Oster-Touristen auf Madeira und an Algarve geschockt

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Por­tu­gals wich­tigs­te Tou­ris­mus-Regio­nen, die Algar­ve und auf die Insel Madei­ra, kämp­fen kurz vor Ostern mit schlech­ten Nach­rich­ten. Das Bus­un­glück auf Madei­ra kos­te­te vie­len deut­schen Urlau­bern das Leben. Und an der Algar­ve besteht die Besorg­nis, dass durch die Ben­zin- und Die­sel-Eng­päs­se wegen des Tank­wa­gen­fah­rer-Streiks eini­ge Oster-Tou­ris­ten ihre Feri­en absa­gen könn­ten. Bis­lang galt die por­tu­gie­si­sche Süd­küs­te als aus­ge­bucht übers Fest "Pás­coa".

In unse­rem Report "Madei­ra-Bus­tra­gö­die: War ein­ge­klemm­tes Gas­pe­dal schuld?" berich­ten wir aktu­ell über neus­te Infor­ma­tio­nen zum Bus­un­glück bei Fun­chal. Auch ein Ama­teur-Video aus einer Über­wa­chungs­ka­me­ra, die den Unfall auf­ge­nom­men hat, ist zu sehen.

 

Oster-Touristen auf Madeira bei Busunfall zu Tode gekommen
Über den Bus­un­fall auf Madei­ra berich­te­ten am spä­ten Mitt­woch­abend auch die "Tages­the­men" der ARD: Screen­shot: Hans-Joa­chim All­gai­er

 

Treibstoff-Rationierung geplant: Zunächst nur 15 Liter für Oster-Touristen

 

In der Nacht muss­te sich die Behör­den aber nicht nur um die Bewäl­ti­gung der Bus­un­fall-Kata­stro­phe auf Madei­ra küm­mern, son­dern auch Wege aus dem Ener­gie­not­stand suchen. Am Don­ners­tag­mor­gen wur­de eine Ent­schei­dung ver­kün­digt: Die Min­dest­ver­sor­gung mit Kraft­stof­fen wird von den Groß­räu­men Lis­sa­bon und Por­to auf das gesam­te Fest­land aus­ge­dehnt, also auch auf die Algar­ve. Es sol­len, so die Ver­ein­ba­rung von Regie­rung, Fern­ver­kehrs­ver­band ANTRAM und Gewerk­schaft der Gefahr­gut-Fah­rer, rund 40 Pro­zent der nor­ma­len Men­gen gelie­fert wer­den. Für das gesam­te Land wur­den 310 Tank­stel­len defi­niert, die vor­ran­gig ver­sorgt wer­den. Dort sol­len pro Fahr­zeug maxi­mal 15 Liter Ben­zin oder Die­sel getankt wer­den kön­nen. Sicher­heits­kräf­te sol­len dies gege­be­nen­falls sicher­stel­len. Vor­ran­gig sol­len hier sol­che Fahr­zeu­ge ver­sorgt wer­den: Streit­kräf­te, Sicher­heits­kräf­te, Kata­stro­phen­schutz, medi­zi­ni­schen Not­fall­diens­te und Arz­nei­mit­tel­ver­sor­ger, Ein­rich­tun­gen des öffent­li­chen Diens­tes ein­schließ­lich öffent­li­cher Per­so­nen­ver­kehr, Müll­ab­fuhr, Stadt­rei­ni­gung, Was­ser-, Ener­gie- und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­diens­te sowie Behin­der­ten­trans­port.

Update 9:45  und 11:00 Uhr: Am Don­ners­tag­mor­gen gab die por­tu­gie­si­sche Regie­rung nach einer lan­gen Nacht­sit­zung nun bekannt, dass sich Gewerk­schaft und Arbeit­ge­ber geei­nigt hät­ten und den seit Mon­tag andau­ern­den Streik für zunächst been­det erklär­ten. Am 29. April soll­ten die Tarif­ver­hand­lun­gen fort­ge­setzt und laut Abkom­men, des­sen Ein­hal­tung die Regie­rung über­wa­chen will, bis Ende des Jah­res abge­schlos­sen wer­den. Im gan­zen Land wer­de die Kraft­stoff-Ver­sor­gung nun wie­der nor­mal gere­gelt. Pedro Nuno San­tos, der Minis­ter für Infra­struk­tur und Woh­nungs­we­sen, sag­te, dass "alle Vor­aus­set­zun­gen für die Wie­der­her­stel­lung der Nor­ma­li­tät erfüllt sind". Das wer­de zwar eini­ge Zeit dau­ern, aber nun sei die schwie­ri­ge Zeit vor­bei. Laut Gus­ta­vo Pau­lo Duar­te, Prä­si­dent der Arbeit­ge­ber­ver­ei­ni­gung ANTRAM, dürf­te sich die Situa­ti­on in Por­tu­gal "bis Mon­tag oder Diens­tag" nor­ma­li­sie­ren. Die Ent­span­nung der pro­ble­ma­ti­schen Ver­hält­nis­se wer­de also wohl immer noch "zwi­schen zwei und fünf Tagen" dau­ern.

 

Oster-Touristen in Portimao an der Algarve sollen möglichst wenig vom Treibstoff-Mangel spüren
In Port­i­mao tag­te am Mitt­woch ein Kri­sen­stab, um die Aus­wir­kun­gen der Treib­stoff-Knapp­heit zu ver­min­dern. Foto: CM

 

Der vor­he­ri­gen Ent­schei­dung zur Treib­stoff-Ratio­nie­rung war hef­ti­ge Kri­tik, vor allem von Ver­tre­tern des Tou­ris­mus an der Süd­küs­te, vor­auf­ge­gan­gen. Die Algar­ve-Hote­liers, die zu Ostern eine stark stei­gen­de Nach­fra­ge vor allem von por­tu­gie­si­schen Gäs­ten regis­triert hat­ten, sei­en „sehr besorgt“, so der Prä­si­dent ihres Ver­bands AHETA, Eli­dé­ri­co Vie­gas. Es könn­ten wegen des von der Regie­rung aus­ge­ru­fe­nen Ener­gie­not­stands nun vie­le Oster-Tou­ris­ten ihre Plä­ne für einen Urlaub im Süden auf­ge­ben. Daher kön­ne der Scha­den für die Hotel­le­rie, aber auch für die Restau­rants und den Han­del "enorm" sein, so der Ver­bands­prä­si­dent am Mitt­woch. Für sei­nen Kol­le­gen Vitor Neto, Prä­si­dent des Unter­neh­mer­ver­bands NERA, steht "die wirt­schaft­li­che Akti­vi­tät der gesam­ten Regi­on in einer beson­ders wich­ti­gen Zeit des Jah­res auf dem Spiel". Neto for­der­te die Regie­rung auf, sich "ihrer Ver­ant­wor­tung" nicht zu ent­zie­hen und "alle ihr zur Ver­fü­gung ste­hen­den Rechts­mit­tel zur Ver­tei­di­gung des gemein­sa­men Inter­es­ses, der Regi­on und des Lan­des ein­zu­set­zen".

Oster-Touristen haben keine Aussicht auf rasche Problem-Lösung

 

Oster-Touristen stornierten laut Tourismusverband der Algarve Ferien bislang nicht
Tou­ris­mus­ver­bands-Prä­si­dent João Fer­nan­des mit Repor­tern. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

"Der Streik ist auf unbe­stimm­te Zeit ange­legt. Es besteht kei­ne Aus­sicht auf eine rasche Lösung des Pro­blems. Das wird zu Pro­ble­men füh­ren“, räum­te Hotel­ver­bands-Chef Vie­gas am Mitt­woch ein. Er habe noch kei­ne kon­kre­ten Infor­ma­tio­nen über Stor­nie­run­gen von Reser­vie­run­gen erhal­ten, aber die Leu­te sei­en sehr besorgt und war­te­ten die wei­te­re Ent­wick­lung auf­merk­sam ab. Der Streik der Gefahr­gut­fah­rer kön­ne letzt­lich sogar die Ergeb­nis­se des Tou­ris­mus in der Regi­on "beein­flus­sen".

Etwas weni­ger alar­miert klang João Fer­nan­des, Prä­si­dent des regio­na­len Tou­ris­mus­ver­bands RTA. Auch nach sei­nen Anga­ben gibt es „der­zeit kei­ne signi­fi­kan­ten Berich­te über Stor­nie­run­gen von Reser­vie­run­gen durch Oster-Tou­ris­ten". Aller­dings sei mit kla­ren Kon­se­quen­zen für die Frem­den­ver­kehrs­wirt­schaft der Süd­küs­te zu rech­nen, "wenn die Situa­ti­on nicht gelöst wird und wenn es kei­ne Aus­wei­tung der Kraft­stoff-Min­dest­ver­sor­gung auf die Algar­ve gibt". Aktu­ell habe die Algar­ve „gute Bedin­gun­gen, um die zu emp­fan­gen, die zu uns kom­men". Den­noch, warnt Fer­nan­des, wer­de dies "kein Ostern sein, das dem nor­ma­len Rei­se­auf­kom­men ent­spricht".

 

Oster-Touristen dürfen am Wochenende zumindest auf gutes Wetter hoffen

 

Von Frei­tag an rech­net er übri­gens mit gutem Wet­ter fürs Oster­fest. Und erin­nert dar­an, dass vie­le Algar­ve-Tou­ris­ten ohne­hin ger­ne im benach­bar­ten Spa­ni­en tan­ken – wegen der dort nied­ri­ge­ren Ben­zin- und Die­sel-Prei­se. Der gesam­te Bereich der Gesund­heits- und Sicher­heits-Dienst­leis­tun­gen sei an der Algar­ve mit Kraft­stoff ver­sorgt, beru­hig­te der Ver­bands-Chef. Für die Bedürf­nis­se der Oster-Tou­ris­ten wer­de es wohl kei­ne schwer­wie­gen­den, jedoch aber „pein­li­che“ Ein­schrän­kun­gen geben, räum­te Fer­nan­des ein. Selbst die Min­dest­ver­sor­gung mit Kraft­stoff garan­tie­re nur 30 Pro­zent der Men­gen, die nor­mal sei­en.

Oster-Touristen müssen mit Rationierung des Benzins und Diesels klarkommen
Der Kraft­stoff in Por­tu­gal wur­de ratio­niert. Foto: Fan­cy Cra­ve

Warnung für britische Oster-Touristen

Noch am Mitt­woch warn­te die bri­ti­sche Regie­rung Flug­pas­sa­gie­re aus Groß­bri­tan­ni­en davor, dass "Streik­ak­tio­nen por­tu­gie­si­scher Tank­wa­gen­fah­rer seit dem 16. April zu Stö­run­gen der Flü­ge auf den Flug­hä­fen Lis­sa­bon und Faro füh­ren könn­ten". Urlau­ber aus dem United King­dom soll­ten bei den Flug­ge­sell­schaf­ten nach­fra­gen, ob sich die Flü­ge ver­spä­ten. Außer­dem sei es mög­lich, dass "Rei­sen inner­halb Por­tu­gals von dem Streik betrof­fen sein könn­ten".

Vie­le Besit­zer einer Feri­en­im­mo­bi­lie könn­ten zu denen gehö­ren, die ange­sichts der streik­be­ding­ten Eng­päs­se zu Ostern doch nicht wie geplant in den Urlaub an der Algar­ve kom­men, befürch­ten Exper­ten der Regi­on. Sie wei­sen dar­auf hin, dass über Ostern mehr als eine Mil­li­on Men­schen an die Süd­küs­te kom­men. Deren Bewe­gungs­mög­lich­kei­ten müss­ten gesi­chert wer­den, for­dern sie – gege­be­nen­falls durch zusätz­li­che Maß­nah­men über die Min­dest­ver­sor­gung hin­aus.

 

Oster-Touristen hätten Algarve im "Alarmzustand" erlebt

 

Die Regie­rung hat­te am Diens­tag den Alarm­zu­stand aus­ge­ru­fen und Maß­nah­men ergrif­fen, um im Zei­chen des Ener­gie­not­stands die Min­dest­ver­sor­gung mit Kraft­stof­fen zu sichern – zunächst nur in den Bal­lungs­räu­men Lis­sa­bon und Por­to. Am Mitt­woch sprach sich die Kata­stro­phen­schutz­kom­mis­si­on des Ver­wal­tungs­be­zirks Faro dafür aus, dass die Siche­rung der Min­dest­ver­sor­gung auch auf die Algar­ve aus­ge­dehnt wer­den soll.

Jor­ge Botel­ho, Prä­si­dent des regio­na­len Städ­te- und Gemein­de­bun­des AMAL und Bür­ger­meis­ter von Tavi­ra, sag­te:  "Wir sind eine Tou­ris­mus­re­gi­on und das The­ma soll­te in die­sem Zusam­men­hang gese­hen wer­den. Es gibt vie­le Men­schen, die zu die­ser Zeit zu Ostern an die Algar­ve fah­ren, auch Fami­li­en mit bereits reser­vier­ten Unter­künf­ten".

Oster-Touristen in Portugal müssen sich mit Einschränkungen der Kraftstoff-Verfügbarkeit abfinden
Por­tu­gals Arbeits­mi­nis­ter José Viei­ra da Sil­va gab den Beschluss zur Kraft­stoff-Ratio­nie­rung im Fern­se­hen bekannt. Screen­shot: RTP

Hat Lissabon die Algarve "vergessen"?

Das The­ma war am Mitt­woch­mor­gen im por­tu­gie­si­schen Par­la­ment behan­delt wor­den. Minis­ter­prä­si­dent Antó­nio Cos­ta räum­te auf Anfra­ge eines Abge­ord­ne­ten ein, dass eine ent­spre­chen­de Aus­wei­tung der Min­dest­be­lie­fe­rung „auf ande­re geo­gra­fi­sche Gebie­te“ geprüft wer­de. Die Regie­rung sei dazu in Kon­takt mit den Kon­tra­hen­ten des Tarif­kon­flik­tes. Oppo­si­tio­nel­le Algar­ve-Par­la­men­ta­ri­er von der Par­tei PSD for­der­ten für die Regi­on eben­falls die­sel­ben Not­fall-Ver­sor­gungs­maß­nah­men wie für Lis­sa­bon und Por­to. AHE­TA-Prä­si­dent Vie­gas warf der Regie­rung vor, die Algar­ve bei der Fest­le­gung der Min­dest­ver­sor­gung „ver­ges­sen“ zu haben.

In ver­schie­de­nen Lan­des­tei­len eskor­tie­ren unter­des­sen Poli­zei­kräf­te Tank­wa­gen, damit die­se von den Raf­fi­ne­ri­en aus schnell und sicher zu den Tank­stel­len gelan­gen. Das Lis­sa­bo­ner Innen­mi­nis­te­ri­um sprach von 48 nächt­li­chen Lie­fe­run­gen für die Flug­hä­fen Lis­sa­bon und Faro sowie für die Kran­ken­häu­ser Por­timão und Olhão.

 

Was machen die Oster-Touristen mit ihren Mietwagen?

 

Der vom Streik ver­ur­sach­te Eng­pass in der Kraft­stoff-Ver­sor­gung in Por­tu­gal stellt eben­so eine „gro­ße Belas­tung“ für die Auto­ver­mie­ter dar, vor allem an der Algar­ve. Dort ist rund um Ostern die gesam­te Flot­te an Fahr­zeu­gen fast zu 100 Pro­zent reser­viert. Arman­do San­ta­na, Prä­si­dent des Auto­ver­mie­ter-Ver­bands der Algar­ve sag­te, sei­ne Mit­glie­der sei­en in einer noch nie dage­we­se­nen Situa­ti­on:  "Sie kön­nen nicht arbei­ten". Wenn Kun­den ihre Miet­wa­gen ablie­fer­ten, gesche­he das ohne Tank­fül­lung, weil es kei­ne Chan­ce zur Betan­kung gebe. „Aber wir kön­nen doch kein Auto ohne Treib­stoff an einen ande­ren Kun­den aus­lie­fern. Die­se Situa­ti­on wird zu gro­ßen Unan­nehm­lich­kei­ten füh­ren", befürch­tet der Exper­te. Abge­se­hen von weni­ge mul­ti­na­tio­na­len Unter­neh­men hät­ten 95 Pro­zent der Auto­ver­mie­ter an der Süd­küs­te Por­tu­gals kei­ne eige­nen Kraft­stoff-Reser­ven.

 

Oster-Touristen in Portugal haben nicht viel Freude beim Betanken ihrer Mietwagen
Das Tan­ken könn­te für Por­tu­gal-Tou­ris­ten zu sport­li­chen Übung wer­den. Foto: Gabri­el Cote

 

Oster-Touristen verlangen Tankgarantie

San­ta­na hat beob­ach­tet, dass Kun­den bei den Ver­mie­tern anru­fen und Garan­ti­en dafür ver­lan­gen, dass ihr Auto mit vol­lem Tank bereit­ge­stellt wer­de. Er rech­net jetzt weni­ger mit Vor­ab-Stor­nie­run­gen als mit Nicht­er­schei­nen am Abhol­ort. Somit könn­ten kei­ne Dienst­leis­tun­gen in Rech­nung gestellt wer­den, denn es han­de­le sich um einen Fall höhe­rer Gewalt, an dem weder die Kun­den noch die Ver­mie­ter Schuld trü­gen.

Der Kraft­stoff­kon­zern Prio teil­te am Mitt­woch die Befürch­tung mit, dass fast der Hälf­te sei­ner por­tu­gie­si­schen Tank­stel­len bis zum Ende des Mitt­wochs der Sprit aus­ge­hen wer­de. Die Han­dels­ket­te Jum­bo, die auch vie­le Tank­stel­len betreibt, berich­te­te, dass 18 Sta­tio­nen im Lan­de bereits geschlos­sen sei­en. An 11 Tank­stel­len sei­en eini­ge Kraft­stof­fe nicht mehr ver­füg­bar.

Por­tu­gals Prä­si­dent Mar­ce­lo Rebelo de Sou­sa beru­hig­te mit dem Hin­weis, die Regie­rung ver­su­che, "die Situa­ti­on zu sta­bi­li­sie­ren und zu nor­ma­li­sie­ren", ins­be­son­de­re da Fami­li­en über die Oster­fei­er­ta­ge nach Hau­se rei­sen woll­ten.

 

Vorräte im Tankstellen-Netz gehen zur Neige

 

Oster-Touristen werden in Portugal nicht uneingeschränkt tanken können
An vie­len  Tank­stel­len in Por­tu­gal war am Mitt­woch kaum noch Treib­stoff zu bekom­men. Foto: Vik­tor Theo

Der natio­na­le Ver­band der Treib­stoff­händ­ler, ANAREC, schätz­te am Mitt­woch, dass etwa 40 Pro­zent der Sta­tio­nen im por­tu­gie­si­schen Tank­stel­len­netz der­zeit nichts mehr ver­kau­fen kön­nen oder bereits ihre Reser­ven ange­zapft hät­ten. Es gebe in den kom­men­den Stun­den eine Ten­denz, dass der Anteil noch zuneh­men wer­de.

Der por­tu­gie­si­sche Ver­band der Mine­ral­öl­ge­sell­schaf­ten (APETRO) erklär­te am Mitt­woch, dass die Ver­sor­gung von Tank­stel­len trotz der Anfor­de­rung geeig­ne­ter Ersatz­fah­rer für Tank­wa­gen noch nicht wie­der auf­ge­nom­men wor­den sei. Es gebe bereits Anzei­chen für "prak­tisch" erschöpf­te Vor­rä­te im Tank­stel­len-Netz.

Lesen Sie zur Lage auch unse­re aus­führ­li­chen bis­he­ri­gen Berich­te:

"Kraft­stoff-Man­gel lähmt Por­tu­gal vor Ostern" (17. April 2019)

"Por­tu­gals Flug­hä­fen geht der Treib­stoff aus" (16. April 2019)

 

Oster-Touristen und andere Urlauber müssen mit weiteren Schwierigkeiten rechnen

 

Inzwi­schen deu­ten sich für den Tou­ris­mus im Süden Euro­pas wei­te­re Belas­tun­gen an: Streiks und Aus­fäl­le in Por­tu­gal, Spa­ni­en und Ita­li­en könn­ten den Flug­ur­laub vie­ler Pas­sa­gie­re stö­ren.

Die por­tu­gie­si­sche Gewerk­schaft der Boden­ab­fer­ti­gungs-Arbei­ter, SINTAC, kün­dig­te für die Zeit vom 16. Juni bis 15. Juli Arbeits­kampf-Maß­nah­men ihrer Mit­glie­der bei der Flug­ge­sell­schaft Ryan­air und dem Abfer­ti­gungs­un­ter­neh­men Ground­link an.

Das Sicher­heits­team am Flug­ha­fen der spa­ni­schen Haupt­stadt Madrid, das zur Gewerk­schaft ATES gehört, hat am 12. April Arbeits­nie­der­le­gun­gen begon­nen. Bei dem unbe­fris­te­ten Streik geht es um Löh­ne und mehr Pau­sen­zei­ten. Die Abfer­ti­gungs­teams (Teams zur Boden­un­ter­stüt­zung) der Gewerk­schaft Sin­di­cal Obre­ra und des Gewerk­schaft­bun­des Gene­ral de Tra­ba­ja­do­res pla­nen für Oster­sonn­tag, 21. April, und für den 24. April einen Streik.

In Ita­li­en strei­ken der­zeit bereits Mit­ar­bei­ter der Flug­ge­sell­schaft Alita­lia 24 Stun­den lang, und auch eini­ge Beschäf­tig­te der bei­den Mai­län­der Haupt­flug­hä­fen Lina­te und Mal­pen­sa haben ihre Arbeit ein­ge­stellt.

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

Ein Gedanke zu „Oster-Touristen auf Madeira und an Algarve geschockt

  • 21. April 2019 um 02:41
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    Ich hof­fe mal sehr, dass durch die­se Treib­stof­feng­pass-Situa­ti­on vie­le Köp­fe auf­wa­chen und begin­nen auch außer­halb der ein­ge­tre­te­nen Pfa­de zu den­ken und zu han­deln.

    Z.b. den ÖPNV maß­geb­lich aus­zu­wei­ten und die Takt­ra­te erhö­hen. Das spart Unmen­gen an Sprit im Ver­gleich zum indi­vi­du­el­len Trans­port der sel­ben Anzahl Men­schen.
    Außer­dem wur­den mir Beob­ach­tun­gen aus ers­ter Hand berich­tet, dass zeit­wei­se die Belie­fe­rung von Super­märk­ten infra­ge­ge­stellt war und damit ein­her­ge­hend die Trink­was­ser­ver­sor­gung gro­ßer Tei­le der Bevöl­ke­rung.
    Da Lei­tungs­was­ser mei­ner Erfah­rung nach fast flä­chen­de­ckend sehr stark gechlort wird und nur weni­ge eine eige­ne Quel­le in Trink­was­ser­qua­li­tät auf dem Grund­stück oder einen Was­ser­fil­ter haben, wird das schnell zu einem sehr kri­ti­schen Pro­blem in mei­nen Augen. Von den rie­si­gen Plas­tik­müll­men­gen, die aus der Abhän­gig­keit vom Fla­schen­was­ser resul­tie­ren, mal ganz abge­se­hen – ich wür­de hier eine lan­des­wei­te geför­der­te Kam­pa­gne vor­schla­gen zum dezen­tra­len Ein­bau und Betrieb geeig­ne­ter Was­ser­fil­ter – und sei es wenigs­tens einer pro Dorf, wo dann jeder rund um die Uhr sein Was­ser zap­fen kann, gegen klei­nen Obo­lus.
    Nun und natür­lich nicht zu ver­ges­sen, noch stär­ker den regio­na­len Anbau von Lebens­mit­teln för­dern, aus mei­ner Sicht auf so öko­lo­gi­sche Wei­se wie mög­lich. Gly­pho­sat­hal­ti­ge Mix­tu­ren wer­den u.a. als che­mi­sche Sen­se, offen­sicht­lich ohne vor­he­ri­ge Sach­kun­de­schu­lungs­pflicht viel zu leicht­fer­tig und unüber­legt ange­wandt. Obwohl des­sen krebs­er­re­gen­de Wir­kung mitt­ler­wei­le längst kein Geheim­nis mehr ist.
    Gleich­zei­tig braucht es vie­ler­orts groß­flä­chi­ge Auf­fors­tungs­maß­nah­men mit STANDORTANGEPASSTEN Gehöl­zen, (nein, kein Euka­lyp­tus, auch kei­ne Nadel­ge­höl­ze) um der ekla­tan­ten Boden­ero­si­on end­lich wirk­sam Ein­halt zu bie­ten und mit­tel­fris­tig dem noch wei­te­ren Absin­ken der Grund­was­ser­pe­gel und Rück­gang der Win­ter­nie­der­schlä­ge und damit ein­her­ge­hend der noch grö­ße­ren Wald­brand­ge­fahr im Som­mer ent­ge­gen zu wir­ken.

    Wenn hier­für genau­so viel Geld in der sel­ben Zeit locker gemacht wer­den wür­de wie für den Wie­der­auf­bau von Not­re Dame de Paris, wäre die zeit­na­he Umset­zung all die­ser oben genann­ten Vor­schlä­ge mei­ner Ein­schät­zung nach ein Klacks.

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