags-Pro­zes­sio­nen und ande­re Fei­ern auf den Prüf­stand, will eine end­gül­ti­ge Ent­schei­dung aber erst nach einer spä­te­ren Neu­be­wer­tung der Lage tref­fen. Bei den tra­di­tio­nel­len Buß­fei­ern ist Quin­tas bereit, gege­be­nen­falls von Ein­zel­beich­ten abzu­se­hen und im geneh­mig­ten Ein­zel­fall die Abso­lu­ti­on all­ge­mein ertei­len zu las­sen.

Bildung/Kultur

Der Regio­nal­ver­band der Eltern­ver­ei­ni­gun­gen (FRAPAL) der Algar­ve hat sich am Don­ners­tag für die Schlie­ßung von Schu­len aus­ge­spro­chen, um die Aus­brei­tung des neu­en Coro­na­vi­rus mini­mie­ren zu hel­fen. Der Auf­ent­halt der Jugend­li­chen kön­nen dann auf Orte mit weni­ger sozia­len Kon­tak­ten begrenzt wer­den. Der Ver­band räum­te ein, dass die­ses Sze­na­rio "für vie­le Fami­li­en sehr kom­pli­ziert sein könn­te". Es wer­de aber von allen eine gewis­sen­haf­te Anstren­gung und ein Opfer erfor­der­lich sein.

Das Poly­tech­ni­sche Insti­tut von Por­to mit sei­nen rund 18.300 Stu­die­ren­den an drei Stand­or­ten hat am Don­ners­tag sei­ne Lehr­tä­tig­keit unter­bro­chen. Zunächst gilt die­ser Schritt bis zum 27. März. Noch am Mitt­woch hat­te die Rek­to­ren­kon­fe­renz der por­tu­gie­si­schen Uni­ver­si­tä­ten (CRUP) eine Schlie­ßung ihrer Ein­rich­tun­gen abge­lehnt, sofern nicht gesund­heit­li­che Grün­de dies zwin­gend nahe­leg­ten.

Doch auch die Uni­ver­si­tät Bei­ra Inte­rior (UBI) kün­dig­te am Don­ners­tag an, ab Mon­tag für unbe­stimm­te Zeit den Lehr­be­trieb aus­set­zen, um die mög­li­che Aus­brei­tung von Covid-19-Erkran­kun­gen zu brem­sen. Das Poly­tech­ni­sche Insti­tut von Beja im Alen­te­jo hat­te am Mitt­woch ledig­lich "eine Rei­he von Prä­ven­ti­ons- und Kon­troll­maß­nah­men" bekannt­ge­macht. Es riet ledig­lich vom Besuch von Ver­an­stal­tun­gen ab, die außer­halb der Ein­rich­tung statt­fin­den.

Das Lis­sa­bo­ner Insti­tu­to Supe­ri­or Téc­ni­co beschloss unter­des­sen, wegen eines begrün­de­ten Ver­dachts­fal­les die Akti­vi­tä­ten an sei­nen Stand­or­ten Ala­me­da und Tagus­park bis Sonn­tag aus­zu­set­zen.

Die Pri­vat­hoch­schu­le ISMAT in Por­timão sag­te wegen des Covid-19-Aus­bruchs in der Stadt alle Präsent­z­ver­an­stal­tun­gen, Prü­fun­gen, wis­sen­schaft­li­chen Ver­an­stal­tun­gen und Besu­che bis zum 24. März ab.

Der natio­na­le Rat für öffent­li­che Gesund­heit kri­ti­sier­te, dass in Por­tu­gal gele­gent­lich Schu­len, Muse­en und ande­re Ein­rich­tun­gen ohne vor­lie­gen­de Anord­nung der Gesund­heits­be­hör­den und ohne Ein­hal­tung gesetz­li­cher Kri­te­ri­en geschlos­sen wür­den. Das Gre­mi­um bat die Regie­rung sicher­zu­stel­len, dass sol­che Maß­nah­men aus­schließ­lich von der Gesund­heits­be­hör­de und nicht will­kür­lich und ört­lich unein­heit­lich ver­an­lasst wer­den.

Die Ver­wal­tung der Alen­te­jo-Stadt Almo­dôvar hat­te zum Bei­spiel beschlos­sen, im Dorf­kin­der­gar­ten den Tanz­un­ter­richt aus­zu­set­zen, den eine Leh­re­rin aus der Algar­ve durch­führt. Auch Fahr­ten mit dem Auto­bus der Gemein­de wur­den gestri­chen. Außer­dem setz­te die Kom­mu­ne das Inter­na­tio­na­le Thea­ter­fes­ti­val des Alen­te­jo und die Film­vor­füh­run­gen des Cine­tea­tro Muni­ci­pal wegen des Aus­bruchs von Covid-19 aus.

Gesund­heits­we­sen

Mehr als tau­send Ärz­te reagier­ten inner­halb von 24 Stun­den posi­tiv auf den Appell von Miguel Gui­marães, dem Prä­si­den­ten der por­tu­gie­si­schen Ärz­te­kam­mer, mit der die Reak­ti­ons­fä­hig­keit des natio­na­len Gesund­heits­diens­tes bei der Bekämp­fung der Covid-19-Kri­se gestärkt wer­den soll. Es han­delt sich um Medi­zi­ner, die nicht zum öffent­li­chen Dienst gehö­ren, und um Ärz­te im Ruhe­stand.

Jus­tiz

Der Prä­si­dent des Obers­ten Gerichts­hofs von Por­tu­gal, Antó­nio Piçar­ra, bat am Don­ners­tag um Ver­ständ­nis für die Ent­schei­dung, die Räum­lich­kei­ten für 14 Tage geschlos­sen zu hal­ten. Es wür­den jedoch wei­ter­hin Eil­ver­fah­ren durch­ge­führt.

Sport

Die Jugend­bas­ket­ball­par­ty, die vom 2. bis 7. April in Alb­ufei­ra statt­fin­den soll­te, wur­de am Diens­tag nach einem Tref­fen zwi­schen dem Ver­band und der Stadt­ver­wal­tung abge­sagt. Es han­delt sich um eines der Haupt­er­eig­nis­se im por­tu­gie­si­schen Bas­ket­ball und bringt jähr­lich tau­sen­de von Besu­chern an die Algar­ve.

Die 38. Aus­ga­be der Alen­te­jo-Rad­rund­fahrt, die vom 18. bis 22. März statt­fin­den soll­te, ist eben­falls wegen der Covid-19-Situa­ti­on abge­sagt. Am Don­ners­tag kün­dig­te auch der por­tu­gie­si­sche Hand­ball-Ver­band die Aus­set­zung der Meis­ter­schafts­spie­le bis zum 29. März an.

Messen/Ausstellungen/Feste

Die Mes­se des Alen­te­jo-Schweins, die zwi­schen dem 27. und 29. März wie­der in Ourique statt­fin­den soll­te, ist eben­falls abge­sagt. Die land­wirt­schaft­li­che Ver­an­stal­tung, die jähr­lich tau­sen­de von Men­schen anzieht, soll nun vom 19. bis 21. März 2021 in den Alen­te­jo zurück­keh­ren.

In Mér­to­la wird es wegen der Coro­na-Kri­se fer­ner nicht zu dem Túbe­ra-Fes­ti­val kom­men, mit dem am 21. und 22. März Lust auf wei­ße Trüf­fel gemacht wer­den soll­te.

Der Coro­na­vi­rus-Prä­ven­ti­on zum Opfer fiel zudem die drit­te Aus­ga­be des Fes­ti­val Sabo­res do Bor­re­go, das vom 3. bis 5. April in Cas­tro Ver­de auf den Lamm-Geschmack brin­gen soll­te. Das nächs­te Fes­ti­val wur­de bereits ter­mi­niert auf den 26. bis 28. März 2021. Cas­tro Ver­de sag­te auch alle öffent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen bis Mit­te April.

Avatar
Avatar

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

Ein Gedanke zu „Covid-19-Pandemie: Schwierige Lage in ganz Portugal

  • Avatar
    15. März 2020 um 23:26
    Permalink

    Wir freu­en uns, so gut infor­miert wor­den zu sein.
    Bit­te, wei­ter so!
    Lie­be Grü­ße,
    Ange­li­ka und Wulf Dür­holt

    Antwort

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.