Algarve braucht jüngeres Image

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Der neue Präsident des Algarve-Tourismus, João Fernandes, hat im ersten Teil eines Exklusiv-Interviews mit “Algarve für Entdecker” seine ehrgeizigen Pläne für die nächsten Jahre umrissen. Dabei ging es um die Herausforderung durch die derzeit zurückgehende Zahl deutscher und britischer Touristen – auch Golfspieler – sowie um Zukunftsprojekte im Natur- und Wassersport-Tourismus und die Um-Positionierung im Wettbewerb mit anderen Destinationen. In Teil II des Interviews stellten wir ihm ergänzende Fragen zum Hochqualitäts-Image der Algarve, zu Bewerbung und Kommunikation sowie zur Unterstützung durch die Politik.

 

Image der Algarve soll verjüngt werden, sagt der Tourismusverbands-Präsident Fernandes
Golf: Das Image des Sports passt zum Image hoher Qualität der Algarve, wirkt aber kaum bei Jüngeren. Foto: RTA

 

Frage: Ist das hochwertige Image der Marke Algarve in Ihren Augen denn immer noch gerechtfertigt? Was möchten Sie tun, um dieses Image zu erhalten?

 

Fernandes: Noch härter am Hochqualitäts-Image arbeiten!

 

Image der Algarve soll laut Tourismusverbands-Präsident Fernandes verjüngt werden
João Fernandes, neuer Präsident des Tourismusverbands Algarve. Foto: Vasco Celio

Fernandes: Ja, sicher! Wir müssen jedoch noch härter daran arbeiten, um dieses Hochqualitäts-Image zu erhalten. In den nächsten fünf Jahre konzentrieren wir uns darauf, das Image und das entsprechende Tourismus-Angebot der Region aufzufrischen und zu stärken. Dabei liegt der Schwerpunkt auf nachhaltiger Entwicklung sowie auf der Gewinnung von Talenten und Investitionen. Die Algarve muss neue Wege entwickeln, um Besucher anzuziehen. Hauptsächlich blicken wir da auf Geschäftsreisende, Wassersportler, andere Sportarten und den barrierefreien Tourismus. Wir wollen aktiv Investitions-Möglichkeiten identifizieren und anlocken, die dazu beitragen, unser Angebot neu zu qualifizieren und Innovationen in den Tourismussektor zu bringen. Wir möchten eng mit Organisationen wie ATA, IEFP Algarve, APEMIP, CCDR Algarve, der Algarve-Universität, dem Flughafen Faro und anderen zusammenarbeiten. Denn Kooperation ist der einzig vernünftige Weg.

“Algarve muss Besucher auf neuen Wegen anziehen”

In diesem Sinne arbeiten wir bereits an einem Portfolio von solchen Gebäuden in touristischen Gebieten, die derzeit entweder leer stehen oder in einem schlechten Zustand sind. Wir haben bereits mehr als 16 dieser Bauten identifiziert, an der gesamten Algarve. Unser Ziel ist es, sie Anfang 2019 potenziellen internationalen Investoren vorzustellen und sie ihnen zu vermitteln. Außerdem hat die Staatssekretärin für Tourismus, Ana Mendes Godinho, eine neue Kreditlinie angekündigt. Diese wurde aufgelegt von Turismo de Portugal in Zusammenarbeit mit Banken. Für Tourismus-Unternehmen an der Algarve steht ein Betrag von 30 Millionen Euro bereit, insbesondere für die Erneuerung alter und Schaffung neuer Produkte in der Region. Dieses Programm wird exclusiv für Algarve-Unternehmen eine Klausel enthalten, die diese von der Rückzahlung von 20 Prozent des geliehenen Geldes freistellt.

 

Image der Algarve erfordert bessere Flugverbindungen nach Faro
Die Algarve braucht über den Flughafen Faro dringend mehr Verbindungen ins Ausland. Foto: Hans-Joachim Allgaier

 

Fernandes: Neues Modell der externen Promotion in Arbeit

 

Frage: RTA ist verantwortlich für die Schaffung des Produktes und für seine Vermarktung in Portugal und in Spanien, die Aufgabe der Algarve Tourism Association (ATA) ist die Promotion im übrigen Ausland. Wie zufrieden sind Sie mit dieser Arbeitsteilung?

Fernandes: Wir freuen uns, gemeinsam mit der ATA an der Definition eines neuen Modells der externen Algarve-Promotion zu arbeiten. Dieses wird in den nächsten drei Jahren zur Verstärkung bisheriger und Gewinnung neuer Flugverbindungen führen. Ferner wird es die Zusammenarbeit mit der regionalen Entwicklungsagentur CCDRAlg und den Kommunen bei verschiedenen Themen verstärken, etwa bei Fragen der Mobilität, neuer Vorschriften für private Unterkünfte und bei der Definition einer örtlichen Kurtaxe.

 

Fernandes: Neue Kommunikations-Kampagnen

 

Frage: Sind Marketing- und Werbeaktivitäten effektiv genug auf den wachsenden Markt unabhängiger Reisender ausgerichtet, die nicht so sehr daran interessiert sind, Pakete zu buchen (Flug, Transfer, Unterkunft usw.)?

Fernandes: Das Internet hat die Art und Weise verändert, wie Touristen ihre Reisen durchführen – vom Suchen und Buchen bis zum Teilen der Erlebnisse mit Familie und Freunden. Mit diesem Trend halten wir Schritt. Wir haben kürzlich unsere überarbeitete Website präsentiert. Sie hat neue Funktionen, welche die Planung der Reise erleichtern.

“Ausländische Residenten sind wichtige Influencer für unser Image”

Image der Algarve soll aufgefrischt werden, sagt der neue RTA-Präsident mit Unterstützung der Staatssekretärin
Tourismus-Staatssekretärin Ana Mendes Godinho (2.v.l.) neben RTA-Präsident Joao Fernandes bei seiner Amtseinführung. Foto: FB

Wir wollen soziale Netzwerke nutzen, neue Kommunikationskanäle sowie Kampagnen für den Endkunden entwickeln. Wir wollen uns ferner darauf fokussieren, der an der Algarve lebenden ausländischen Bevölkerung näher zu kommen. Denn sie ist in ihren Heimatländern ein wichtiger “Influencer” für unser Image als Zielgebiet.

Obwohl wir gerade einen Teil unserer Kommunikation anpassen, um auch den Endverbraucher anzusprechen, werden wir aber auch weiterhin mit Reiseveranstaltern zusammenarbeiten. Die waren schon immer wichtige Partner.

Frage: Sehen Sie die Algarve ausreichend gut von Turismo de Portugal unterstützt? Und wie sieht es mit dem zuständigen Ministerium in Lissabon aus?

Fernandes: Ja, total. Das war tatsächlich sehr deutlich bei der Übernahme der RTA-Präsidentschaft, als die Staatssekretärin für Tourismus sprach und drei weitere Staatssekretäre sowie der Präsident von Turismo de Portugal präsent waren. Wir müssen alle als Team arbeiten, in völliger Übereinstimmung der Ziele und Zwecke.

 

Demnächst erfahren Sie in Teil III unseres Interviews mit dem neuen RTA-Präsidenten João Fernandes noch, welche Konsequenzen er aus der Waldbrand-Katastrophe im Raum Monchique ziehen will, ob es mehr kulturelle (Groß-)Veranstaltungen geben soll und wie die Schwächen im Verkehrssystem der Algarve zu beseitigen sind.

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

2 Gedanken zu „Algarve braucht jüngeres Image

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