Portugals Hitze-Hölle quält auch Radrennfahrer

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Heiß, heißer, Hitze-Hölle: An der Algarve sind hunderttausende Portugal-Urlauber und -Residenten am Samstagmorgen bei extremen Temperaturen aufgewacht. Schon kurz nach sieben Uhr lagen diese jenseits der 30 Grad! Fieberhaft versuchen rund 750 Feuerwehrleute weiterhin, den ausgedehnten Waldbrand im Norden des Monchique-Gebirges, 40 Kilometer von den Touristenzentren der Südküste entfernt, zu löschen (unser Beitragsbild). Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa lobte die Brandbekämpfer. Er sagte im Fernsehen, es werde überall im Land gute Arbeit geleistet, um die Folgen der extrem hohen Temperaturen zu minimieren.

 

Hitze-Hölle Algarve mit Nachttemperaturen von mehr als 30 Grad
Am Samstagmorgen in der Frühe erwachten Algarve-Bewohner und Urlauber bei 31 Grad. Foto: Hans-Joachim Allgaier

 

Trotz des gnadenlosen Sonnenscheins, der am Freitag in den beiden Alentejo-Städten Alcácer do Sal (45,9 Grad) und Reguengos (45,5) das Thermometer auf Rekordwerte klettern ließ, jagt das Land die Radrennfahrer seiner Portugal-Rundfahrt weiter durch die Hitze-Hölle. Die Samstags-Etappe führt von Sertã nach Oliveira do Hospital, durch einige der von den Bränden des letzten Jahres am stärksten betroffenen Orte. Dort waren mehr als 110 Menschen ums Leben gekommen. Schon auf der ersten Etappe der 80. Volta a Portugal von Alcácer do Sal nach Albufeira an der Algarve hatte ein Fahrer einen Hitzekollaps erlitten und musste ausscheiden. “Bombeiros”, also Feuerwehrleute, besprühen die Radrennfahrer unterwegs mit Wasser.

 

HItze-Hölle Portugal durchqueren Radrennfahrer bei der 80. Rundfahrt Volta a Portugal
Rasen durch die Hitze-Hölle Portugals: Radrennfahrer der 80. Volta a Portugal. Foto: Volta a Portugal

 

Hitze-Hölle Monchique: Brandbekämpfung bei 40 Grad

 

Hitze-Hölle Portugal führte in Monchique zu Flächenbrand
Hubschrauber versuchen den Flächenbrand bei Monchique zu löschen. Foto: RTP

Im Monchique-Gebirge hatte der zweite heftige Waldbrand dieser Woche am Freitag ein Wohnhaus zerstört. Die beiden Dörfer Taipas und Foz do Carvalhoso wurden vorsichtshalber evakuiert. Die Stadtverwaltung von Monchique rief in der Nacht um 1:10 Uhr vorsorglich den Notfall aus und kümmerte sich um die Unterbringung der Evakuierten Dorfbewohner. Diese konnten am Samstagvormittag in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Die Löscharbeiten dauern an und sind wegen des unwegsamen Terrains sehr schwierig. Es gab am Samstagvormittag noch zwei aktive Fronten, wie Monchiques Bürgermeister Rui André bestätigte. Wohngebäude seien aber nicht in Gefahr. Mediziner mussten rund ein Dutzend Feuerwehrleute wegen des Einatmens von Rauch bzw. wegen Erschöpfung behandeln. Der Wind drehte mittlerweile bei örtlichen Temperaturen um bis zu 47 Grad auf nördliche Richtungen und bläst mit rund 20 Stundenkilometern Geschwindigkeit grauen Rauch auch in Richtung der Strände an der West-Algarve.

Der Zivil- und Katstrophenschutz erhöhte die Zahl der Feuerwehrleute am Brandherd in Monchique seit Freitag ständig auf nunmehr rund 750. Unterstützt werden sie bei der Bekämpfung des Flächenbrands von fast 200 Löschwagen und Geräten am Boden sowie mittlerweile elf Flugzeugen bzw. Helikoptern. Der Ausbruch der Flammen war am Freitag gegen 13:30 in der Ortschaft Perna da Negra gemeldet worden. Sie liegt rund 40 Kilometer von der Algarve-Küste entfernt im hügeligen bis gebirgigen Hinterland.

 

Hitze-Hölle Algarve: Hier herrscht größte Brandgefahr

Maximale Brandgefahr herrscht nach Angaben des portugiesischen Zivil- und Katastrophenschutzes am Wochenende in mehr als 30 Landkreisen, vor allem an der Algarve und in den nördlichen Regionen und in der Mitte des Landes. An der Algarve sehen die Meteorologen des Instituts für Meer und Klima (IPMA) maximale Brandgefahr für die Kommunen Monchique, Odemira, Portimão, Silves, Loulé, São Brás de Alportel, Tavira, Castro Marim und Alcoutim.

Im Inneren des Landes sowie im Norden und im Zentrum wird maximale Brandgefahr die Gemeinden Torre de Moncorvo, Vila Nova de Foz Coa, Meda, Trancoso, Figueira de Castelo Rodrigo, Pinhel, Beira Celorico, Guarda, Sabugal, Penamacor, Fornos de Algodres, Gouveia , Seia, Butters, Covilhã, Arganil, Pampilhosa da Serra, Oleiros, Proença-a-Nova, Vila Velha Rodão, Nisa, Marvão, Sperber, Abrantes, Ferreira do Zêzere, Vila de Rei und Vila Nova da Barquinha angegeben.

 

Hitze-Hölle Portugal könnte Hitzerekord Europas am 4. August 2018 brechen
Portugal könnte am 4. August 2018 Europas Hitzerekord von 48 Grad brechen. Illustration: Universität Heidelberg

 

Bricht Portugal Europas Hitzerekord?

 

Die höchsten Backofen-Temperaturen sagten die Meteorologen am Samstagmorgen mit 47 Grad um 14 Uhr für die Gegend um Santarém voraus. Das mutmaßliche Zentrum der Hitze-Hölle in Portugal liegt rund 80 Autokilometer nordöstlich von Lissabon entfernt. Möglicherweise wird hier heute der europäische Hitzerekord gebrochen, der seit dem 10. Juli 1977 von der griechischen Hauptstadt Athen gehalten wird. Damals stieg die Quecksilbersäule dort auf 48,0 Grad!

Über die Lage am Freitag haben wir Sie in unserem aktuellen Beitrag “Hitzerekorde: Portugal im Alarmzustand” unterrichtet.

Tipps zum gesunden und sicheren Verhalten bei Hitze finden Sie in unserem Artikel “Algarve-Hitze sicher und gesund überstehen“.

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

2 Gedanken zu „Portugals Hitze-Hölle quält auch Radrennfahrer

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