Exper­ten erwar­ten 350.000 Covid-19-Infek­tio­nen durch Volks­fes­te und Konzerte

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Laut einem Bericht des Insti­tu­to Supe­ri­or Téc­ni­co (IST) der Uni Lis­sa­bon über die Covid-19-Pan­de­mie, der die Emp­feh­lung zum Tra­gen von Mas­ken bekräf­tigt, könn­ten Volks­fes­te und Groß­ver­an­stal­tun­gen in den nächs­ten Wochen 350.000 direk­te Anste­ckun­gen in Por­tu­gal zur Fol­ge haben. "Alle belieb­ten Fes­te und Gro­ße­vents im Land könn­ten zu einer Gesamt­zahl direk­ter Anste­ckun­gen von min­des­tens 350.000 füh­ren, die noch höher aus­fal­len könn­ten, wenn neue Vari­an­ten nach Por­tu­gal gelan­gen", heißt es in der Risi­ko­ana­ly­se der IST-Arbeits­grup­pe, die die Ent­wick­lung von Covid-19 in Por­tu­gal überwacht.

In dem Doku­ment wird auch davon aus­ge­gan­gen, dass die Zahl der SARS-CoV-2-Coro­na­vi­rus-Infek­tio­nen bei Ver­an­stal­tun­gen wie Rock in Rio (Lis­sa­bon) bei den der­zei­ti­gen Infek­ti­ons­ra­ten 40.000 betra­gen könn­te. Die Aus­brei­tung des Virus wird bei den Volks­fes­ten (Fes­tas Popu­la­res) und Groß­ver­an­stal­tun­gen in den bei­den größ­ten Städ­ten des Lan­des grö­ßer sein, "wo wir an den ver­kehrs­reichs­ten Tagen min­des­tens 60.000 Infek­tio­nen in Lis­sa­bon und 45.000 in Por­to haben könn­ten", heißt es in dem Bericht, der von Hen­ri­que Oli­vei­ra, Pedro Amaral, José Rui Figuei­ra und Ana Ser­ro ver­fasst wur­de, die die Arbeits­grup­pe unter der Lei­tung des Prä­si­den­ten von Téc­ni­co, Rogé­rio Cola­ço, bilden.

"Wir bekräf­ti­gen die Emp­feh­lung, bei gro­ßen Mas­sen­ver­an­stal­tun­gen unter frei­em Him­mel, bei Volks­fes­ten, Kon­zer­ten und Ver­an­stal­tun­gen in geschlos­se­ner Umge­bung, in öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln und am Arbeits­platz, wenn der Abstand zwi­schen Arbeit­neh­mern weni­ger als zwei Meter beträgt, Mas­ken zu tra­gen", war­nen die Exper­ten von Técnico.

Zu hohe Sterblichkeit

Nach der IST-Aus­wer­tung liegt die kumu­lier­te Sterb­lich­keit nach 14 Tagen pro Mil­li­on Ein­woh­ner "jetzt bei 56", ein Wert, der 2,75 mal höher ist als der vom Euro­päi­schen Zen­trum für die Prä­ven­ti­on und die Kon­trol­le von Krank­hei­ten (ECDC) emp­foh­le­ne Wert für die Redu­zie­rung der Pan­de­mie­be­kämp­fungs­maß­nah­men. "Die­se Zahl von mehr als 40 Todes­fäl­len pro Tag im Sie­ben-Tage-Durch­schnitt ist hoch und liegt über dem Jah­res­durch­schnitt der täg­li­chen Todes­fäl­le durch Atem­wegs­er­kran­kun­gen vor der Pan­de­mie, der bei etwa 33 liegt", heißt es in dem Doku­ment, und es wird betont, dass Covid-19 allein "für mehr Todes­fäl­le ver­ant­wort­lich ist als alle ande­ren Atem­wegs­er­kran­kun­gen zusam­men im Jahresdurchschnitt".

Im IST-Bericht heißt es, dass die Sterb­lich­keits­ra­te "wei­ter­hin ansteigt, wobei nach dem 15. Juni und bis zum Ende des Monats ein Höchst­stand erwar­tet wird", eine Pro­gno­se, die "noch höher lie­gen kann, wenn die Anste­ckun­gen auf­grund von Volks­fes­ten unkon­trol­liert sind oder neue Vari­an­ten auf­tre­ten". Die Exper­ten von Téc­ni­co sagen auch, dass die Daten auf einen nomi­na­len Rück­gang der getes­te­ten Fäl­le hin­deu­ten, beto­nen aber, dass sie "Zwei­fel" an die­sem effek­ti­ven Rück­gang haben, da eine Posi­ti­vi­tät der Tests von über 60 % dar­auf hin­deu­ten kann, dass es "mehr ver­steck­te asym­pto­ma­ti­sche Fäl­le gibt, die zu neu­en Infek­tio­nen bei­tra­gen". "Ange­sichts des Defi­zits an offi­zi­el­len Infor­ma­tio­nen kann in den kom­men­den Tagen nur die Ana­ly­se der täg­li­chen Sterb­lich­keits­ra­te eine wirk­sa­me Über­wa­chung der neu­en Fäl­le bestä­ti­gen", heißt es in dem Dokument.

In Bezug auf die sechs­te Wel­le heißt es in dem Bericht, dass der Höchst­stand bereits über­schrit­ten wur­de, es aber zu einem "Wie­der­an­stieg der Infek­tio­nen nach den Feri­en im Juni kom­men kann, wenn man davon aus­geht, dass noch 45 % der Bevöl­ke­rung für die Omi­kron-Vari­an­te emp­fäng­lich sind".

Nächs­te Wel­le kommt im September

Die IST-Arbeits­grup­pe weist dar­auf hin, dass der Zeit­raum zwi­schen den Pan­de­mie­wel­len zwi­schen 115 und 120 Tagen beträgt, was die Gesund­heits­be­hör­den dazu ver­an­las­sen soll­te, ihre Stra­te­gie an die­se Peri­odi­zi­tät anzu­pas­sen". "Es gibt Anzei­chen dafür, dass wir Anfang Sep­tem­ber mit einem Feh­ler von 15 bis 20 Tagen den Beginn einer neu­en Pan­de­mie­wel­le haben wer­den", sagen die Exper­ten von Téc­ni­co, die ihre dyna­mi­schen Sys­te­me auf Fak­to­ren wie den Ver­lust der natür­li­chen und erwor­be­nen Immu­ni­tät mit der Imp­fung gegen Covid-19 abstimmen.

Ange­sichts der aktu­el­len Situa­ti­on im Land liegt der Pan­de­mie-Bewer­tungs-Indi­ka­tor (PEAI) von IST und Ärz­te­kam­mer mit 81,4 Punk­ten über der "Alarm­stu­fe", einem Wert, der dazu rät, die Über­wa­chung zu ver­stär­ken und "die Bot­schaft zu über­mit­teln, dass die Pan­de­mie­ge­fahr noch nicht vor­über ist, ins­be­son­de­re im Hin­blick auf die Volks­fes­te und gro­ßen Mas­sen­ver­an­stal­tun­gen im Juni".

Der IAP kom­bi­niert Inzi­denz, Über­trag­bar­keit, Leta­li­tät und Kran­ken­haus­auf­ent­halt in Kran­ken­häu­sern und auf der Inten­siv­sta­ti­on und weist zwei Schwel­len­wer­te auf: die Alarm­stu­fe, wenn sie 80 Punk­te erreicht, und die kri­ti­sche Stu­fe, wenn sie 100 Punk­te erreicht. "Wenn die Hypo­the­se des Ver­lusts der Immu­ni­tät zutrifft, wer­den die­se Wel­len im Lau­fe der Jah­re regel­mä­ßig auf­ein­an­der fol­gen. Der ein­zi­ge Weg, die­se Zyklen zu durch­bre­chen, sind Impf­stof­fe der neu­en Genera­ti­on. Theo­rie und Geschich­te deu­ten auch dar­auf hin, dass sich Pan­de­mie­wel­len über wie­der­hol­te Zyklen abschwä­chen, bis das Virus ende­misch wird", so die Schluss­fol­ge­rung des Berichts der IST-Arbeitsgruppe.

Susanne Tenzler-Heusler
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Susanne Tenzler-Heusler

Reise-Fan, Kommunikatorin mit großer Neugierde an Menschen, Natur und Gesellschaft - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaberin

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