Algarve-Küste: Wie sicher fahren die Ausflugsboote?

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Wie sicher ist es, mit einem der Aus­flugs­boo­te ent­lang der Algar­ve-Küs­te und in die vie­len Grot­ten und Höh­len zu fah­ren? Am Kar­ne­vals-Wochen­en­de 2019 gab es zwei Unfäl­le – bei­de an der fel­si­gen West-Algar­ve. Wir fra­gen die " Algar­ve für Ent­de­cker"-Leser: Wel­che Erfah­run­gen haben Sie mit Grot­ten-Fahr­ten an Por­tu­gals Süd­küs­te gemacht?

Am Kar­ne­vals­sonn­tag gegen 13 Uhr ging bei der Ret­tungs­wa­che in Fer­ra­gu­do bei Por­timão ein Alarm ein: Ein Tou­ris­ten­boot mit 25 Per­so­nen an Bord mel­de­te einen Unfall in der Grot­te von Alf­an­z­ina. Durch Wel­len­gang war es an die Decke der Höh­le gesto­ßen. Sofort rück­te ein Ret­tungs­boot zum nahe gele­ge­nen Ein­satz­ort aus.

 

Ausflugsboote lieben Grottenfahrten mit Touristen an der Algarve, etwa in Alfanzina mit seinem Leuchtturm
Begehr­tes Foto-Motiv auf Aus­flugs­fahr­ten: Der Leucht­turm von Alf­an­z­ina über einer der Grot­ten. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

 

Ausflugsboote gehen durchaus Risiken ein

 

Ausflugsboot mit Dachschaden nach Unfall in einer Grotte der Algarve
Aus­flugs­boot mit Dach­scha­den. Foto: AMN

Laut amt­li­chen Anga­ben hat­ten die Wel­len am Sonn­tag in dem betrof­fe­nen Gebiet eine Höhe von 1,5 Metern. Fach­leu­te hal­ten es des­halb für ris­kant, in die Grot­ten zu fah­ren, beson­ders bei Flut. Die Alf­an­z­ina-Grot­te liegt in der Nähe des gleich­na­mi­gen Leucht­turms von Car­voei­ro. Sie ist durch die Ero­si­on der Kalk­stein­fel­sen ent­stan­den. Neben der Grot­te von Ben­agil gilt sie als einer der meist­be­such­ten Höh­len an der Algar­ve-Küs­te.

Vor Ort ent­deck­ten die Ret­tungs­kräf­te nicht nur Beschä­di­gun­gen an den Auf­bau­ten, son­dern es war auch eine Per­son ein­ge­klemmt und ver­letzt. Das Boot konn­te aus eige­ner Kraft in den Hafen von Por­timão zurück­keh­ren.

Dort befrei­te die städ­ti­sche Feu­er­wehr den Ver­letz­ten und brach­ten ihn ins Kran­ken­haus. Er war bei Bewusst­sein, hat­te aber offen­sicht­lich ein schwe­res Trau­ma. Die Was­ser­schutz­po­li­zei nahm Ermitt­lun­gen zu dem Unfall­her­gang auf.

 

Eins der Ausflugsboote kollidierte am Samstag mit Felsen

 

Ausflugsboot schlug Leck nach Kollision mit Algarve-Felsen
Die Was­ser­schutz­po­li­zei ver­pi­xel­te das Schiffs-Leck im Bild aus Port­i­mao. Foto: AMN

 

Erst am Sams­tag­nach­mit­tag hat­te es eben­falls einen Unfall mit einem der Aus­flugs­boo­te gege­ben. Wir berich­te­ten dar­über in unse­rem Bei­trag "Algar­ve News: 25. Febru­ar bis 3. März 2019".Gegen 16:20 Uhr hat­te die „Man­gui­to“ ein Leck an Bord gemel­det und sich auf die Rück­fahrt in den Hafen von Por­timão gemacht. Was­ser­schutz­po­li­zei und Ein­satz­kräf­te der Ret­tungs­wa­che in Fer­ra­gu­do manö­vrier­ten das offen­bar mit einem Fel­sen kol­li­dier­te Schiff an den Strand Pra­ia da Mari­na am Yacht­ha­fen.

Die­se Akti­on soll­te ein Absin­ken ver­mei­den. Die 32 Pas­sa­gie­re an Bord, dar­un­ter fünf Kin­dern, konn­ten gebor­gen wer­den. Die Gäs­te benö­tig­ten kei­ne medi­zi­ni­sche Hil­fe. Da die Treib­stoff-Tanks intakt waren, gab es kei­ne Gefahr einer Mee­res­ver­schmut­zung durch Öl.

 

Ausflugsboot muss Passagiere nach Leckage an den Strand von Portimao bringen lassen
Die 32 Pas­sa­gie­re des leck­ge­schla­ge­nen Aus­flugs­boots konn­ten am Strand Pra­ia Mari­na de Port­i­mao an Land gebracht wer­den. Foto: AMN

 

Ausflugsboote: Tourismus-Beobachter haben einige Sorgen

 

Ausflugsboote und Schwimmer kommen sich an der Algarve-Küste oft gefährlich nah
Gefähr­li­che Nähe: Vor allem im Hoch­som­mer besteht oft Kol­li­si­ons­ge­fahr. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

Beob­ach­ter des Tou­ris­mus an der Algar­ve-Küs­te haben schon häu­fi­ger vor der Gefahr von Unfäl­len durch die vie­len Aus­flugs­boo­te gewarnt, die Urlau­ber an die Grot­ten in den bizar­ren Fels­for­ma­tio­nen her­an­fah­ren und manch­mal auch in sie hin­ein. Deren Wege kreu­zen sich – vor allem im Hoch­som­mer – gele­gent­lich mit Schwim­mern, Kajak-Fah­rern und Stand-up-Padd­lern. 2017 war eine Schwim­me­rin vor Car­voei­ro von einem Aus­flugs­boot vor den Augen ihres Man­nes über­fah­ren und dabei töd­lich ver­letzt wor­den. Wir berich­te­ten dar­über in unse­ren „Algar­ve-News: 13. bis 19. August 2017“.

Auch Klip­pen-Klet­te­rer brin­gen sich an der Algar­ve oft in Gefahr, wie unser Bei­trag „Gefähr­li­che Klip­pen-Klet­te­rei“ zeigt.

Durch die Ero­si­on kön­nen auch in Höh­len der Algar­ve-Küs­te Tei­le des Gesteins her­ab­fal­len. "Genau genom­men müss­ten wir sicher­heits­hal­ber allen unse­ren Pas­sa­gie­ren einen Helm anbie­ten, bevor wir mit klei­ne­ren Boo­ten in die Grot­ten hin­ein­fah­ren", sag­te kürz­lich ein Schiffs­be­trei­ber der Redak­ti­on " Algar­ve für Ent­de­cker".

Wie sind Ihre per­sön­li­chen Erfah­run­gen mit der Sicher­heit von Aus­flugs­boo­ten der Algar­ve? Bit­te neh­men Sie an unse­rer Befra­gung teil.

Bit­te hin­ter­las­sen Sie uns Ihren Kom­men­tar, in dem Sie am Ende die­ses Bei­trags unter der Rubrik "Hin­ter­las­se eine Ant­wort" Ihren Text in das dor­ti­ge Feld ein­tra­gen und dann auf den Knopf "Kom­men­tar abschi­cken" kli­cken. Wir freu­en uns über Ihre Infor­ma­tio­nen und Ihre Mei­nung!

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

3 Gedanken zu „Algarve-Küste: Wie sicher fahren die Ausflugsboote?

  • 5. März 2019 um 15:44
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    Padd­le ab und an mit einem Kajak auf dem Rio do Alvor, Rio do Odia­xe­re und dem gro­ßen "See" bei Flut, der den Oze­an mit Alvor ver­bin­det.
    Boots­tou­ren wür­de ich nur in Alvor bei Tri­ga­na, Wel­co­me, Alvor Boat buchen! Die haben seit Jah­ren nur gute Refe­ren­zen!

    Antwort
  • 5. März 2019 um 07:41
    Permalink

    Hal­lo,

    Dan­ke für die inter­es­san­ten Bei­trä­ge. Ich bin Ende April bis Anfang Mai 2 Wochen in Port­i­mao ( zum 4. Mal). Eigent­lich hat­te ich geplant, mir ein Fahr­rad zu mie­ten und damit mal nach Alvor und Cavoei­ro zu fah­ren. Jetzt habe ich irgend­wo gele­sen, dass Fahr­rad fah­ren etwas gefähr­lich ist. Wie sehen Sie das, kann man an Küs­ten­na­hen Stra­ßen mit dem Fahr­rad ent­lang fah­ren?
    Ich wür­de mir außer­dem wün­schen dass Sie mehr Ter­mi­ne für künf­ti­ge Ver­an­stal­tun­gen und Events ver­öf­fent­li­chen, so daß man sich vor Urlaubs­an­tritt schon bes­ser infor­mie­ren und pla­nen kann, was man machen möch­te.
    Es wäre auch schön, wenn Sie über ver­schie­de­ne Anbie­ter berich­ten wür­den. Wir haben sehr gute Erfah­run­gen mit Alvor boat Trips gemacht. Die Rei­se­füh­re­rin von der Orphe­lia ist eine total lus­ti­ge und sehr enga­gier­te jun­ge Frau. Es war sehr inter­es­sant, was sie uns so auf der Boots­fahrt erzählt hat. Sie hat uns gesagt, dass ihr der Job sehr viel Spass macht und sie immer auf der Suche ist, inter­es­san­te Fak­ten zu erfah­ren, um sie den Gäs­ten zu erzäh­len. Das hat man gemerkt. Es waren kei­ne 0815-Bei­trä­ge, die dort über das Mikro­fon kamen und es gab immer etwas zu lachen. Lie­be Grü­ße Moni­ka

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  • 5. März 2019 um 07:20
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    Ich den­ke, es kommt immer auf die Kennt­nis­se und Erfah­run­gen des Men­schen an, der das Boot steu­ert. Wir waren 2018 mit der Orphe­lia dort. Von der Orphe­lia aus geht es mit 3 klei­nen Boo­ten in die Grot­ten. Etwas unheim­lich war mir schon. Ich hat­te aber nicht den Ein­druck, dass der Boots­füh­rer ein Risi­ko ein­ge­gan­gen wäre. Er hat einem ande­ren Boots­füh­rer, der das noch nicht so lan­ge macht, immer Hin­wei­se zuge­ru­fen, wor­auf er ach­ten muss. Mit der Orphe­lia wür­de ich das wie­der machen. In Lagos war es so, dass man ein paar Tage kei­nen Boots­aus­flug zum Pon­ta de Pidade machen konn­te, weil zu hoher Wel­len­gang war. Dort waren wir 2017. Auch hier hat­te ich den Ein­druck, dass sehr auf Sicher­heit geach­tet wur­de. Hier, wie bei der Orphe­lia auch, wur­den den Leu­ten die Plät­ze zuge­wie­sen, so dass vom Gewicht her das Boot rich­tig „bela­den“ war. Auch wur­de beson­de­rer Wert dar­auf gelegt, dass Kin­der eine ent­spre­chend pas­sen­de Schwimm­wes­te haben und sicher im Boot sit­zen. Den Anbie­ter-Namen in Lagos weiß ich lei­der nicht mehr. Hier kann ich mich aber erin­nern, dass wir froh waren, die­sen zufäl­lig gewählt zu haben, da wir den Ein­druck hat­ten, dass ande­re Boo­te nicht ganz so sicher unter­wegs waren.

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