Algarve News: 28. Dezember 2020 bis 03. Januar 2021


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Algar­ve News und Por­tu­gal News aus KW 53/2020: Covid-19: Mas­ken­pflicht ver­län­gert | Por­tu­gal ist jetzt EU-Chef | Algar­ve-Tou­ris­mus in der Kri­se | Faro: Kampf gegen Kip­pen | Algar­ve-Kul­tur im Janu­ar | 260.000 Com­pu­ter für Schu­len | Erneu­er­ba­re Ener­gien: Por­tu­gal vorn dabei | In eige­ner Sache: Soli­da­ri­tät ist gefragt | Nach­rich­ten aus Poli­zei und Jus­tiz – unser Wochen­rück­blick mit inter­es­san­ten Nach­rich­ten!

  • Covid-19: Imp­fung an der Algar­ve beginnt mor­gen :Covid-19: Impfung an der Algarve beginnt morgen
    Mor­gen, 28. Dezem­ber, beginnt auch an der Algar­ve die Impf­ak­ti­on gegen Covid-19. Wie die Lei­tung des Cen­tro Hos­pi­ta­l­ar Uni­ver­si­tá­rio do Algar­ve (CHUA) mit­teil­te, sol­len zunächst medi­zi­ni­sche Fach­kräf­te und Kran­ken­haus­pa­ti­en­ten in Faro, Por­ti­mão and Lagos geimpft wer­den. Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag war die natio­na­le Impf­kam­pa­gne in Por­to gestar­tet wor­den. Bis April 2021 sol­len in der ers­ten Impf­pha­se …
  • Frü­her war mehr Sil­ves­ter :Früher war mehr Silvester
    Der Him­mel über der Algar­ve wird am heu­ti­gen Sil­ves­ter­abend wohl eher dun­kel blei­ben. Den Locke­run­gen zu Weih­nach­ten fol­gen jetzt här­te­re Restrik­tio­nen zum Jah­res­wech­sel. Ziel sei es, so die por­tu­gie­si­sche Regie­rung, zu ver­hin­dern, dass sich das "erhöh­te Risi­ko der Weih­nachts­fei­ern zu einem expo­nen­ti­el­len Wachs­tum der Covid-19-Über­­­tra­­gung aus­wei­tet“.

Covid-19: Maskenpflicht verlängert

Por­tu­gals Prä­si­dent will den aktu­el­len Aus­nah­me­zu­stand, der noch bis 7. Janu­ar gilt, um zunächst wei­te­re acht Tage aus­wei­ten. Für die übli­che Ver­län­ge­rung um 15 Tage lägen auf Grund der Fei­er­ta­ge nicht aus­rei­chen Daten vor. Am 12. Janu­ar soll dann bei einem Tref­fen mit Gesund­heits­ex­per­ten das wei­te­re Vor­ge­hen beschlos­sen wer­den.


Unter­des­sen hat die Regie­rung die Mas­ken­pflicht in der Öffent­lich­keit um 90 Tage ver­län­gert. Das heißt kon­kret, die Ver­wen­dung einer Mas­ke ist für Per­so­nen ab 10 Jah­ren für den Zugang, den Ver­kehr oder den Auf­ent­halt in öffent­li­chen Räu­men und Stra­ßen obli­ga­to­risch, wenn sich der von den Gesund­heits­be­hör­den emp­foh­le­ne Abstand als unprak­tisch erweist.

 

Portugal hat die EU-Ratspräsidentschaft übernommen

Typisch Por­tu­gal: Mit einem Fado-Kon­zert der Extra­klas­se im Lis­sa­bo­ner Cen­tro de Cul­tu­ral de Belém (CCB) wird das Land am kom­men­den Diens­tag die Über­nah­me der por­tu­gie­si­schen EU-Rats­prä­si­dent­schaft bege­hen. Ein umfang­rei­ches Pro­gramm aus Aus­stel­lun­gen, Kon­zer­ten, Fil­men und Thea­ter­stü­cken in Brüs­sel will in den nächs­ten sechs Mona­ten den Mit­glie­dern der Euro­päi­schen Uni­on die Viel­falt der por­tu­gie­si­schen Kul­tur nahe­brin­gen.
Als Mot­to der nach 1992, 2000 und 2007 vier­ten por­tu­gie­si­sche EU-Rats­prä­si­dent­schaft vom 1. Janu­ar bis 30. Juni hat sich Por­tu­gal „Zeit zu han­deln“ aus­ge­sucht. Zu den wich­tigs­ten Auf­ga­ben der por­tu­gie­si­schen Rats­prä­si­dent­schaft gehö­ren die Koor­di­na­ti­on des immensen EU-Coro­na-Hilfs­pa­ke­tes im Umfang von 750 Mil­li­ar­den Euro und der euro­pa­wei­te Coro­na-Impf­kam­pa­gne. Ganz oben auf die Agen­da hat der por­tu­gie­si­sche Vor­sitz auch die euro­päi­sche Sozi­al­po­li­tik gesetzt. Auf einem Sozi­al­gip­fel in Por­to im Mai sol­len die Mit­glieds­staa­ten Schlüs­se aus der Coro­na-Pan­de­mie zie­hen und die sozia­len Rech­te der Euro­päe­rin­nen und Euro­pä­er wei­ter aus­bau­en. Außer­den ste­hen die The­men Kli­ma­wan­del und Digi­ta­li­sie­rung im Fokus der por­tu­gie­si­schen EU-Akti­vi­tä­ten.
Das deckt sich mit den natio­na­len Her­aus­for­de­run­gen, die Pre­mier­mi­nis­ter Antó­nio Cos­ta (Foto) in sei­ner Neu­jahrs­bot­schaft for­mu­lier­te. Auch hier ste­hen die rasche Been­di­gung der lan­des­wei­ten Imp­fun­gen, „um die ersehn­te Her­denim­mu­ni­tät zu errei­che" sowie die Wie­der­be­le­bung der Wirt­schaft an ers­ter Stel­le. Bis­her hat die Regie­rung 21 Mil­li­ar­den für die Unter­stüt­zung von Wirt­schaft und Arbeits­markt bereit­ge­stellt.
"Unse­re Stra­te­gie ant­wor­tet auf die Dring­lich­keit, die Wirt­schaft wie­der­zu­be­le­ben", sag­te Cos­ta und betont, dass aber "rie­si­ge stra­te­gi­sche Her­aus­for­de­run­gen" vor dem Land lie­gen, nicht zuletzt, weil die Pan­de­mie "dra­ma­ti­sche Situa­tio­nen von Armut und Ungleich­heit geschaf­fen hat". Das Land befin­de sich "an einem ent­schei­den­den Wen­de­punkt", aber es wer­de den gan­zen Weg berg­auf gehen, deu­te­te der Pre­mier­mi­nis­ter an.

Foto: EU-Par­la­ment

Algarve-Tourismus in der Krise

Thomas Cook-Touristen laut Verband nicht in Algarve-Hotels festgehaltenDie ein­schnei­den­den Restrik­tio­nen zum Jah­res­wech­sel haben dem Hotel­sek­tor an der Algar­ve den Rest gege­ben. „Die Maß­nah­men der Regie­rung haben dem Sil­ves­ter­abend, wie man ihn bis­her kann­te, den Gar­aus gemacht“, erklär­te Eli­dé­ri­co Vie­gas, Chef des Hotel­ver­ban­des AHETA. Nach sei­nen Anga­ben waren zum Jah­res­wech­sel 400 offi­zi­ell klas­si­fi­zier­ten Hotels ledig­lich 80 geöff­net, fast alle davon mit nur weni­gen Gäs­ten.
Das Jahr 2020 hat dem Sek­tor im Grun­de Ver­lus­te von rund 800 Mil­lio­nen Euro beschert, rech­net AHETA vor – und die kom­men­den Mona­te sehen düs­ter aus. In der Coro­na-Bilanz ste­hen für die gebeu­tel­te Bran­che Ver­lus­te in Höhe von 800 Mil­lio­nen Euro, zahl­rei­che Ent­las­sun­gen und die wenig tröst­li­che Aus­sicht auf voll­stän­di­ge Erho­lung in vier bis fünf Jah­ren.
Ähn­lich dras­tisch schät­ze vor kur­zem Por­tu­gals Staats­se­kre­tä­rin für Tou­ris­mus Rita Mar­ques für das gan­ze Land ein. Nach ihrer Ana­ly­se wur­de der Tou­ris­mus in Por­tu­gal auf Grund der Covid-19-Pan­de­mie um 10 Jah­re zurück­ge­wor­fen. Sie bezif­fert die Ein­nah­men­ver­lus­te der Bran­che auf rund 7.7 Mil­li­ar­den Euro, das ist ein Ein­bruch von 56 Pro­zent gegenüber2019. Sie rech­net aber mit einer deut­li­chen Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on schon für 2023. Mit bis zu 900 Mil­lio­nen Euro wol­le man die Bran­che unter­stüt­zen.

 

Faro: Kampf gegen die Kippen

Der Gemein­de­ver­band (União das Fre­gue­si­as de Faro) von Faro hat jetzt ange­kün­digt im Stadt­ge­biet und eini­gen Gemein­den zusätz­li­che öffent­li­che Aschen­be­cher auf­zu­stel­len, um die Anzahl der Kip­pen auf den Stra­ßen und Geh­we­gen der Stadt zu mini­mie­ren. Die "Ziga­ret­ten­kip­pen sind einer der Haupt­ver­ur­sa­cher von Schmutz in den Stra­ßen", betont der Ver­band und ver­weist auf die Tat­sa­che, dass in Por­tu­gal schät­zungs­wei­se sie­ben­tau­send Kip­pen pro Minu­te auf den Boden gewor­fen wer­den. Bru­no Lage, Prä­si­dent der "União das Fre­gue­si­as de Faro" dazu: "Das ist für eine Gesell­schaft, die nach­hal­ti­ger und umwelt­scho­nen­der sein will, inak­zep­ta­bel". Lage wei­ter: „Es kann bis zu 10 Jah­re dau­ern, bis sich Ziga­ret­ten­stum­mel zer­set­zen – und wäh­rend die­ses Pro­zes­ses set­zen sie mehr als 4.000 che­mi­sche Sub­stan­zen frei, die am Ende den Boden unse­rer Städ­te, Böden und Gewäs­ser ver­seu­chen.“
Seit Anfang Sep­tem­ber 2020 wer­den Ziga­ret­ten laut Gesetz als Sied­lungs­ab­fall behan­delt und daher ist es ver­bo­ten, sie "im öffent­li­chen Raum zu ent­sor­gen", es dro­hen Geld­stra­fen bis zu 250 Euro.

 

Algarve: Kultur und Events im Januar 2021

Er ist nicht ganz so umfang­reich wie gewohnt, aber der aktu­el­le Ver­an­stal­tungs­ka­len­der der Algar­ve für Janu­ar 201 umfasst den­noch vie­le inter­es­san­te Events, Aus­stel­lun­gen, Kon­zer­te, Film­pro­gramm und sport­li­che Events. Down­load hier.

 

Portugal: 260.000 Computer für Schulen

Die por­tu­gie­si­sche Regie­rung setzt ihre Digi­ta­li­sie­rungs­of­fen­si­ve für das Bil­dungs­sys­tem fort. Minis­ter Tia­go Bran­dão Rodri­gues kün­dig­te am Jah­res­en­de den Kauf von wei­te­ren 260.000 Com­pu­tern für die Schu­len im Land an. Bereits im Novem­ber war die Ver­tei­lung von 100.000 Gerä­ten abge­schlos­sen wor­den. „Das ist die größ­te digi­ta­le Umstel­lungs­ak­ti­on, die jemals in unse­rem Bil­dungs­sys­tem statt­ge­fun­den hat. Die Pan­de­mie beschleu­nigt den gan­zen Pro­zess ", sag­te der Minis­ter.

Foto: ppl­wa­re

 

Erneuerbare Energien: Portugal an der Spitze

Wenn es um die Nut­zung erneu­er­ba­rer Ener­gien geht, ist Por­tu­gal immer ganz vorn zu fin­den. Nach Anga­ben der euro­päi­schen Sta­tis­tik­be­hör­de Euro­stat sind 41 % der in Por­tu­gal für Hei­zung und Küh­lung ver­wen­de­ten Ener­gie bereits erneu­er­bar. Bes­ser machen es nur Schwe­den (66,1 %), Lett­land (57,8 %), Finn­land (57,5 %) und Est­land (52,3 %). Zwi­schen 2004 und 2019 hat sich der Anteil von Ener­gie aus erneu­er­ba­ren Quel­len für Hei­zung und Küh­lung (Haus­hal­te, Indus­trie­pro­zes­se, Kran­ken­häu­ser, Schu­len usw.) in der EU fast ver­dop­pelt, von 11,7 % auf 22,1 %. Schluss­lich­ter sind Irland (6,3 %), die Nie­der­lan­de (7,1 %), Bel­gi­en (8,3 %) und Luxem­burg (8,7 %).

 

180 Personen zwischen Weihnachten und Silvester verhaftet

Zwi­schen 26. Dezem­ber 2020 und 3. Janu­ar 2021 hat die Polí­cia de Segu­ran­ça Púb­li­ca PSP die lan­des­wei­te Akti­on „Poli­zei immer dabei: Siche­re Feri­en 2020–2021" durch­ge­führt. Dabei wur­den auf Por­tu­gals Stra­ßen ins­ge­samt 14.000 Fahr­zeu­ge kon­trol­liert und 926 Fäl­le von über­höh­ter Geschwin­dig­keit sowie 122 Fäl­le von Fah­ren unter Alko­hol­ein­fluss fest­ge­stellt. 180 Per­so­nen wur­den ver­haf­tet – 62 wegen Fah­rens unter Alko­hol­ein­fluss, 45 wegen feh­len­der lega­ler Fahr­be­rech­ti­gung und neun wegen Dro­gen­han­dels. Außer­dem beschlag­nahm­tem die Beam­tem 650 Dosen Betäu­bungs­mit­tel.

 

In eigner Sache: Solidarität ist gefragt

In der Exis­tenz bedro­hen­den Lage und in der bedrü­cken­den Stim­mung, die seit Mona­ten unse­re Län­der und auch die gan­ze Welt befal­len hat, ist der Fokus der Poli­tik und auch der Men­schen, immer mehr auf sich selbst und das eige­ne Elend gerückt. Das ist nur zu ver­ständ­lich, aber wir dür­fen die vie­len Men­schen nicht ver­ges­sen, die ein noch schlim­me­res Los als wir gezo­gen haben, und zu Tau­sen­den am Ran­de des Exis­tenz­mi­ni­mums, in men­schen­un­wür­di­gen Lagern hau­sen, wie Moi­ra oder Vuç­jak, und auf die Chan­ce eines halb­wegs nor­ma­len Lebens war­ten, wie wir es alle gewohnt sind.

Foto: Obser­va­dor

Ich mei­ne, wir sind es, da wir alle Men­schen sind, die­sen vie­len unglück­lich Gestran­de­ten schul­dig, min­des­tens ein wenig Soli­da­ri­tät zu zei­gen und zu hel­fen. Da die­se Zei­tung, und auch die­ses Land, in dem wir alle leben dür­fen, für Soli­da­ri­tät, Offen­heit und Nächs­ten­lie­be steht, bit­ten wir sie einen klei­nen Bei­trag dafür zu leis­ten.
Sie fin­den hier Kon­takt­da­ten und Infor­ma­tio­nen zum Spen­den von Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on, die in vie­len Orten der Welt Groß­ar­ti­ges leis­tet. Bit­te spen­den sie, bit­te hel­fen sie, bit­te bewei­sen Sie, dass auch in Kri­sen­zei­ten, wie wir sie jetzt erle­ben, Mensch­lich­keit und Empa­thie nicht im Meer der Ego­zen­trik und des Frem­den­has­ses unter­ge­hen.

Dan­ke schön. Für die Redak­ti­on, Emma Tenz­ler

 

Susanne Tenzler-Heusler
Susanne Tenzler-Heusler

Susanne Tenzler-Heusler

Reise-Fan, Kommunikatorin mit großer Neugierde an Menschen, Natur und Gesellschaft - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaberin