Algarve News: 05. bis 11. Juli 2021


Mach mit: Tei­le die­sen Bei­trag mit Freun­den!

Algar­ve News und Por­tu­gal News aus KW 27/2021: Covid-19: Erst tes­ten, dann essen | Covid-19: Erleich­te­run­gen ab Sep­tem­ber? | Lou­lé: Schu­lung für Lebens­ret­ter | Sag­res: Vögel  beob­ach­ten im Okto­ber | Neue Pou­sa­da in Vila Real de San­to Antó­nio | Export­boom für Por­tu­gals Wei­ne | Nach­rich­ten aus Poli­zei und Jus­tiz – unser Wochen­rück­blick mit inter­es­san­ten Nach­rich­ten!

  • Por­tu­gal-Tou­ris­mus: McK­in­sey sieht 600.000 Arbeits­plät­ze in Gefahr :Portugal-Tourismus: McKinsey sieht 600.000 Arbeitsplätze in Gefahr
    Ein aktu­el­ler Report der inter­na­tio­na­len Unter­neh­mens­be­ra­tung McK­in­sey skiz­ziert düs­te­re Aus­sich­ten für Por­tu­gals Tou­ris­mus­wirt­schaft in den nächs­ten Jah­ren. Die Ana­lys­ten rech­nen mit einer Erho­lung des aus­län­di­schen Tou­ris­mus nicht vor 2024–2025. Schlim­mer noch: Aktu­el­le Sze­na­ri­en las­sen befürch­ten, dass Por­tu­gal zwi­schen 2020 und 2023 ins­ge­samt Ein­nah­men in Höhe von 60 Mil­li­ar­den Euro ver­lie­ren könn­te, die­ser Betrag ent­spricht 26% …

 

Covid-19: Erst testen, dann essen

Lou­lé und Alb­ufei­ra sind mit 1.122 bzw. 1.161 Fäl­len (Stand 10.7.) pro 100.000 Ein­woh­ner laut offi­zi­el­len Anga­ben die bei­den Gemein­den mit der höchs­ten Inzi­denz im Land. Sie gehö­ren zu den jetzt 60 Land­krei­sen mit "hohem Risi­ko" und "sehr hohem Risi­ko" einer Covid-19-Über­tra­gung. 34 Land­krei­se ste­hen unter ver­schärf­ter Beob­ach­tung und müs­sen in der nächs­ten Woche mit schär­fe­ren Ein­schrän­kun­gen rech­nen. Ins­ge­samt lie­gen damit ein Drit­tel aller por­tu­gie­si­schen Gemein­den über den nach ihrer Bevöl­ke­rungs­dich­te fest­ge­leg­ten Grenz­wer­ten.

Nach ihrer Risi­ko­ein­schät­zung am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag hat die por­tu­gie­si­sche Regie­rung den Kata­stro­phen­zu­stand (Estado do Cala­mi­dade) bis 25. Juli ver­län­gert und wei­te­re Maß­nah­men (gül­tig ab 10. Juli) zur Bekämp­fung der Pan­de­mie fest­ge­legt.

Neu: In den 60 betrof­fe­nen Land­krei­sen muss jetzt bei einem Restau­rant­be­such das digi­ta­le Covid-19-Zer­ti­fi­kat oder ein nega­ti­ver Test vor­ge­legt wer­den. Das gilt nur für den Zutritt zu den Innen­räu­men und jeweils ab Frei­tag 19:00 Uhr und sams­tags, sonn­tags und an Fei­er­ta­gen. Cafés und Pas­tel­ari­as sind davon aus­ge­nom­men, solan­ge sie kei­ne Gerich­te anbie­ten. Dar­über hin­aus ist auch für den Zugang zu tou­ris­ti­schen Ein­rich­tun­gen und loka­len Unter­künf­ten das digi­ta­le Covid-19-Zer­ti­fi­kat oder ein nega­ti­ver Test von­nö­ten.

Fol­gen­de Tests wer­den akzep­tiert: PCR-Test (72 Stun­den), Anti­gen­test mit Labor­be­richt (48 Stun­den) und Anti­gen-Schnell­test. Die­ser Test muss von einem Apo­the­ker­so­der einem Ange­hö­ri­gen eines Gesund­heits­be­rufs gemacht wer­den und bestä­tigt wer­den. Mög­lich ist auch ein Anti­gen-Schnell­test vor Ort, unter Auf­sicht der dort ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen. Kin­der unter 12 sind von der Test­pflicht befreit.

Algar­ve-Land­krei­se mit „sehr hohem Risi­ko“: Alb­ufei­ra, Faro, Lagos, Lou­lé, Olhão, São Brás de Alpor­tel, Sil­ves.

Algar­ve-Land­krei­se mit „hohem Risi­ko“: Lagoa, Por­ti­mão

Algar­ve-Land­krei­se im „Alarm­zu­stand“: Cas­tro Marim, Mon­chi­que, Tavi­ra, Vila do Bis­po, Vila Real de San­to Antó­nio

Alle Infos rund um die neu­en Maß­nah­men ste­hen hier und auf Deutsch wun­der­bar auf­be­rei­tet auf Portugalforum.de.

 

Covid-19: Erleichterungen ab September?

Die Gene­ral­di­rek­to­rin für Gesund­heit Gra­ça Frei­tas (Foto) geht davon aus, dass es ab Sep­tem­ber mög­lich sein wird, die Beschrän­kun­gen auf­zu­he­ben und mit Covid-19 leben zu ler­nen, vor­aus­ge­setzt, dass bis dahin 70 Pro­zent der berech­tig­ten Bevöl­ke­rung voll­stän­dig geimpft sein wer­den. In einem Inter­view mit TSF und Jornal de Notí­ci­as erklär­te sie, dass das Land eine "exzel­len­te Impf­ra­te" habe und pro­gnos­ti­zier­te, dass "Anfang Sep­tem­ber etwa 80 Pro­zent der berech­tig­ten Bevöl­ke­rung die ers­te Dosis erhal­ten haben wer­den und 70 Pro­zent zwei Dosen". Trotz Del­ta-Vari­an­te ver­hie­ße das „bereits ein ziem­lich gutes Maß an Immu­ni­tät“. Trotz allem Opti­mis­mus warn­te sie: "Von Zeit zu Zeit wer­den wir den Hahn zudre­hen müs­sen, denn das Virus ist in der Lage, sich wei­ter aus­zu­brei­ten

 

Loulé: Pilotprojekt zur Lebensrettung

Ein Pilot­pro­jekt schult der­zeit Tau­sen­de von Ein­woh­nern in Lou­lé im Umgang mit einem Defi­bril­la­tor mit dem Ziel, die Über­le­bens­chan­cen von Men­schen mit Herz­in­fark­ten in der Gemein­de zu ver­bes­sern. Das Pro­jekt, das vom Algar­ve Bio­me­di­cal Cent­re (ABC) und dem Natio­nal Medi­cal Emer­gen­cy Insti­tu­te (INEM) mit Hil­fe der Stadt­ver­wal­tung von Lou­lé ent­wi­ckelt wur­de, hat bereits 1.700 Men­schen dar­in geschult, "auto­ma­ti­sche exter­ne Defi­bril­la­to­ren zu benut­zen und grund­le­gen­de lebens­er­hal­ten­de Maß­nah­men adäquat durch­zu­füh­ren." Eigens für das Pro­jekt wird eine digi­ta­le App und eine Online-Platt­form erstellt, die Infor­ma­tio­nen dar­über ent­hält, wo sich jeder geschul­te Bür­ger befin­det. So kön­nen die Behör­den den­je­ni­gen zu Hil­fe rufen, der dem Opfer gera­de am nächs­ten ist. Der Plan sieht vor, dass der Bür­ger dem Opfer hilft, bis medi­zi­ni­sche Not­fall­teams ein­tref­fen.

Wie der Prä­si­dent von ABC Nuno Mar­ques mit­teil­te, "sind die ers­ten Minu­ten bei einem Herz­still­stand ent­schei­dend. Jähr­lich gibt es 1.500 Fäl­le von plötz­li­chem Herz­tod, was bedeu­tet, dass wir bei einer Erfolgs­ra­te von 10% 150 Men­schen pro Jahr ret­ten wer­den. Bei einer Erfolgs­ra­te von 20% sind das schon 300. Bis zum Abschluss des Pro­jek­tes in zwei Mona­ten sol­len 5.000 Men­schen geschult sein. Außer­dem wur­den im Gemein­de­ge­biet Sechs­und­fünf­zig Defi­bril­la­to­ren instal­liert, vor allem in schwer erreich­ba­ren Regio­nen. Wei­te­re 70 sol­len dem­nächst fol­gen.

 

Sagres: Spektakel mit Vögeln

Vom 1. bis 5. Okto­ber fin­det in Sag­res die 12. Aus­ga­be des Fes­ti­vals für Vogel­be­ob­ach­tung und Natur­ak­ti­vi­tä­ten statt, die größ­te Natur- und Vogel­ver­an­stal­tung Por­tu­gals. Im Okto­ber über­flie­gen Tau­sen­de von Vögeln die Algar­ve auf dem Weg in ihre Win­ter­quar­tie­re in Afri­ka. Laut der Pres­se­mit­tei­lung der Stadt­ver­wal­tung von Vila do Bis­po bie­tet das Fes­ti­val fünf Tage lang Akti­vi­tä­ten für jeden Geschmack. Von der Vogel­be­ob­ach­tung an Land und auf dem Meer bis hin zur Beringung bie­tet es eine Viel­zahl von Mög­lich­kei­ten für Natur­lieb­ha­ber zu ent­de­cken, dass die Algar­ve viel mehr ist als nur Strand. Auch für Fami­li­en und Freun­de von Vogel­be­ob­ach­tern gibt es ein reich­hal­ti­ges Ange­bot, z. B. Spa­zier­gän­ge, Wan­de­run­gen und Vor­trä­ge. Das Pro­gramm steht ab dem 10. August unter www.birdwatchingsagres.com zur Ver­fü­gung. Die Ver­an­stal­tung wird wie­der von der Stadt­ver­wal­tung Vila do Bis­po in Zusam­men­ar­beit mit der Por­tu­gie­si­schen Gesell­schaft für das Stu­di­um der Vögel (SPEA) und dem Ver­ein Almar­gem orga­ni­siert.

 

Vila Real de Santo António: Pestana eröffnet Pousada

Die por­tu­gie­si­sche Hotel­grup­pe Pesta­na hat Anfang Juli Woche ihre neue 'Pou­sa­da de Por­tu­gal' im Zen­trum von Vila Real de San­to Antó­nio eröff­net. Die vier his­to­ri­schen Gebäu­de aus dem 18. Jahr­hun­dert am Mar­quês do Pom­bal-Platz wur­den für 3 Mil­lio­nen kom­plett saniert. Das Hotel ver­fügt über 57 Zim­mer, drei Pools, eine Bar und ein Restau­rant, das auch für die Öffent­lich­keit zugäng­lich ist. Mit Clas­sic, Supe­ri­or, Supe­ri­or Fami­ly, Juni­or Suite und Suite ste­he fünf hoch­wer­ti­ge Zim­mer­ka­te­go­rien zur Wahl.

Exportboom für Portugals Weine

Die Wein­ex­por­te Por­tu­gals sind in den ers­ten fünf Mona­ten des Jah­res um 20,3 % gestie­gen. Ins­ge­samt ver­kauf­te die Bran­che von Janu­ar bis Mai mehr als 133 Mil­lio­nen Liter im Wert von 360,3 Mil­lio­nen Euro ins Aus­land. Das sind 60,7 Mil­lio­nen Euro mehr als im glei­chen Zeit­raum des Jah­res 2020. "Noch nie sind die Wein­ex­por­te so stark gewach­sen, das sind fan­tas­ti­sche Zah­len", sagt der Prä­si­dent von Vini­Por­tu­gal, Fre­der­i­co Fal­cão. Das durch­schnitt­li­che Wachs­tum der Wein­ex­por­te lag in den letz­ten zehn Jah­ren bei etwa 3,3 % pro Jahr. "Wäh­rend der Pan­de­mie ist es Por­tu­gal gelun­gen, sich auf den inter­na­tio­na­len Märk­ten stär­ker zu pro­fi­lie­ren.“ Die fünf wich­tigs­ten fünf Ziel­märk­te sind aktu­ell die USA, Frank­reich, Bra­si­li­en, Deutsch­land und die Nie­der­lan­de. Zu den gefrag­tes­ten Wein­sor­ten gehö­ren Port­wein und Vin­ho Ver­de.

 

Nachrichten aus Polizei und Justiz

Ria Formosa: 1,3 Tonnen Haschisch entdeckt

Die Poli­zei­be­hör­den haben am 5. Juli in einem Mün­dungs­ge­biet der Ria For­mo­sa 40 „her­ren­lo­se“ Haschisch­bal­len ent­deckt. Die Poli­zei ver­mu­tet, dass sie dort aus Angst vor einer Kon­trol­le zurück­ge­las­sen wor­den waren. Die Küs­ten­wa­che hat­te kurz zuvor zwei ver­däch­ti­ge Boo­te ent­deckt. Das Rausch­gift hat einen geschätz­ten Gesamt­wert von 2,5 Mil­lio­nen Euro.

Olhão: Teuere Thunfische

Die Poli­zei hat am 6. Juli in Olhão zwei Blau­f­los­sen-Thun­fi­sche mit einem Gewicht von etwa 450 Kilo und einem geschätz­ten Wert von 8.700 Euro beschlag­nahmt. Wäh­rend einer Poli­zei­ak­ti­on hat­ten die Behör­den zwei Fischer­boo­te ent­deckt, die kei­ne Lizenz für den Fang die­ser Fisch­art vor­wei­sen konn­ten. Laut Poli­zei "unter­liegt der Fang von Exem­pla­ren die­ser Art bestimm­ten gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen, um die lang­fris­ti­ge öko­lo­gi­sche, wirt­schaft­li­che und sozia­le Nach­hal­tig­keit der Fische­rei auf der Grund­la­ge der ver­füg­ba­ren wis­sen­schaft­li­chen Daten zu gewähr­leis­ten, und der Fang ohne Geneh­mi­gung wird als sehr schwe­res Ver­ge­hen betrach­tet, das mit einer Geld­stra­fe von bis zu 50 Tau­send Euro geahn­det wird". Der beschlag­nahm­te Fisch wur­de anschlie­ßend für wohl­tä­ti­ge Zwe­cke gespen­det.

Faro: 14 Jahre für Entführung und Vergewaltigung

Der Luso-Kana­di­er Donald Fer­nan­des (36) wur­de jetzt vor einem Gericht in Faro wegen zwei­fa­cher schwe­rer Ent­füh­rung, sechs­fa­cher Ver­ge­wal­ti­gung, zwei­fa­cher schwe­rer Bedro­hung und zwei­fa­cher Ver­let­zung der kör­per­li­chen Unver­sehrt­heit zu einer Gefäng­nis­stra­fe von 14 Jah­ren ver­ur­teilt. Der Delin­quent hat­te im Mai und Juni 2019 zwei Frau­en aus Bra­si­li­en und Groß­bri­tan­ni­en an der Algar­ve ent­führt, in einer Vil­la in Boli­quei­me (Lou­lé) fest­ge­hal­ten, ver­ge­wal­tigt und mit dem Tod bedroht.

Silves: Mord im Wohnmobil?

Poli­zei und Feu­er­wehr haben ver­gan­ge­ne Woche in einem aus­ge­brann­ten Wohn­mo­bil in Sítio do Cal­vos, in São Bar­to­lo­meu de Mes­si­nes (Sil­ves) die ver­kohl­te Lei­che einer 50–60jährigen Frau gefun­den. Schon kur­ze zeit spä­ter ver­haf­te­te die Kri­mi­nal­po­li­zei einen 53-jäh­ri­ger Mann – Natio­na­li­tät unbe­kannt -, der im "drin­gen­den Ver­dacht" steht, für den Tod der Frau, ver­mut­lich sei­ne Lebens­ge­fähr­tin, ver­ant­wort­lich zu sein. Nach Anga­ben der Poli­zei war das Opfer schon vor dem Brand tot. Laut Medi­en­be­rich­ten gibt es außer­dem einen Zeu­gen, der gese­hen haben will, dass der Ver­däch­ti­ge " das Opfer in das Fahr­zeug leg­te und es dann anzün­de­te".

Faro: Vandalen gefasst

Die Poli­zei hat am 9. Juli einen Mann und zwei Frau­en (18, 19 bzw. 21 Jah­re alt) wegen schwe­rer Sach­be­schä­di­gung fest­ge­nom­men. Die Ver­däch­ti­gen hat­ten in der Nähe des Algar­ve-Sta­di­ons meh­re­re Boden­schwel­len zur Geschwin­dig­keits­re­du­zie­rung demon­tiert und zer­stört. Bei der Durch­su­chung ihres Autos wur­den die Boden­schwel­len sowie ent­spre­chen­de Werk­zeu­ge sicher­ge­stellt.

 

 

 

 

Susanne Tenzler-Heusler

Reise-Fan, Kommunikatorin mit großer Neugierde an Menschen, Natur und Gesellschaft - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaberin