Waldbrand-Opfer: Bürgermeister kritisiert Diskriminierung

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Der Bür­ger­meis­ter der Algar­ve-Stadt Mon­chi­que, Rui André, hat Kri­tik an büro­kra­ti­schen Hür­den für Wald­brand­op­fer-Hil­fen geübt und spricht neun Mona­te nach der Kata­stro­phe von Dis­kri­mi­nie­rung.

Bürgermeister Rui Andre aus Monchique spricht von Diskriminierung
Rui André. Foto: FB

Bei einer Anhö­rung des Par­la­ments­aus­schus­ses für Land­wirt­schafts- und Fische­rei-Fra­gen sprach der Poli­ti­ker am Diens­tag von einer „Dis­kri­mi­nie­rung“ der Betrof­fe­nen der Wald­brand-Kata­stro­phe im August 2018 bei der Gewäh­rung finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung.

"Uns wird nach dem, was in Pedrógão Gran­de pas­siert ist, ein­deu­tig Scha­den zuge­fügt", sag­te der Chef der Kreis­ver­wal­tung von Mon­chi­que. Er spiel­te damit auf die Reak­ti­on an, die nach der Ent­de­ckung betrü­ge­ri­scher Ent­schä­di­gungs­an­trä­ge nach den Wald­brän­den von 2017 im Nor­den des Lan­des folg­te. Für Mon­chi­que habe die Regie­rung dar­auf­hin nicht die Kon­se­quenz „außer­ge­wöhn­li­cher Maß­nah­men“ gezo­gen, die not­wen­dig sei­en.

 

"Diskriminierung durch komplexere Verwaltungsprozesse korrigieren"

 

"Es gibt vie­les, was in Mon­chi­que nach dem Brand schief gelau­fen ist und vie­le Leu­te wer­den kei­ne Unter­stüt­zung bekom­men“, sag­te André laut por­tu­gie­si­scher Nach­rich­ten­agen­tur. Er for­der­te die Regie­rung auf, die Unter­stüt­zungs­me­cha­nis­men für Land­wir­te und Forst­pro­du­zen­ten zu kor­ri­gie­ren, da die der­zei­ti­gen Ver­wal­tungs­pro­zes­se "kom­plex" sei­en.

Zum Wie­der­auf­bau der beschä­dig­ten und zer­stör­ten Häu­ser erklär­te der Bür­ger­meis­ter, die Ende Dezem­ber unter­zeich­ne­te Ver­ein­ba­rung zwi­schen der Gemein­de und dem Insti­tut für Woh­nen und Stadt­er­neue­rung (IHRU) sei "ein sehr wich­ti­ges Instru­ment" in sol­chen Kata­stro­phen­fäl­len. And­re begrün­de­te Ver­zö­ge­run­gen beim Abschluss des Abkom­mens mit dem Wil­len der Stadt Mon­chi­que, den Finanz­rah­men um eine Mil­li­on Euro zu erwei­tern.

 

Diskriminierung Monchiques bei der finanziellen Bewältigung der Waldbrände wird von Bürgermeister Rui Andre kritisiert
Rui André (vorn links) in der ver­gan­ge­nen Sil­ves­ter­nacht: Zir­kus ließ Wald­brand­fol­gen für einen Moment ver­ges­sen. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

 

Nur vier von 52 Antragstellern erhielten bisher Geld

 

Laut Bür­ger­meis­ter ist der Zustand der vom Brand betrof­fe­nen Häu­ser "recht gut doku­men­tiert". Die Ver­wal­tung ver­mitt­le zwi­schen den Eigen­tür­mern und dem Geld­ge­ber IHRU. Aller­dings hät­ten von den 52 Antrag­stel­lern erst nur vier finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für die Wie­der­her­stel­lung oder einen Neu­bau des Wohn­hau­ses bekom­men. In neun Fäl­len sei­en Zusa­gen aus­ge­blie­ben, weil die Bedin­gun­gen als nicht erfüllt gel­ten. Bei sie­ben Anträ­gen hät­ten die Antrag­stel­ler die Regeln des Geld­ge­ber nicht akzep­tiert. In 14 Fäl­len gebe es Pro­ble­me mit der Zustel­lung von not­wen­di­gen Unter­la­gen und acht Betrof­fe­ne war­te­ten noch auf einen Bescheid. Ein Antrag­stel­ler sei mitt­ler­wei­le ver­stor­ben.

Die Besit­zer der 52 wie­der auf­zu­bau­en­den Häu­ser im Kreis Mon­chi­que haben laut Bür­ger­meis­ter meis­tens vor­über­ge­hend eine ande­re Woh­nung gemie­tet. Dort wo der Besitz völ­lig zer­stört wor­den sei, müss­ten nun Bau­plä­ne vor­ge­legt wer­den.

 

Diskriminierung durch Bürokratie wird in Monchique nach dem Waldbrand von 2018 beklagt
Man­cher­orts sind im Kreis Mon­chi­que noch Wald­brand­fol­gen zu erken­nen. Aber die Natur erholt sich schnel­ler, als die Gebäu­de instand­ge­setzt wer­den kön­nen. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

 

Rückblick auf die bisherige Bewältigung der Waldbrand-Folgen

 

Mon­chi­que war Anfang August am stärks­ten von dem größ­ten Brand betrof­fen wor­den, den Por­tu­gal 2018 erleb­te. Vom 3. August an wüte­te er eine Woche lang und ver­nich­te­te Wald und land­wirt­schaft­li­che Nutz­flä­che auf mehr als 27.000 Hekt­ar Flä­che. Das ent­spricht der Aus­deh­nung des Natur­parks Baye­ri­scher Wald. Todes­op­fer gab es zum Glück kei­ne. Betrof­fen waren neben Mon­chi­que auch die Kreis­ge­bie­te von Odemi­ra (Alen­te­jo-Bezirk Beja) sowie Sil­ves und Por­timão an der Algar­ve. 74 Gebäu­de wur­den beschä­digt oder zer­stört. Für 52 davon waren staat­li­che Hil­fen bei Reno­vie­rung oder Wie­der­auf­bau mög­lich.

In vie­len Bei­trä­gen hat "Algar­ve für Ent­de­cker" die Ent­wick­lun­gen in der vom Wald­brand 2018 betrof­fe­nen Regi­on beglei­tet. Hier eine klei­ne Aus­wahl:

"Wald­brand-Regi­on Mon­chi­que blüht wie­der auf"

"Algar­ve: Mon­chi­que-Bür­ger­meis­ter appel­liert an Tou­ris­ten"

"Algar­ve strebt Zir­kus­fes­ti­val wie in Mon­te Car­lo an"

 

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

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