Por­tu­gal: Pilot­pro­jekt für Drogentests

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In die­ser Woche ist in Por­tu­gal ein Pilot­pro­jekt gestar­tet, das den Behör­den exakt zei­gen soll, wel­che Art von Sub­stan­zen die Men­schen kon­su­mie­ren. Geplant ist, dass bei ver­schie­de­nen Musik­fes­ti­vals, die in die­sem Som­mer statt­fin­den, "Dro­gen­kon­trol­len" durch­ge­führt wer­den. Frei­wil­li­ge sol­len Haar­pro­ben abge­ben und dann einen Fra­ge­bo­gen aus­fül­len. Das von der Euro­päi­schen Beob­ach­tungs­stel­le für Dro­gen und Dro­gen­sucht (EMCDDA) durch­ge­führ­te Pro­jekt zielt nicht dar­auf ab, Men­schen straf­recht­lich zu ver­fol­gen. Viel­mehr geht es dar­um, zu ver­ste­hen, wel­che neu­en Sub­stan­zen auf den Markt kom­men – um ent­spre­chend vor­be­rei­tet zu sein. Die Pro­ben wer­den von der Ver­ei­ni­gung Kos­mi­ca­re gesam­melt, die in Lis­sa­bon einen stän­di­gen Dro­gen­test­dienst betreibt und auf Fes­ti­vals mobi­le Labors einsetzt.

Laut EMCDDA kommt jede Woche eine neue psy­cho­ak­ti­ve Sub­stan­ze auf den Markt in Euro­pa, was bedeu­tet, dass die ille­ga­le Dro­gen­her­stel­lung zunimmt – und damit auch die poten­zi­el­len Risi­ken für die Gesund­heit der Men­schen. Die Orga­ni­sa­ti­on erklärt wei­ter: "Die Haar­pro­be wird zur Ana­ly­se ein­ge­sandt, anonym auf­be­wahrt und nach der Stu­die ver­nich­tet. Ziel ist es, die Anga­ben der Teil­neh­mer über ihren Kon­sum mit den Ergeb­nis­sen der che­mi­schen Ana­ly­se der Haar­pro­ben zu ver­glei­chen. Die ers­ten Pro­ben wer­den bei Ver­an­stal­tun­gen im Früh­jahr und Som­mer 2022 ent­nom­men, und die Ergeb­nis­se wer­den im Lau­fe des Jah­res bekannt gegeben".

Im Gespräch mit der Zeit­schrift Expres­so sag­te der Koor­di­na­tor der Stu­die in Por­tu­gal, João Mati­as: "Alles, was wir kon­su­mie­ren, wird in unse­ren Haa­ren regis­triert, genau­so wie in unse­rem Blut, Spei­chel, Urin und ande­rem bio­lo­gi­schen Mate­ri­al (…) Unser Haar wächst durch­schnitt­lich einen Zen­ti­me­ter pro Monat (…) Wenn die ent­nom­me­ne Haar­pro­be 10 cm lang ist, kön­nen wir den Kon­sum der letz­ten 10 Mona­te sehen".

Die EBDD hat fest­ge­stellt, dass nicht nur "tra­di­tio­nel­le" Dro­gen, son­dern auch neu­ar­ti­ge Betäu­bungs­mit­tel wie Cathi­non, das ähn­li­che Wir­kun­gen wie Koka­in und Ecsta­sy hat, zuneh­mend her­ge­stellt wer­den. Laut Expres­so haben sich die Beschlag­nah­mun­gen von Cathi­non in Euro­pa im Jahr 2020 gegen­über dem Vor­jahr mehr als ver­drei­facht". Cathi­non ist eines der Alka­lo­ide aus dem Kath­strauch (Catha edu­lis) und dem Spin­del­baum­ge­wächs May­te­nus kru­kovii. Aus den Pflan­zen wird die Dro­ge „Kath“ gewon­nen, die vor allem in Ost­afri­ka und auf der ara­bi­schen Halb­in­sel ver­brei­tet ist.

Susanne Tenzler-Heusler
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Susanne Tenzler-Heusler

Reise-Fan, Kommunikatorin mit großer Neugierde an Menschen, Natur und Gesellschaft - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaberin

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