Algar­ve News: 15. bis 21. Novem­ber 2021

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Algar­ve News und Por­tu­gal News aus KW 46/2021: Tou­ris­mus: Deut­sche im Fokus | Por­tu­gal: Min­dest­lohn soll stei­gen | Coro­na kos­tet 500 Mil­lio­nen | Por­tu­gie­sen ret­ten Algar­ve-Som­mer | Algar­ve: Dra­chen­frucht statt Avo­ca­dos | Quar­tei­ra: Bür­ger als Tuto­ren | Neue See­pferd­chen für die Ria For­mo­sa  | Prei­se für Bacal­hau stei­gen | Nach­rich­ten aus Poli­zei und Jus­tiz – unser Wochen­rück­blick mit inter­es­san­ten Nachrichten!

  • Covid-19: Neue Maß­nah­men gegen fünf­te Wel­le :Covid-19: Neue Maßnahmen gegen fünfte Welle
    Hier sind sich Exper­ten und Poli­tik einig: Por­tu­gal befin­det sich in der fünf­ten Wel­le der Covid-19-Pan­­de­­mie „wobei die Aus­wir­kun­gen auf den Schwe­re­grad und die Sterb­lich­keit gerin­ger sind als in den vor­an­ge­gan­ge­nen Pha­sen“.  Allein die Imp­fun­gen und die ent­spre­chend hohe Quo­te hät­ten seit Mai 23.000 Todes­fäl­le und 200.000 Infek­ti­ons­fäl­le verhindert. 

Por­tu­gal wirbt ver­stärkt um deut­sche Touristen

Auf einer drei­tä­ti­gen Pro­mo­ti­on-Rei­se nach Düs­sel­dorf und Frankfurt/Main hat die Staats­e­kre­tä­rin für Tou­ris­mus Rita Mar­ques Por­tu­gal inten­siv als anspruchs­vol­les Rei­se­ziel für deut­sche Tou­ris­ten bewor­ben, gera­de auch für die Neben­sai­son. Ihr stärks­ter Trumpf war dabei die hohe Impf­quo­te, die einen siche­ren Auf­ent­hal­ten gewähr­leis­ten kön­ne. Rita Mar­ques geht davon aus, dass das deut­sche Kun­den­pro­fil "sehr anspruchs­voll ist und Nischen­er­leb­nis­se sucht, die weit über Por­tu­gal als Rei­se­ziel für Son­ne und Meer hinausgehen".
Der deut­sche Markt, so Mar­ques, ist für Por­tu­gal „extrem wich­tig". Er ver­zeich­ne­te 2019 sechs Mil­lio­nen Über­nach­tun­gen und 1,5 Mil­lio­nen Gäs­te. 2019 besuch­ten rund 360.000 Gäs­te aus Deutsch­land die Algar­ve – eine Zahl, die etwa 1,9 Mil­lio­nen Über­nach­tun­gen ent­spricht und die zwi­schen 2014 und 2019 einen Anstieg von 15% bedeu­te­te. Im Sep­tem­ber 2021 ent­fie­len immer­hin 13,2 Pro­zent der gesam­ten Über­nach­tun­gen von Aus­län­dern auf den deut­schen Markt. Das ist Platz 2 nach den Bri­ten mit 19,1 Prozent.

Mietwagen-Kunden aus Deutschlands Osten und Westen haben ähnliches Mietverhalten bei Autos
Schwarz-Rot-Gold vor azur­blau­em Algar­ve-Him­mel. Foto: Hans-Joa­chim Allgaier

Regie­rung will Min­dest­lohn auf 705 Euro erhöhen

Die Regie­rung hat in der ver­gan­ge­nen Woche den Sozi­al­part­nern einen Vor­schlag zur Erhö­hung des natio­na­len Min­dest­lohns um 40 Euro auf 705 Euro im nächs­ten Jahr vor­ge­legt. "Die­se Erhö­hung bedeu­tet eine Stei­ge­rung von 200 Euro seit 2015 oder 39,6 %, das ent­spricht 2.800 Euro pro Jahr“, betont die Regie­rung. Der natio­na­le Min­dest­lohn beträgt der­zeit 665 €. Im Juni 2021 fie­len nach Anga­ben der Regie­rung rund 880.000 Per­so­nen unter den natio­na­len Min­dest­lohn, was 24,6 % der Beschäf­tig­ten ent­spricht. Nach Regio­nen auf­ge­schlüs­selt ist der Alen­te­jo der­zeit am stärks­ten vom Min­dest­lohn betrof­fen (31,7 %), gefolgt von der Algar­ve (30,8 %).

Por­tu­gal: Coro­na kos­tet die Gemein­den 500 Mil­lio­nen Euro

Nach Anga­ben des Rech­nungs­ho­fes kos­ten die Aus­wir­kun­gen der Coro­na-Pan­de­mie die Gemein­den des Lan­des mehr als 500 Mil­lio­nen Euro. Die­ser Betrag setzt sich aus Aus­ga­ben für Maß­nah­men zur Bekämp­fung der Pan­de­mie sowie aus feh­len­den Ein­nah­men zusam­men. Vor allem die Aus­set­zung, Befrei­ung oder Sen­kung der Gebüh­ren für Was­ser, Abwas­ser und Abfall sowie von Mie­ten für Geschäf­te, Märk­te und ande­re Gewer­be­flä­chen führ­ten zu hohen Ein­nah­me­ver­lus­ten in den Kom­mu­nen. Die Gemein­den im Groß­raum Lis­sa­bon (97,6 Mil­lio­nen Euro) und Cas­cais (42,6 Mil­lio­nen Euro) lie­gen bei den Aus­ga­ben für die Pan­de­mie­be­kämp­fung an der Spit­ze. An der Algar­ve füh­ren Alb­ufei­ra mit 5,8 Mil­lio­nen Euro und Por­ti­mão mit 3,6 Mil­lio­nen Euro. Pro Kopf gerech­net hat an der Algar­ve Alcou­tim mit 411.000 Euro am meis­ten ausgegeben.

Algar­ve-Tou­ris­mus: Por­tu­gie­sen ret­ten die Saison

Gute Nach­rich­ten vom Natio­na­len Insti­tut für Sta­tis­tik (INE). Die Ein­nah­men im gesam­ten tou­ris­ti­schen Beher­ber­gungs­ge­wer­be stie­gen von Janu­ar bis Sep­tem­ber 2021 um 33,3 Pro­zent auf rund 1.6 Mil­li­ar­den Euro und über­tra­fen damit den für das gesam­te Jahr 2020 regis­trier­ten Wert. Wer­muts­trop­fen: Im Ver­gleich zum Rekord­jahr 2019 san­ken die Gesamt­ein­nah­men jedoch um 53 Prozent.
Auf die Algar­ve ent­fie­len im Sep­tem­ber 36,1 Pro­zent der Ein­nah­men aus Hotels und ande­ren Unter­künf­ten, gefolgt von der Metro­pol­re­gi­on Lis­sa­bon (21,1 Pro­zent) und dem Nor­den (13,9 Pro­zent). Ver­ant­wort­lich für die guten Zah­len sind die Por­tu­gie­sen selbst. Sie steu­er­ten zwi­schen Juli und Sep­tem­ber 2021 3,6 Mil­lio­nen Über­nach­tun­gen bei, was einem Anstieg von 30 Pro­zent im Ver­gleich zum glei­chen Zeit­raum des Jah­res 2019 ent­spricht. Exzel­len­te Wer­te auch für die Algar­ve: Sie ver­zeich­ne­te im Sep­tem­ber 858.000 Über­nach­tun­gen von por­tu­gie­si­schen Tou­ris­ten (+30,5%), im August 1,7 Mil­lio­nen (+37%) und im Juli 1 Mil­li­on (+19,2%), was in jedem Monat einen neu­en Rekord für den Inlands­markt der Algar­ve darstellt.

Algar­ve: Dra­chen­frucht statt Avocados

Die Uni­ver­si­tät der Algar­ve tes­tet den Anbau der ursprüng­lich aus Mit­tel­ame­ri­ka stam­men­den Dra­chen­frucht (Pita­ya) im Süden Por­tu­gals. Auf einem zwei Hekt­ar gro­ßen Grund­stück in Mee­res­nä­he in Cace­la Velha (Vila Real de San­to Antó­nio) wer­den Pro­duk­ti­ons­po­ten­zi­al der Kak­teen-Pflan­ze, Was­ser­be­darf und Anbau­be­din­gun­gen erforscht. Hin­ter­grund des Pro­jekts sind die Was­ser­knapp­heit an der Algar­ve und die Not­wen­dig­keit, die Obst­pro­duk­ti­on an der Algar­ve zu diversifizieren.
Für die Pita­ya spricht u.a., dass sie im Som­mer nur zwi­schen 800 und 2.000 Kubik­me­ter Was­ser ver­braucht, wäh­rend Avo­ca­dos bis zu 6.000 Kubik­me­ter benö­ti­gen. Außer­dem müs­sen Pita­yas nur ein­mal am Tag oder alle zwei Tage für 10 Minu­ten bewäs­sert wer­den. Ein wei­te­rer Vor­teil ist, dass die Früch­te nicht von Schäd­lin­gen befal­len wer­den. Schne­cken und Amei­sen kön­nen mit orga­ni­schen Gra­nu­la­ten bekämpft wer­den. Ins­ge­samt han­delt es sich nach Ansicht der For­scher um eine Pflan­ze, die pro­blem­los bio­lo­gisch oder mit gerin­gen Umwelt­aus­wir­kun­gen ange­baut wer­den kann und deren Lebens­dau­er etwa 15 Jah­re beträgt. (Mehr dazu steht hier.)

Quar­tei­ra: Bür­ger als Tutoren

"Olhar Quar­tei­ra" heißt eine neue Initia­ti­ve des Gemein­de­rats des Algar­ve-Städt­chen im Land­kreis Lou­lé, bei der die Bür­ger akti­ver zur Ent­wick­lung des Ortes bei­tra­gen kön­nen. Dabei soll ein Netz von ehren­amt­li­chen Tuto­ren geschaf­fen wer­den, die als Gesprächs­part­ner zwi­schen der Bevöl­ke­rung und den Diens­ten der Gemein­de fun­gie­ren und sich in beson­de­rem Maße um die städ­ti­sche Sau­ber­keit, die Pfle­ge von Grün­flä­chen, Geh­we­gen, Erho­lungs- und Frei­zeit­be­rei­chen küm­mern. Tel­mo Pin­to, Vor­sit­zen­der des Gemein­de­rats von Quar­tei­ra, erklärt: "Die­ses Pro­jekt zielt dar­auf ab, die Bewoh­ner stär­ker in den Pro­zess Gemein­de­ent­wick­lung ein­zu­be­zie­hen. Olhar Quar­tei­ra wird zur Stär­kung einer infor­mier­ten, akti­ven und ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ten Bür­ger­schaft beitragen".

See­pferd­chen in der Ria For­mo­sa ausgesetzt

For­scher des Zen­trums für Mee­res­wis­sen­schaf­ten (CCMAR) der Uni­ver­si­tät der Algar­ve (UAlg) haben jetzt 60 See­pferd­chen in der Ria For­mo­sa aus­ge­setzt. Die Tie­re wur­den in einem der bei­den kürz­lich ein­ge­rich­te­ten Schutz­ge­bie­te in der Ria zwi­schen Faro und Olhão frei­ge­las­sen, wo künst­li­che Struk­tu­ren errich­tet wur­den, um ihren natür­li­chen Lebens­raum nach­zu­bil­den. Die See­pferd­chen wur­den in den Becken der Mee­res­sta­ti­on von Ramal­he­te in Faro auf­ge­zo­gen. Noch im Jahr 2001 beher­berg­te die Ria For­mo­sa mit rund zwei Mil­lio­nen Exem­pla­ren die größ­te See­pferd­chen­ge­mein­schaft der Welt. Seit­her ist nach Anga­ben der Mee­res­for­scher die Popu­la­ti­on um 95 Pro­zent zurück­ge­gan­gen. Die Grün­de dafür sind Fak­to­ren wie Umwelt­ver­än­de­run­gen, Zer­stö­rung der See­gras­wie­sen, ille­ga­le Fische­rei und über­mä­ßi­ger Bootsverkehr.

Prei­se für Bacal­hau steigen

Der Preis für Bacal­hau, Leib- und Magen­spei­se der meis­ten Por­tu­gie­sen, soll in den nächs­ten Tagen um etwa 20 Pro­zent stei­gen, was zusätz­lich zu den 10 Pro­zent, die er bereits seit August zuge­legt hat, bedeu­tet, dass die tra­di­tio­nel­le Weih­nachts­spei­se etwa 30 Pro­zent teu­rer sein wird als 2020. Grün­de sind die gestie­ge­nen Kraft­stoff­kos­ten und Lie­fer­schwie­rig­kei­ten auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie. Außer­dem konn­ten 25 % der geneh­mi­gen Fang-Quo­te nicht aus­ge­schöpft wer­den. Aus Angst vor Ver­sor­gungs­eng­päs­sen hat ein gro­ßer Impor­teur kürz­lich ein Schiff gechar­tert, um 2.000 Ton­nen getrock­ne­ten Kabel­jau aus Nor­we­gen zu einzuführen.

Nach­rich­ten aus Poli­zei und Justiz

Faro: 1,5 Kilo Koka­in am Flug­ha­fen beschlagnahmt

Der Zoll hat am 12. Novem­ber am Flug­ha­fen Faro in einem Gepäck­stück 1,5 Kilo­gramm Koka­in ent­deckt. Der Kof­fer gehör­te einem Rei­sen­den aus Bra­si­li­en. Bereits in den Woche zuvor hat­te der Zoll auf den Flug­hä­fen von Lis­sa­bon und Por­to eine Rei­he von in Kof­fern ver­steck­ten Koka­in­men­gen aus Bra­si­li­en beschlagnahmt.

Lagos: Ver­haf­tung wegen häus­li­cher Gewalt

Die Poli­zei hat am 12. Novem­ber einen 45-jäh­ri­gen Mann wegen häus­li­cher Gewalt fest­ge­nom­men. Der Ver­däch­ti­ge soll sei­ne 41-jäh­ri­ge Lebens­ge­fähr­tin im Bei­sein ihrer gemein­sa­men Kin­der oder an ihrem Arbeits­platz ange­grif­fen und mit dem Tod bedroht haben.

Mon­te Gordo: Fest­nah­men wegen Cannabisanbaus

Bei einer Stra­ßen­kon­trol­le ent­deck­te die Poli­zei auf dem Rück­sitz eines Fahr­zeugs zwei Can­na­bis­pflan­zen. Fah­rer und Bei­fah­rer (23 und 27 Jah­re) wur­den wegen Anbaus von Betäu­bungs­mit­teln fest­ge­nom­men, das Auto beschlagnahmt.

Por­ti­mão: U‑Haft wegen Drogenhandels

Am 18. Novem­ber wur­de die Poli­zei zu einem angeb­li­chen Streit in eine Pri­vat­woh­nung geru­fen. Im Rah­men ihrer Ermitt­lun­gen fan­den die Beam­ten 680 Dosen Haschisch, eine Prä­zi­si­ons­waa­ge und 220 Euro. Ein Mann wur­de wegen Ver­dachts auf gewerbs­mä­ßi­gen Dro­gen­han­dels in U‑Haft genommen.

Mon­chi­que: Ehe­paar angeklagt

Die Poli­zei hat in Mon­chi­que Por­ti­mão nach 4‑wöchigen Ermitt­lun­gen einen 21-jäh­ri­gen Mann und eine 22-jäh­ri­ge Frau wegen Dro­gen­han­dels und ille­ga­len Waf­fen­be­sit­zes ange­klagt. Bei einer Haus- und Fahr­zeug­durch­su­chung 5 Can­na­bis­pflan­zen, 1.037 Can­na­bissa­men, 2 Dosen Haschisch, 2 Prä­zi­si­ons­waa­gen, 1 Schrot­flin­te ohne gül­ti­ge Papie­re und 60 Schuss Muni­ti­on ver­schie­de­ner Kali­ber beschlagnahmt.

Vila do Bis­po – Akti­on gegen ille­ga­les Camping

Die Poli­zei hat am 16. Novem­ber eine Kon­troll­ak­ti­on durch­ge­führt, die sich gegen ille­ga­les Cam­ping von Wohn­mo­bi­len im Par­que Natu­ral do Sudoes­te Alen­te­ja­no e Cos­ta Vicen­ti­na rich­te­te. Dabei wur­den 51 Ver­stö­ße fest­ge­stellt, acht wegen wil­den Cam­pens und Wohn­mo­bil­ab­stel­lens auf nicht geneh­mig­ten Plät­zen und 43 wegen Ver­stö­ßen gegen Park- und Übernachtungsverbote.

Susanne Tenzler-Heusler
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Susanne Tenzler-Heusler

Reise-Fan, Kommunikatorin mit großer Neugierde an Menschen, Natur und Gesellschaft - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaberin