Algarve News: 7. bis 13. September 2020


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Algar­ve News und Por­tu­gal News aus KW 37/2020: Covid-19: Neue Regeln zur Prä­ven­ti­on | Covid-19: Schnel­le Ein­greif­trup­pe | Eng­län­der müs­sen wie­der in Qua­ran­tä­ne | Regie­rung för­dert Haus­ei­gen­tü­mer | 100 Brand­stif­ter ver­haf­tet | Faro bekommt Video­über­wa­chung | Lee­re Kinos in Por­tu­gal | Nach­rich­ten aus Poli­zei und Jus­tiz – unser Wochen­rück­blick mit inter­es­san­ten Nach­rich­ten!

     

    Covid-19: Neue Regeln zur Prävention

    Algarve News zu Problemen in Krankenhäusern der AlgarvePor­tu­gal schal­tet bei der Bekämp­fung der Coro­na-Pan­de­mie wie­der einen Gang höher. Ab 15. Sep­tem­ber geht Fest­land-Por­tu­gal aus dem all­ge­mei­nen Alarm­zu­stand wie­der in den Not­fall­sta­tus (estado de con­tin­gen­cia) über. Hin­ter­grund ist, dass 2 Mil­lio­nen Schüler_innen wie­der in die Schu­len zurück­keh­ren, eben­so wie vie­le Arbeit­neh­mer aus dem Home­of­fice an ihre Arbeits­plät­ze. Auch die aktu­el­len Infek­ti­ons­zah­len mit aktu­ell 61 Fäl­len pro 100.000 Ein­woh­ner (Stand13.9.) geben Anlass zur Sor­ge, so Regie­rungs­ver­tre­ter. Gesund­heits­mi­nis­te­rin Mar­ta Tem­ido (Foto) kom­men­tier­te den sprung­haf­ten Anstieg so: „Dies ist der Moment der indi­vi­du­el­len und kol­lek­ti­ven Ver­ant­wor­tung". Auch Innen­mi­nis­ter Edu­ar­do Cab­ri­ta setzt auf "Bür­ger­sinn", wenn es dar­um geht die Pan­de­mie zu bekämp­fen. Doch ganz allein dar­auf will sich die Regie­rung nicht ver­las­sen und hat des­halb wei­te­re Ver­hal­tens­re­geln beschlos­sen. Neben den bis­her schon gel­ten­den all­ge­mei­nen Abstands- und Hygie­ne­re­geln gilt ab dem 15. Sep­tem­ber:

    • Ver­samm­lun­gen sind auf höchs­tens 10 Per­so­nen beschränkt
    • Kom­mer­zi­el­le Ein­rich­tun­gen und Betrie­be dür­fen nicht vor 10 Uhr öff­nen – mit Aus­nah­me von Geschäfts­zwei­gen, die wäh­rend des Lock­downs auch schon öff­nen durf­ten, z. B Super­märk­te, Zeit­schrif­ten­lä­den, Wäsche­rei­en, Apo­the­ken usw. Die Laden­schluss­zei­ten kön­nen von den Kom­mu­nen indi­vi­du­ell zwi­schen 20 und 23 Uhr fest­ge­legt wer­den
    • Gas­tro­no­mie-Berei­che in Ein­kaufs­zen­tren: Höchst­gren­ze 4 Per­so­nen pro Grup­pe. Das gilt auch für bis zu 300m von der Schu­le ent­fern­te Cafés, Restau­rants, Pas­tel­ari­as usw.
    • Ver­kaufs­ver­bot alko­ho­li­scher Geträn­ke an Tank­stel­len und ab 20.00 Uhr in allen Geschäf­ten (außer in Restau­rants)
    • Alko­hol­kon­sum­ver­bot auf öffent­li­chen Stra­ßen und Plät­zen

    Gro­ßes Ziel ist es, einen wei­te­ren lan­des­wei­ten Lock­down zu ver­mei­den. Pre­mier­mi­nis­ter Antó­nio Cos­ta hat hier eine „rote Linie“ gezo­gen und sagt: "Wir kön­nen weder zur Schlie­ßung von Schu­len noch zur Schlie­ßung der Wirt­schaft zurück­keh­ren, weil wir die bru­ta­len Aus­wir­kun­gen ken­nen, die sie auf die Beschäf­ti­gung, das Ein­kom­men und das Leben der Men­schen haben".

    Alle Maß­nah­men sind bei Safe Com­mu­nities in Eng­lisch nach­zu­le­sen.

    Foto: PAJ

     

    Covid-19: Schnelle Eingreiftruppe für Altersheime

    Mit so genann­ten Distrikt-Sofort­ein­satz­bri­ga­den (bri­ga­das dis­tri­ta­is de inter­ven­ção rápi­da) will die por­tu­gie­si­sche Regie­rung künf­tig die Bekämp­fung von Covid-19-Aus­brü­chen in Alters- und Pfle­ge­hei­men ver­bes­sen. Por­tu­gal­weit sind in ins­ge­samt 18 Teams mit 400 Mit­glie­dern geplant, die sich aus Ärz­ten, Kran­ken­schwes­tern und Dia­gno­se­tech­ni­kern zusam­men­set­zen. Ziel ist es, „bei einem Aus­bruch in einem Pfle­ge­heim sehr schnell zu han­deln, um eine mög­lichst früh­zei­ti­ge Dia­gno­se zu ermög­li­chen", erklär­te dazu Pre­mier­mi­nis­ter Anto­nio Cos­ta.

     

    Covid-19: Engländer müssen wieder in Quarantäne

    Das war ein kur­zes Ver­gnü­gen. Die bri­ti­sche Regie­rung hat Fest­land-Por­tu­gal nach nur 20 Tagen (Madei­ra und Azo­ren sind nicht betrof­fen) wie­der von der Lis­te der siche­ren Län­der gestri­chen. Nach Schot­ten und Wali­sern müs­sen nun seit dem 12. Sep­tem­ber auch eng­li­sche und nord­iri­sche Rück­keh­rer aus Por­tu­gal wie­der in 14-tägi­ge Qua­ran­tä­ne. Der bri­ti­sche Ver­kehrs­mi­nis­ter Grant Schapps begrün­de­te das mit den aktu­el­len Covid-19-Zah­len, die die von der bri­ti­schen Regie­rung fest­ge­leg­ten Schwel­le von 20 Fäl­len pro 100.000 Ein­woh­ner deut­lich über­stei­gen wür­de.

    Foto: AHETA

    Die bri­ti­sche Ent­schei­dung sei "eine tie­fe Ent­täu­schung" und eine "höchst schäd­li­che" Ent­schei­dung für die Wirt­schaft der Algar­ve und Por­tu­gals, sag­te dazu der Prä­si­dent des Hotel­ver­ban­des der Algar­ve AHETA Eli­dé­ri­co Vie­gas (Foto).
    Auch für João Fer­nan­des, Prä­si­dent von Turis­mo do Algar­ve, ist die bri­ti­sche Ent­schei­dung "ein gro­ßer Rück­schlag für die Aus­lands­nach­fra­ge der Algar­ve, da der Sep­tem­ber der Monat mit der größ­ten Nach­fra­ge sei­tens der Bri­ten ist und den Beginn der Hoch­sai­son für den Golf­sport mar­kiert".
    Antó­nio Pina, Prä­si­dent der inter­kom­mu­na­len Gemein­schaft der Algar­ve (AMAL), in der die 16 Gemein­den des Bezirks Faro zusam­men­ge­schlos­sen sind, ver­tritt die Ansicht, dass "die Zah­len in der Algar­ve nach wie vor akzep­ta­bel und nied­rig" sei­en, und bedau­er­te, dass es nicht mög­lich war, für die Regi­on eine Aus­nah­me­re­ge­lung zu schaf­fen.
    Auch Staats­prä­si­dent Mar­ce­lo fin­det deut­li­che Wor­te und beklag­te, dass die Strei­chung Por­tu­gals dem Land als Gan­zes scha­de und die Algar­ve zu Unrecht bestra­fe.

     

    Portugal: Regierung fördert Nachhaltigkeit von Gebäuden

    Die por­tu­gie­si­sche Regie­rung will Eigen­tü­mer bei der För­de­rung der Nach­hal­tig­keit von Gebäu­den unter­stüt­zen und hat ein ent­spre­chen­des För­der­pro­gramm in Höhe von 4,5 Mil­lio­nen Euro auf­ge­legt. Hau­ei­gen­tü­mer kön­nen sich dadurch 70 Pro­zent der Inves­ti­tio­nen zur Ver­bes­se­rung der Ener­gie- und Was­ser­ef­fi­zi­enz finan­zie­ren las­sen. Das Pro­gramm "Nach­hal­ti­ge­re Gebäu­de" läuft bis zum 31. Dezem­ber 2021 und sichert jedem Eigen­tü­mer einer Unter­stüt­zung von bis zu 15.000 € zu, mit einer Ober­gren­ze von 7.500 € pro Haus.
    Die Zie­le sind, so Umwelt­mi­nis­ter João Matos Fer­nan­des, die Ver­bes­se­rung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz, die Erhö­hung der Was­ser­ef­fi­zi­enz und die För­de­rung der Kreis­lauf­wirt­schaft in Gebäu­den. Geför­dert wer­den u.a. die Iso­lie­rung von Häu­sern durch Öko­ma­te­ria­li­en oder recy­cel­te Mate­ria­li­en oder der Kauf von Anla­gen zur Erzeu­gung erneu­er­ba­rer Ener­gie.

     

    Portugal: 100 Brandstifter verhaftet

    In die­sem Jahr wur­den in Por­tu­gal bis­lang rund 100 Per­so­nen wegen Brand­stif­tung ver­haf­tet, teil­te kürz­lich Innen­mi­nis­ter Edu­ar­do Cab­ri­ta mit. Anläss­lich eines Tref­fens mit der Natio­na­len Behör­de für Not­fäl­le und Kata­stro­phen­schutz (ANEPC) erklär­te Cab­ri­ta, dass die GNR davon 42 und die Kri­mi­nal­po­li­zei 59 Fest­nah­men vor­ge­nom­men habe. Die meis­ten Ver­däch­ti­gen sei­en in Unter­su­chungs­haft gekom­men oder unter Haus­ar­rest gestellt wor­den. Nach Anga­ben des Minis­ters wur­de bis dato etwa ein Drit­tel der Brän­de durch fahr­läs­si­ges Han­deln ver­ur­sacht, etwa beim Ein­satz von Maschi­nen in der Land­wirt­schaft. 23% gehen auf vor­sätz­li­che Brand­stif­tung zurück.

    Monchique-Waldbrand stellt Frage nach Verfügbarkeit von Lösch-Hubschraubern

     

    Faro: Videoüberwachung geplant

    Ab 2021 soll in der Algar­ve-Haupt­stadt ein Video­über­wa­chungs­sys­tem mit 59 Kame­ras für mehr Sicher­heit sor­gen. Das Pro­jekt mit einer Inves­ti­ti­on von vor­aus­sicht­lich 500.000 – 600.000 Euro wur­de jetzt regie­rungs­sei­tig geneh­migt. Im Stadt­zen­trum sind 47 Kame­ras vor­ge­se­hen, an den Haupt­stra­ßen 12. Zie­le sei­en, so die Ver­wal­tung "die Sicher­heit von Per­so­nen und öffent­li­chem oder pri­va­tem Eigen­tum zu schüt­zen, die Aus­übung von Straf­ta­ten zu ver­hin­dern, sowie Stra­ßen­ver­kehrs­de­lik­te zu ver­mei­den.“

     

     

    Leere Ränge in portugiesischen Kinos

    Die Kinos in Por­tu­gal kämp­fen wei­ter mit Coro­na. Im August 2020 kamen ledig­lich 276.000 Zuschau­er in die Film­thea­ter, 85,5 Pro­zent weni­ger als im glei­chen Zeit­raum 2019, teil­te das Insti­tut für Kino und Audio­vi­su­el­le Medi­en mit. Die Kino­be­trei­ber ver­buch­ten ent­spre­chend gerin­ge Ein­nah­men in Höhe von 1,5 Mil­lio­nen Euro, ein Rück­gang um 85 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat. Ins­ge­samt gin­gen die Gesamt­ein­nah­men im Ver­gleich zu den ers­ten acht Mona­ten des Jah­res 2019 um 71,7 Pro­zent auf 15,723 Mil­lio­nen Euro zurück, wäh­rend die Gesamt­zahl der Zuschau­er im Jahr 2020 bis Ende August 2,9 Mil­lio­nen betrug, was einem Rück­gang von 72,1 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr ent­spricht. Nach Anga­ben des por­tu­gie­si­schen Ver­ban­des der Film­ge­sell­schaf­ten (APEC) beschäf­ti­gen die por­tu­gie­si­schen Kinos etwa 2.000 Mit­ar­bei­ter.

     

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    Nachrichten aus Polizei und Justiz

    Portimão: Messestecherei

    Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag wur­de ein 24-jäh­ri­ger Bri­te am Strand von Pra­ia da Rocha in einer Mes­se­ste­che­rei schwer ver­letzt und in "erns­tem Zustand" ins Kran­ken­haus von Por­ti­mão gebracht. Laut der Bou­le­vard­zei­tung Cor­reio da Man­hã wur­den die Behör­den gegen 1.30 Uhr mor­gens von Zeu­gen des Kamp­fes alar­miert. Als die Poli­zei­be­am­ten der PSP ein­tra­fen, war der mut­maß­li­che Mes­ser­ste­cher bereits geflo­hen. Zeu­gen sei­en nicht in der Lage gewe­sen, den mut­maß­li­chen Angrei­fer zu beschrei­ben.

    Quarteira: 880 Kilo Sardellen beschlagnahmt

    Die Poli­zei beschlag­nahm­te am 7. Sep­tem­ber 880 Kilo­gramm ille­gal gefan­ge­ne Sar­del­len mit einem geschätz­ten Wert von 3.000 Euro. Dem Fischer droht eine def­ti­ge Ord­nungs­stra­fe. Als Höchst­satz sind in sol­chen Fäl­len 44.891 Euro vor­ge­se­hen. Der beschlag­nahm­te Fisch wur­de im Anschluss auf einer Fisch­auk­ti­on ver­kauft.

     

    Aljezur: Cannabisplantage entdeckt

    In Funchei­ra hat die Poli­zei eine ille­ga­le Can­na­bis­plan­ta­ge ent­deckt und einen 56-jäh­ri­gen Mann wegen des Ver­bre­chens des Dro­gen­an­baus ver­haf­tet. Bei der poli­zei­li­chen Durch­su­chung des Gelän­des wur­den fünf Pflan­zen und 216 Dosen Can­na­bis mit einem geschätz­ten Wert von 3.600 Euro beschlag­nahmt, die nach Anga­ben des Ver­däch­ti­gen für den Eigen­kon­sum bestimmt waren.

    Alvor: Häusliche Gewalt

    Die Poli­zei hat am 9. Sep­tem­ber in Alvor einen 54-jäh­ri­gen Mann wegen häus­li­cher Gewalt, Bedro­hung und Belei­di­gung fest­ge­nom­men. Der betrun­ke­ne Ver­däch­ti­ge hat­te in einem Geschäft sei­ne 51-jäh­ri­ge Frau ange­grif­fen.

    Albufeira: Diebespaar erwischt

    Die Poli­zei hat in Alb­ufei­ra ein Die­bes­pär­chen (31 und 40) wegen neun Dieb­stäh­len aus Fahr­zeu­gen fest­ge­nom­men. Bei einer Haus­durch­su­chung wur­de Die­bes­gut gefun­den, dar­un­ter drei GPS; Com­pu­ter; meh­re­re Paar Bril­len; Bank­kar­ten; ver­schie­de­ne Doku­men­te sowie 145 Euro Bar­geld.

     

    Lagoa: Verbotene Waffe

    Die Poli­zei hat in Lagoa einen 35-jäh­ri­gen Mann wegen des Besit­zes einer ver­bo­te­nen Waf­fe ver­haf­tet. Der Ver­däch­ti­ge hat­te zuvor sei­ne Part­ne­rin mehr­mals mit der Schuss­waf­fe bedroht. Bei der Haus­durch­su­chung wur­den eine abge­säg­te Schrot­flin­te sowie 27 Patro­nen sicher­ge­stellt.

     

    Susanne Tenzler-Heusler
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    Susanne Tenzler-Heusler

    Susanne Tenzler-Heusler

    Reise-Fan, Kommunikatorin mit großer Neugierde an Menschen, Natur und Gesellschaft - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaberin