ZDF dreht Liebeskomödie im Algarve-Surfermilieu

Mach mit: Tei­le die­sen Bei­trag mit Freun­den!

Eine Lie­bes­ko­mö­die sei­ner „Herzkino“-Serie hat das ZDF ins mari­ti­me Sur­fer-Milieu der Algar­ve ver­legt. Hier unse­re Repor­ta­ge von den Dreh­ar­bei­ten für den Aus­stei­ger­film.

 

Liebeskomödie im Aussteigermilieu der Algarve fürs ZDF in Ferragudo gedreht
Vor­letz­ter Dreh­tag der ZDF-Pro­duk­ti­on in Fer­ra­gu­do. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

 

Die Sto­ry der Lie­bes­ko­mö­die in Kurz­fas­sung: Nach einer her­ben Ent­täu­schung hat Mee­res­bio­lo­gin Dr. Juli­ka Berg­mann in Deutsch­land nicht nur ihren Job gekün­digt, son­dern auch einen Schluss­strich unter ihre Bezie­hung gezo­gen. Nun will sie in Por­tu­gal bei ihrer Freun­din Nata­lie (Caro­li­ne Jung­hanns) etwas zur Ruhe kom­men. Doch als Inves­tor Simon Gre­vers (Mat­thi­as Schloo) sie dort auf ihr Spe­zi­al­ge­biet, die Rote Koral­le, anspricht, hofft Juli­ka auf einen beruf­li­chen Neu­an­fang an der Algar­ve.

Immer­hin lei­tet Gre­vers ein Pro­jekt zur Rena­tu­rie­rung vor­ge­la­ger­ter Rif­fe und benö­tigt Julikas Know-how. Ihre Freun­din Nata­lie und der Sur­fer Miguel (Gio­van­ni Funia­ti) sind hin­ge­gen wenig begeis­tert von dem Vor­ha­ben. Für Miguel ist Gre­vers ledig­lich ein skru­pel­lo­ser Geschäfts­mann, der unter dem Deck­man­tel des Umwelt­schut­zes mit einem Immo­bi­li­en­pro­jekt im angren­zen­den Natur­schutz­ge­biet sei­ner Gewinn­sucht fröh­nen will. Zunächst schlägt Juli­ka alle Zwei­fel in den Wind, aber bald ahnt sie, dass Miguel rich­tig lie­gen könn­te…

 

Algarve-Liebeskomödie ist 31. Produktion der Herzkino-Serie des ZDF

 

Liebeskomödie des ZDF-Herzkinos wurde an der Algarve in Ferragudo gedreht
Gut gesi­chert: Der Dreh in der Nähe der Kir­che von Fer­ra­gu­do. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

Seit Mit­te Mai dreh­te die Cameo Film- und Fern­seh­pro­duk­ti­on unter der Lei­tung von Annet­te Pisa­ca­ne die­sen Strei­fen. Dem Ver­neh­men nach ist es der 31. in der Herz­ki­no-Serie des Zwei­ten Deut­schen Fern­se­hens und – nach Lis­sa­bon – der zwei­te, der an einem "Sehn­suchts­ort" in Por­tu­gal spielt. Die Arbei­ten dau­er­ten bis Anfang Juni. Unter­ge­bracht war das Team in Lagos. Von dort aus brach der Tross mit sei­ner gan­zen Aus­rüs­tung jeweils zu den unter­schied­li­chen Spiel­stät­ten auf.

Am Mitt­woch, 5. Juni, konn­ten wir das Team in Fer­ra­gu­do bei Por­timão tref­fen – am vor­letz­ten von rund 20 Dreh­ta­gen in der Regi­on. Vor der Kame­ra dort agier­ten neben Haupt­dar­stel­le­rin Bea Brocks (31) in wei­te­ren Rol­len der Algar­ve-Lie­bes­ko­mö­die Mat­thi­as Schloo (42), Gio­van­ni Funia­ti (28), Mona Pirzad (35) und ande­re. Regis­seu­rin des Films ist Jea­net­te Wag­ner, die gemein­sam mit Susan­ne Dietz und Vivia­ne Kop­pel­mann das Dreh­buch schrieb.

Algar­ve-Ken­ner wis­sen: Das pit­to­res­ke Fischer­dörf­chen Fer­ra­gu­do an der Mün­dung des Flus­ses Ara­de in den Atlan­tik ist nicht gera­de ein Hot Spot der Sur­fer-Sze­ne. Den­noch hat­te die Pro­duk­ti­on die­sen Ort, die­se „Loca­ti­on“ – wie die Fil­mer sagen – aus­ge­sucht, um in „Miguels Surf Shop“, einem unweit der Kir­che her­ge­rich­te­ten Wohn­haus, eini­ge der letz­ten Sze­nen der Lie­bes­ko­mö­die in den Kas­ten zu bekom­men.

 

Liebeskomödie hat mehrere Schauplätze an der Algarve

 

Liebeskomödie gedreht fürs ZDF-Herzkino im Schatten der Kirche im Algarve-Ort Ferragudo
Pro­du­zier­te in Fer­ra­gu­do Lie­bes­ko­mö­die im Schat­ten der Kir­che: Pro­du­cer Ole Lands­jö­aa­sen. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

Die ver­ant­wort­li­che ZDF-Redak­teu­rin Rita Nas­ser hat­te sich für eine Sto­ry aus dem Aus­stei­ger-Milieu ent­schei­den. "Zunächst war die Idee einer Lie­bes­ge­schich­te zwi­schen einer Mee­res­bio­lo­gin, die sich für Natur­schutz ein­setzt, und einem Sur­fer da", ver­rät Pro­du­cer Ole Lands­jö­aa­sen am Set in Fer­ra­gu­do. Dann kam bei Recher­chen der Gedan­ke auf, das Gan­ze am Koral­len­riff vor der Küs­te des Algar­ve-Bade­orts Arma­ção de Pêra spie­len zu las­sen. "Haup­spiel­or­te des Gesche­hens sind aber eine Sur­fer-Lodge am Pra­ia do Ama­do bei Alje­zur und ein Wohn­haus am Pra­ia da Ingri­na bei Rapo­sei­ra", berich­tet Lands­jö­aa­sen.

Aber auch an der berühm­ten Fels­for­ma­ti­on Pon­te da Pieda­da in Lagos wur­de für die Lie­bes­ko­mö­die gedreht. Sogar Droh­nen waren im Ein­satz, um die Algar­ve, wel­che die neben den bei­den Prot­ago­nis­ten die "drit­te Haupt­rol­le" spielt (Lands­jö­aa­sen), ins rech­te Son­nen­licht zu set­zen und zu ver­or­ten. Surf-Sze­nen über­nah­men an diver­sen, jeweils pas­sen­den Dreh­or­ten gele­gent­lich "Dou­bles". Trotz­dem lie­ßen Bea Brocks und Gio­van­ni Funia­ti es sich nicht neh­men, selbst auch an der Algar­ve-Surfun­ter­richt zu neh­men. Sport­lich durf­te sich auch Pro­du­zent Lands­jö­aa­sen betä­ti­gen: Viel geschleppt und viel getra­gen habe man bei die­sem Film­pro­jekt an der Algar­ve, ächzt der Pro­du­zent, als er über die ver­meint­lich kur­zen Wege sin­niert.

Gute Erfahrungen mit Unterstützung an Algarve

"Claim Suc­cess" aus Lis­sa­bon hat­te beim so genann­ten Loca­ti­on Scou­ting, beim Fin­den der pas­sen­den Dreh­or­te an der Süd­küs­te, gehol­fen. Mit im Boot war immer die deut­sche Sze­nen­bild­ne­rin, die aber auch einen star­ken Por­tug­al­be­zug mit­bringt. Zusam­men mit Regis­seu­rin Jea­net­te Wag­ner wur­den die Fotos und "Mood Boards" aus­ge­wer­tet, eine Loca­ti­on Tour durch­ge­führt und schließ­lich alle den Bedin­gun­gen Genü­ge tuen­den Moti­ve "abge­nom­men", wie die Fil­mer sagen. "Tip-top Pro­fis habt ihr hier. Wir haben tol­le Erfah­run­gen mit denen gemacht", lobt der Pro­du­zent der Lie­bes­ko­mö­die. Gleich­wohl ist das Ensem­ble klein, die Zahl der Sprech­rol­len gering. "Por­tu­gie­sisch hät­ten wir Nach­syn­chro­ni­sie­ren müs­sen, denn mit Unter­ti­teln wird auf die­sem Sonn­tag­abend-Sen­de­platz nicht gear­bei­tet und die Ori­gnal­spra­che zu belas­sen, wäre auch nicht gegan­gen", begrün­det Lands­jö­aa­sen, Sohn eines nor­we­gi­schen Vaters und einer deut­schen Mut­ter, den weit­ge­hen­den Ver­zicht auf Dar­stel­ler aus dem Land selbst.

 

In der Liebeskomödie spielt ein Deutscher einen portugiesischen Surfer

 

Liebeskomödie des ZDF-Herzkino mit Schauspieler Matthias Schloo in Ferragudo an der Algarve
Algar­ve-Jour­na­lis­tin Ana­be­la Gas­par macht Bil­der in der Dreh­pau­se: Schau­spie­ler Mat­thi­as Schloo. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

Rich­tig lan­ge "gecas­ted" wor­den sei für die Beset­zung des Sur­fers Miguel. Die Film-Crew ent­schied sich für Gio­van­ni Funia­ti. Der in Göt­tin­gen als Sohn einer Pari­se­rin und Sohn eines Ita­lie­ni­ers aus Apu­li­en gebo­re­ne Schau­spie­ler gibt in der Lie­bes­ko­mö­die authen­tisch den süd­län­di­schen "Love inte­rest", wie der Pro­du­zent for­mu­liert. "Zwi­schen ihm und Bea stimm­te auch gleich die Che­mie", ist Lands­jö­aa­sen froh.

Her­aus­for­de­run­gen bei den Dreh­ar­bei­ten waren oft der lau­te Wind und die kräf­ti­gen Mee­res­ge­räu­sche am Strand, erzählt das Team. Des­sen Zeit­plan ist "spitz auf Knopf" gerech­net, also sehr stramm. Jede Über­stun­de tue weh, es gebe kei­ne Mög­lich­keit, wegen Schlen­dri­ans ein­fach mal einen Dreh­tag anzu­hän­gen. Am 6. Juni muss­te alles abge­dreht sein. Abge­lie­fert wer­de der fer­tig pro­du­zier­te Strei­fen wohl Ende Sep­tem­ber, ist zu hören. Vor­aus­sicht­li­cher Sen­de­ter­min ist ver­mut­lich der Novem­ber, also dann, "wenn der Mensch sonn­tags wie­der lie­ber Fern­se­hen guckt als im Som­mer und Herbst, wo Bier­gär­ten und Spa­zier­gän­ge locken", freut sich der Pro­du­zent.

Waldbrand-Region in Monchique erwandert

Der Ham­bur­ger Schau­spie­ler Mat­thi­as Schloo hat­te mit Ehe­frau Lexa und den bei­den sie­ben und zehn Jah­re alten Söh­nen schon Por­tu­gal-Urlaub geplant, bevor er für die ZDF-Lie­bes­ko­mö­die der Herz­ki­no-Serie gebucht wur­de. Sechs Wochen nach den Dreh­ar­bei­ten wird der 42-Jäh­ri­ge schon wie­der an der Algar­ve aus­span­nen – in zwei Pri­vat­un­ter­künf­ten im Hin­ter­land der West- und der Ost-Algar­ve. "Wenn der Dreh­plan es erlaub­te, bin ich gern in Mon­chi­que wan­dern gegan­gen oder habe gean­gelt", erzählt der Mime mit acht Euro teu­rer Angel-Lizenz für die Küs­te. Sei­ne Fami­lie kam zwi­schen­durch in den Feri­en für eine Woche Algar­ve-Luft schnup­pern. "Ich bin so eine Art Side-Kick in der Sto­ry und muss­te – anders als Bea – nicht jeden Tag von mor­gens bis abends dre­hen – hat­te also Zeit, mir die Gegend anzu­schau­en", freut sich der Film-Inves­tor: "Mit sie­ben Dreh­ta­gen war ich da ganz gemüt­lich auf­ge­stellt".

 

Darsteller der Liebeskomödie kommt bald zum Algarve-Urlaub zurück

 

Liebeskomödie für ZDF-Herzkino an der Algarve gedreht mit Giovanni Funiati
Gio­van­ni Funia­ti spielt den por­tu­gie­si­schen Sur­fer Miguel. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

In Mon­chi­que habe sich ihm "ein dra­ma­ti­sches Bild" von der Lage der Natur nach dem rie­si­gen Wald­brand im August ver­gan­ge­nen Jah­res gebo­ten, berich­tet Schloo. Aber die Land­schaft sei "spek­ta­ku­lär". Vor allem der alles domi­nie­ren­de Atlan­tik sor­ge für einen sehr "epi­schen" Ein­druck, sagt der beken­nen­de Natur­freund, der mit sei­nen Kin­dern oft und viel drau­ßen unter­wegs ist, zum Bei­spiel in der Lüne­bur­ger Hei­de. Er  selbst bezeich­net sich als "Bush Craf­ter" – als jemand, der ger­ne mit wenig Aus­rüs­tung im Wald über­nach­tet. "Wir soll­ten alle Hebel in Gang set­zen, um unse­re schö­ne Welt noch ein biss­chen län­ger so zu erhal­ten", plä­diert Schoo, der in sei­ner Film-Rol­le die Natur kom­mer­zi­el­len Inter­es­sen unter­ord­net. Im Som­mer, wenn er mit der Fami­lie Urlaub an der Algar­ve macht, will der Dar­stel­ler dann mit sei­nen Kin­dern auf die Surf-Bret­ter stei­gen und frü­he­re Kennt­nis­se wie­der auf­fri­schen.

Für Gio­van­ni Funia­ti war der Dreh der Lie­bes­ko­mö­die auch sei­ne Por­tu­gal-Pre­mie­re. "Es ist total schön hier", bricht es aus ihm her­aus, als wir ihn auf sei­ne Algar­ve-Erleb­nis­se anspre­chen. Die Men­schen tick­ten hier so ähn­lich wie in Ita­li­en, ist ihm auf­ge­fal­len. Hier gebe es eine ver­gleich­ba­re Wär­me und Offen­heit wie in der Hei­mat sei­nes Vaters. Obwohl er "kein Fan des küh­len und unru­hi­gen Atlan­ti­schen Oze­ans" ist, berühr­te ihn beim Anflug auch den Flug­ha­fen Faro doch der Ablick der Lagu­nen.

"In Lagos sah ich ein wenig Ballermann-Tourismus"

Lagos erin­ne­re mit sei­ner Pro­me­na­de, dem Yacht­ha­fen, den Klip­pen und der Vege­ta­ti­on durch­aus an eine süd­ita­lie­ni­sche Stadt, fin­det der Schau­spie­ler. "Ich habe mich nicht spe­zi­ell dar­auf fokus­siert, den Por­tu­gie­sen in die­ser Lie­bes­ko­mö­die zu spie­len", erläu­tert er. Aber es gebe in der Men­ta­li­tät eben vie­le Gemein­sam­kei­ten mit den Men­schen aus den Mit­tel­meer-Anrai­ner­län­dern, das "Latei­ni­sche", etwa den Natio­nal­stolz. Beson­ders ange­tan hat es dem gebür­ti­gen Göt­tin­ger die Sur­fer-Bar "Three litt­le birds" in Sag­res, wo es "coo­le Live-Musik" und "ganz ent­spann­te Leu­te" gebe. In Lagos hin­ge­gen sind ihm Anzei­chen von "Bal­ler­mann-Tou­ris­mus" ins Auge gesto­chen. Ger­ne wür­de er sich ein biss­chen mehr Zeit neh­men, um auch die Haupt­stadt Lis­sa­bon und die Wirt­schafts­me­tro­po­le Por­to näher ken­nen­zu­ler­nen.

 

Surfer stellt in Liebeskomödie Bretter aus Plastik-Abfall her

 

Liebeskomödie für ZDF-Herzkino an der Algarve gedreht mit Mona Pirzad
Auf­merk­sa­mer Zaun­gast in einer Sze­ne: Schau­spie­le­rin Mona Pirzad mit Crew­mit­glied am Set in Fer­ra­gu­do. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

Sur­fen an der Algar­ve fin­det er "total cool". In der Nähe von Sag­res habe er sich einen Neo­pren-Anzug und ein Board gelie­hen und habe ein paar Surf-Stun­den genom­men. Nach kur­zer Zeit habe er sofort "Ste­hen" kön­nen, berich­tet Funia­ti, der auch gern Kanu fährt. Er kön­ne jetzt eine Wel­le rei­ten "und dann hört es aber auch schon auf", gibt er zu. In der Lie­bes­ko­mö­die ist sei­ne Rol­le die des enga­gier­ten Sur­fers Miguel, der am Strand Plas­tik­müll ein­sam­melt und aus dem ver­ar­bei­te­ten Abfall sowie Kork Surf­bret­ter für sei­nen Surf­shop her­stellt.

Funia­ti fand die Figur des Sur­fers Miguel in der Lie­bes­ko­mö­die per­sön­lich span­nend. Gereizt habe ihn an dem Pro­jekt auch, dass er in einem Team von jun­gen, coo­len Schau­spie­lern mit­wir­ken kön­ne, die noch nicht so bekannt sei­en. Ob er der "Frau­en­schwarm" in dem Film sei, fra­gen wir den Deutsch-Ita­lie­ner-Fran­zo­sen. "Das ist nicht mein Ziel. Es ist auch nicht mei­ne Auf­ga­be, ans Fern­seh­pu­bli­kum zu den­ken, son­dern eine gute schau­spie­le­ri­sche Leis­tung in mei­nem Team abzu­lie­fern", erwi­dert der 28-Jäh­ri­ge. Er wol­le ledig­lich "arbeits­spe­zi­fisch den­ken und schau­spie­le­risch wach­sen". Der Rest blen­de nur…

Bea Brocks, die 31-jäh­ri­ge Haupt­dar­stel­le­rin, gebo­ren in Kle­ve am Nie­der­rhein, bringt eine gesun­de Nähe zum Meer mit in den Film: "Mein Mann ist Ita­lie­ner. Er lebt am Meer. Wenn wir also zusam­men sind, woh­nen wir am Mit­tel­meer. Das ist aber etwas ganz ande­res als der Atlan­ti­sche Oze­an", betont sie. Das sehr Her­be, das Wil­de hier möge sie eigent­lich sehr. Sie schwim­me ger­ne, fin­de es des­halb ein wenig scha­de, dass das Was­ser "so wahn­sin­nig kalt ist". Als Kind habe sie sich ger­ne unter der Was­ser­ober­flä­che auf­ge­hal­ten und dann als Meer­jung­frau gefühlt. Aber sie sei noch nie zum Tau­chen gewe­sen und habe zuvor auch nur ein­mal gesurft. "Da bin ich dann mit dem Kopf gleich gegen ein Surf­brett geknallt und bekam eine Gehirn­er­schüt­te­rung", lacht Brocks.

 

Hauptdarstellerin der Liebeskomödie surfte in Sagres

 

Zwei Surf-Stun­den lang habe sie wäh­rend der Dreh­ta­ge nun in Sag­res ihre Kennt­nis­se auf­ge­frischt. "Das war anstren­gend, kalt, aber auf jeden Fall auch eine gute Erfah­rung. Ich stand sogar auch ein paar Mal auf dem Brett", erzählt die Schau­spie­le­rin. Weil sie aber eine "Frost­beu­le" sei und Käl­te als nicht so ange­nehm emp­fin­de, sei Sur­fen sicher nicht ihr Sport, fügt sie hin­zu. Bis zum Koral­len­riff in Arma­ção de Pêra hat es die Film-Mee­res­bio­lo­gin nicht geschafft, aber Unter­hal­tun­gen mit erfah­re­nen Wis­sen­schaft­lern aus Bre­men und Los Ange­les hal­fen der jun­gen Dar­stel­le­rin, sich auf die The­men rund um die Rote Koral­le ein­zu­stim­men. Ihr per­sön­li­cher Bei­trag zum Umwelt­schutz? "Zum Bei­spiel auf Inlands­flü­ge zu ver­zich­ten, wenn man auch mit der Bahn rei­sen kann", sagt die Ber­li­ne­rin, die sich hef­tig dar­über ärgert, dass es in Deutsch­land prak­tisch kei­ne Nacht­zug­ver­bin­dun­gen mehr gibt.

Die jun­ge Mimin war zum Dreh der Lie­bes­ko­mö­die das ers­te Mal in Por­tu­gal. Am stärks­ten auf­ge­fal­len sei hier, "dass es hier alles sehr, sehr sau­ber ist – die Strän­de, die Städ­te, alles". Gera­de auch im Ver­gleich zu Ita­li­en bemer­ke sie viel weni­ger Müll oder Abfäl­le in den Stra­ßen und an den Strän­den. Es sei alles "gut erhal­ten, gut in Form". Sie habe das Gefühl, es wer­de sich "um die Sachen gut geküm­mert". Das fin­de sie sehr schön. Zwar sei die Algar­ve hier und dort schon sehr tou­ris­tisch aus­ge­rich­tet, räumt Brocks ein. Aber zum Ent­span­nen kön­ne man sich ja auch an Orte bege­ben, wo man kaum einen Men­schen tref­fe. Sie sei ja nur in Lagos gewe­sen und glau­be, dass es "hier noch viel zu ent­de­cken gibt".

 

Liebeskomödie für ZDF-Herzkino in Ferragudo an der Algarve mit Bea Brocks gedreht
Die Che­mie stimmt: Haupt­dar­stel­ler Bea Brocks ® und Gio­van­ni Funia­ti fach­sim­peln mit einer Kol­le­gin aus dem Pro­duk­ti­ons­team. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

 

Am Thea­ter spielt Bea Brocks eher dra­ma­ti­sche, trau­ri­ge Rol­len, der­zeit etwa die Nora in "Nora, Hed­da und ihre Schwes­tern" am Badi­schen Staats­thea­ter Karls­ru­he. Die Her­aus­for­de­rung in einer Lie­bes­ko­mö­die wie die­ser fürs ZDF-Herz­ki­no sei es des­halb für sie, etwa leicht wir­ken­de Small talk-Sze­nen wie beim ers­ten Ken­nen­ler­nen "sou­ve­rän" zu spie­len. "Das muss natür­lich wir­ken, darf nicht ver­krampft wir­ken, das ist nicht so leicht", ver­rät sie. Sze­nen mit Flirt-Cha­rak­ter ver­su­che sie rea­lis­tisch zu spie­len, "nicht zu kit­schig". Hier gel­te es, auf sym­pa­thi­sche Wei­se die rich­ti­ge Balan­ce zu hal­ten. Ob es ihr an der Algar­ve gelun­gen ist – wir wer­den sehen!

 

ZDF setzt Liebeskomödie gegen den ARD-Tatort

 

Die Rei­he „Herz­ki­no“ hat das Zwei­te Deut­sche Fern­se­hen bewusst gegen den ARD-Tat­ort gesetzt. „Herz­ki­no – unse­re Alter­na­ti­ve zum Kri­mi“, heißt es auf der ZDF-Web­sei­te. Gesen­det wer­den 90-minü­ti­ge Stof­fe als Komö­die, Melo­dram oder klas­si­scher Lie­bes­film. Immer geht es um das, wor­auf es ankommt im Leben – um Fami­lie und Freund­schaft und um die Fra­ge, wann man los­las­sen darf und muss. Gefahn­det wird nach dem Glück, gezeigt wird aber auch das Unglück, im gefühlt andau­ernd nur hin­ter­her zu lau­fen. Letz­lich läuft alles auf die Lie­be hin­aus und die eine, ewi­ge Fra­ge: „Ist er bzw. sie der oder die Rich­ti­ge?“

 

Um dieses Algarve-Riff dreht sich die Story der Liebeskomödie

 

Kalk­al­gen­bän­ke – zusam­men mit See­gras­wie­sen bede­cken sie an vie­len Stel­len den Mee­res­bo­den. Eine von Euro­pas bedeu­tends­ten Kalk­al­gen­bän­ken liegt unmit­tel­bar vor der Küs­te des Algar­ve-Bade­orts Arma­ção de Pêra. Hier lässt sich die bio­lo­gi­sche Viel­falt von Por­tu­gals größ­tem natür­li­chen Riff bewun­dern und von Mee­res­bio­lo­gen bestau­nen. Und für Tau­cher ist es eines der fünf bes­ten Zie­le des Lan­des. ESA-Chef­re­dak­teu­rin Ana­be­la Gas­par hat das Riff 2016 in einem ein­drucks­vol­len Bei­trag vor­ge­stellt, aus dem wir hier einen Teil der Infor­ma­tio­nen zitie­ren.

 

Liebeskomödie im ZDF-Herzkino dreht sich um Korallenriff der Algarve
Spielt indi­rekt eine Rol­le in der ZDF-Lie­bes­ko­mö­die: das Koral­len­riff vor der Algar­ve-Küs­te. Foto: Facebook/Dive Spot

 

Über 12 Kilo­me­ter erstreckt sich das Riff – vom Leucht­turm Alf­an­z­ina bei Car­voei­ro bis Galé bei Alb­ufei­ra. Wis­sen­schaft­ler der Uni­ver­si­tät der Algar­ve fan­den her­aus, dass die Kalk­al­gen­bän­ke hier vor rund 30.000 Jah­ren ent­stan­den. Damals stieg der Mee­res­spie­gel an und setz­te den Küs­ten­ver­lauf unter Was­ser. Ähn­li­ches ist als Fol­ge eines unge­brems­ten Kli­ma­wan­dels pro­gnos­ti­ziert.

Die bis zu zwan­zig Meter senk­recht abfal­len­den Steil­hän­ge des Riffs bedeckt eine far­ben­rei­che und viel­fäl­ti­ge Unter­was­ser-Flo­ra und ‑Fau­na. Beson­ders unmit­tel­bar vor Arma­ção de Pêra ist der Mee­res­bo­den flach und san­dig. Das bie­tet vie­len Arten einen natür­li­chen Schutz – wich­tig für die frü­hen Ent­wick­lungs­pha­sen vie­ler Mee­res­or­ga­nis­men.  
Sehr vie­le Spe­zi­es sind hier zu fin­den: von Zebra- und See­bras­sen über Murä­nen, Meer­aa­le, Tin­ten­fi­sche, See­spin­nen und Lan­gus­ten bis hin zu See­ane­mo­nen, See­ster­nen, Schwäm­men und Gor­go­ni­en. Auch vie­le klei­ne Lebe­we­sen wie diver­se Arten bun­ter Nackt­schne­cken ent­deckt das Auge.

Lohnenswertes Ziel für Taucher

Zwar sind See­gang und Was­ser-Tem­pe­ra­tu­ren nicht so güns­tig wie in der Kari­bik, dem Roten Meer oder dem Mit­tel­meer, aber die beein­dru­cken­den Unter­was­ser-Land­schaf­ten stel­len ein loh­nens­wer­tes Ziel für Tau­cher dar. Wis­sen­schaft­ler inter­es­sie­ren sich vor allem für die aus wur­zel­lo­sen Kalk­al­gen bestehen­de "Maërl­bank" rund um das Riff von Arma­ção de Pêra. Hier erfor­schen sie, wel­che Fol­gen etwa die Ver­saue­rung des Ant­lan­ti­schen Oze­ans für die Kalk­al­gen hat. Die Bank besteht aus den roten Kalk­al­gen, deren latei­ni­scher Name Phy­ma­to­li­thon lusi­ta­ni­cum lau­tet. Dabei han­delt es sich um eine vor weni­gen Jah­ren neu ent­deck­te Art, die rund um die ibe­ri­sche Halb­in­sel (Lusi­ta­ni­en) vor­kommt.

 

Liebeskomödie im ZDF-Herzkino dreht sich um Unterwasserwelt des Riffs vor Algarve-Küste
Sel­te­ne Spe­zi­es vor der Algar­ve-Küs­te. Foto: Facebook/Dive Spot

 

Eben­falls im Fokus der Wis­sen­schaft­ler ist die mehr­zel­li­ge Rotal­ge Phy­ma­to­li­thon cal­ca­re­um. Die inter­na­tio­nal durch die Habi­tat-Richt­li­nie seit 2012 geschütz­te Art wur­de frü­her mas­siv abge­baut, um in der Land­wirt­schaft den Säu­re­ge­halt von Böden zu regu­lie­ren. Mee­res­bio­lo­gen wei­sen dar­auf hin, dass die­se Algen für den Auf­bau ihrer Ske­let­te Koh­len­di­oxid auf­neh­men und umwan­deln, also eine alka­li­sche Umge­bungs­chaf­fen. Aller­dings sor­gen zuneh­men­de Emis­sio­nen dazu, dass Koh­len­di­oxid mit dem Meer­was­ser che­misch reagiert und Koh­len­säu­re ent­ste­hen lässt. Sinkt aber der pH-Wert des Meer­was­sers, lässt die Fähig­keit der Kalk­ske­let­te bil­den­den Lebe­we­sen nach, Innen­ske­let­te bzw. eine Schutz­hül­le zu bil­den.

Im schlimms­ten Fall kann dies zum Aus­ster­ben sol­cher Kalk­al­gen füh­ren. Vie­le davon in ihrer Ernäh­rung und zu ihrem Schutz abhän­gi­gen Mee­res­be­woh­ner wären in Mit­lei­den­schaft gezo­gen. Im Riff von Arma­ção de Pêra wer­den mitt­ler­wei­le, um der star­ken Über­fi­schung die­ser Gewäs­ser etwas ent­ge­gen zu set­zen, Jung­fi­sche aus der nicht weit ent­fern­ten Zucht­an­la­ge in Olhão aus­setzt. Damit ist die Hoff­nung ver­bun­den, dass man nahe dem Riff wie­der häu­fi­ger gro­ße Fisch­schwär­me ent­de­cken kann.

Taucher sollten das Habitat schützen

Wenn Tau­cher der Ver­su­chung wider­ste­hen, bei Tauch­gän­gen in Tie­fen zwi­schen 12 und 22 Metern Weich­ko­ral­len oder See­ster­ne als Urlaubs-Sou­ve­nirs mit nach Hau­se zu neh­men, kann die tou­ris­ti­sche Nut­zung des Riffs bei der Umwelt­bil­dung hel­fen. Und die Not­wen­dig­keit ver­deut­li­chen, die­ses wert­vol­le Habi­tat an der Süd­küs­te Por­tu­gals zu schüt­zen.

 

Liebeskomödie im ZDF-Herzkino thematisiert Korallenriff vor der Algarve-Küste
Tou­ris­ten lie­ben es, zum Koral­len­riff vor der Algar­ve-Küs­te abzu­tau­chen. Foto: Facebook/Dive Spot

 

Des­halb wird im Ort gemein­schaft­lich Por­tu­gals ers­tes mari­ti­mes Schutz­ge­biet von öffent­li­chem Inter­es­se geplant. Wir berich­te­ten dar­über in unse­rer Nach­richt "Bür­ger pla­nen Schutz­ge­biet". Inter­es­sier­te Bür­ger des Krei­ses Sil­ves arbei­ten dabei zusam­men mit Wis­sen­schaft­lern der Uni­ver­si­tät Faro, mit dem Fischer­ver­band von Arma­ção de Pêra, der Stadt­ver­wal­tung und der Orga­ni­sa­ti­on Blue Oce­an Foun­da­ti­on. Ent­wi­ckelt wer­den Vor­schlä­ge, wie das arten­rei­che Koral­len-Riff nach­hal­tig geschützt, aber auch für den Natur­tou­ris­mus genutzt wer­den kann. Bis Ende des Jah­res soll der Regie­rung ein abge­stimm­ter Maß­nah­men­plan für die Bucht von Arma­ção de Pêra vor­ge­legt wer­den.

 

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

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