Home Office in Por­tu­gal: Anru­fen verboten

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Por­tu­gal hat sei­ne Arbeits­ge­setz­ge­bung über­ar­bei­tet. Mit erfri­schen­den Ergeb­nis­sen. Hin­ter­grund ist die Tat­sa­che, dass (nicht nur) auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie immer mehr Men­schen im Home Office (Tele­tra­bal­ho) arbei­ten. Gleich­zei­tig will man das Land damit noch attrak­ti­ver für die so genann­ten digi­ta­len Noma­den machen.
Die zen­tra­len Rege­lun­gen sor­gen auch inter­na­tio­nal für Auf­se­hen: Unter­neh­men müs­sen nun mit Stra­fen rech­nen, wenn sie Ange­stell­te außer­halb der Arbeits­zeit kon­tak­tie­ren. Das neue Gesetz stärkt damit das Recht des Arbeit­neh­mers, von sei­nen Pflich­ten "abzu­schal­ten" und die Gren­zen zwi­schen Arbeit und Pri­vat­le­ben zu wah­ren. Arbeit­ge­ber müs­sen künf­tig zudem für Mehr­kos­ten – wie höhe­re Strom­rech­nun­gen – auf­kom­men, die sich aus der Arbeit von zu Hau­se aus erge­ben. Arbeit­ge­ber, die die neu­en Regeln ver­let­zen, bege­hen eine Ordnungswidrigkeit.

Wei­ter­hin wur­de ein Ver­bot zur Über­wa­chung von Ange­stell­ten in Heim­ar­beit erlas­sen. die Auf­nah­me und Ver­wen­dung von Bil­dern, Ton, Schrift oder der Ein­satz ande­rer Kon­troll­mit­tel, die das Recht des Arbeit­neh­mers auf Pri­vat­sphä­re beein­träch­ti­gen kön­nen, gel­ten künf­tig als "sehr schwe­re Straf­tat". Dar­über hin­aus besteht nun die Ver­pflich­tung, dass sich Ange­stell­te alle zwei Mona­te mit ihrem Chef per­sön­lich tref­fen. Die Arbeit­ge­ber haben nun außer­dem die beson­de­re Pflicht, "den Arbeit­neh­mer schrift­lich zu kon­sul­tie­ren, bevor er Ände­run­gen an den Arbeits­mit­teln und ‑sys­te­men, an den zuge­wie­se­nen Auf­ga­ben oder an irgend­ei­nem Merk­mal der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Tätig­keit vor­nimmt", und "dem Arbeit­neh­mer die für die ord­nungs­ge­mä­ße und pro­duk­ti­ve Nut­zung der spe­zi­fi­schen Gerä­te und Sys­te­me, die bei der Tele­ar­beit ein­ge­setzt wer­den sol­len, erfor­der­li­che Schu­lung zukom­men zu lassen".

"Die Pan­de­mie hat die Not­wen­dig­keit beschleu­nigt, das zu regeln, was gere­gelt wer­den muss", sag­te die por­tu­gie­si­sche Minis­te­rin für Arbeit und sozia­le Sicher­heit, Ana Men­des Godin­ho (Foto). "Heim­ar­beit kann ein 'game chan­ger' sein, wenn wir von den Vor­tei­len pro­fi­tie­ren und die Nach­tei­le redu­zie­ren." Dies sei „der ent­schei­den­de Moment, um sicher­zu­stel­len, dass wir kon­kre­te Regeln fest­le­gen, die die Inter­es­sen von Arbeit­neh­mern und Arbeit­ge­bern ausgleichen".

Susanne Tenzler-Heusler
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Susanne Tenzler-Heusler

Reise-Fan, Kommunikatorin mit großer Neugierde an Menschen, Natur und Gesellschaft - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaberin

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