Algarve-Waldbrand zerstört Häuser

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Bei brütender Backofen-Hitze von 33 Grad an der Algarve kämpfen rund 1.100 portugiesische Feuerwehrleute mit spanischer Unterstützung weiter fieberhaft gegen die Flammen, die den Gebirgs-Kurort Monchique (6.000 Einwohner) an zwei Fronten im Süden und Osten bedrohen. Bisher mussten 44 Hilfsbedürftige medizinisch versorgt werden, 31 unter den Einsatzkräften und 13 Zivilisten. Der Zivilschutz berichtete, 25 Personen seien bislang durch den Algarve-Waldbrand verletzt worden. Eine schwerverletzte 72-Jährige Frau musste mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus nach Faro gebracht werden. Laut dem Präsidenten des Algarve-Städtetages AMAL, Jorge Botelho, sind bei dem Algarve-Waldbrand auch bereits Häuser zerstört worden. Angaben über das Ausmaß konnte er am frühen Montagnachmittag nicht machen.

Mehr als 110 Evakuierte harren unterdessen in einer Schule (EB 2/3) von Monchique aus – ohne genau zu wissen, was mit ihrem Hab und Gut passiert. Der Präsident des Gemeinderats von Monchique, José Gonçalves Duarte, räumte ein, dass sich diese Menschen in einer “Stress-Situation” befinden. Von der Notunterkunft in der Schule aus sollen sie so bald wie möglich auf Wohnungen verteilt werden. Zurückzukehren sei wegen der schwierigen Situation im Gebiet des Algarve-Waldbrands noch nicht möglich.

 

Auch spanische Flugzeuge im Einsatz gegen Algarve-Waldbrand

 

Spanien stellte unterdessen zwei Canadair-Flugzeuge zur Unterstützung im Bereich der Gebirgskette Serra de Monchique bereit. Sie hatten am Wochenende auch bei der Feuer-Bekämpfung in den Bereichen Marvão und in der Nähe der Grenzstadt Badajoz geholfen. Portugals Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa setzte sich beim Innenministerium für die Verstärkung der Brandbekämpfung in Monchique durch zwei zusätzliche Flugzeuge und zwei weitere Fahrzeuge ein.

 

Algarve-Waldbrand ließ Asche auf Balkone, Terrassen, Autos und Straßen regnen
Ascheregen auf Balkonen und Autos erinnerte die Algarve-Urlauber und -Residenten an den nahe gelegenen Brandherd. Foto: Hans-Joachim Allgaier

 

Wind könnte Algarve-Waldbrand noch verstärken

Das regionale Zivilschutz-Kommando macht sich Sorgen, dass die ab Mittag erwarteten auffrischenden Winde den Kampf gegen den Algarve-Waldbrand weiter erschwert. Bislang gelten 95 Prozent des Waldbrand-Gebiets als “beherrscht”. Das Feuer könne in Richtung des weiter östlich gelegenen Ortes São Marcos da Serra im Kreis Silves geweht werden, meinte Vize-Kommandeur Abel Gomes. Mit schwerem Gerät werden Feuerschneisen angelegt, um die Flammen möglichst zu stoppen.

In dem Badeort Caldas de Monchique, südlich vor den Toren des 6.000-Einwohner-Städtchens im hügeligen Hinterland der Algarve gelegen, bleibe die Situation aber „sehr kritisch“, so Gomes. Gefährdet sich durch den Algarve-Waldbrand auch die nahe gelegenen Dörfer Podalgais und Vale do Boi. Im Morgengrauen war bei Caldas de Monchique ein Fünf-Sterne-Hotel vorsichtshalber evakuiert worden. Ebenso wurden die Gäste eines Hotels im Ort Motinhos auf zwei andere Unterkünfte verteilt.

Zwar sei beim Algarve-Waldbrand die Lage am Morgen wesentlich günstiger als in der Nacht gewesen, es gebe aber noch sensible Situationen, die der Einsatzleitung Sorge bereiteten. Wegen der starken Rauchentwicklung könnten die Einsatzkräfte nicht uneingeschränkt wirken. Am Mittag mussten wegen der Qualmwolken auch die Hubschrauber am Boden bleiben.

 

Algarve-Waldbrand verursacht an der Südküste grauen Himmel wie hier in Alvor
Grauer Himmel trübt am Montag auch den Blick vom Küstenort Alvor auf Monchique. Foto: Hans-Joachim Allgaier

 

Satellitenbilder für Kampf gegen Algarve-Waldbrand und andere Feuer

In ganz Portugal gab es am Montag insgesamt 15 Waldbrände. Davon waren gegen Mittag nur noch vier aktiv. Rund 1.600 Feuerwehrleute kämpften gegen die Feuer an. Fast 500 Fahrzeuge sind im Einsatz, ebenso ein Dutzend Flugzeuge und Hubschrauber. Auf Antrag Portugals will die EU-Kommission Portugal zehn aktuelle Karten des Satelliten-Systems Copernicus bereitstellen, um die zielgenaue Brandbekämpfung vor Ort zu erleichtern. Das erklärte eine Sprecherin am Mittag. Copernicus ist ein Programm für Erdbeobachtung und Satellitennavigation. Ein am frühen Morgen durchgeführter Erkundungsflug über Monchique hatte nicht viele brauchbare Erkenntnisse geliefert.

Hier können Sie unsere übrige Waldbrand- und Hitze-Berichterstattung der vergangenen Tage finden:

  • Unser Lagebericht vom Sonntagabend, 5. August, trägt den Titel “Portugal: Algarve-Großfeuer bedroht Monchique“.
  • Am Sonntagnachmittag, 5. August, berichteten wir in unserem wöchentlichen Nachrichtenrückblick “Algarve News” zusammenfassend über die Lage und aktualisierten unseren Bericht um 18:30 und 21:00 Uhr.
  • Trotz Gluthitze hat Portugal den Europarekord bei den Tageshöchsttemperaturen am 4. August 2018 offenbar nicht geknackt. Extrem waren aber die Nachtwerte: Alle Einzelheiten in unserem Beitrag „Portugal: Gluthitze knapp unter Europarekord“.
  • Ob Urlauber oder Radrennfahrer: Die Hitze-Hölle in Portugal quält alle. Algarve-Urlauber wachten am Samstag bei 31 Grad auf. Und bei Monchique wütet ein Waldbrand weiter. Die Lage am Vormittag des 4. August fasste dieser Artikel zusammen: „Portugals Hitze-Hölle quält auch Radrennfahrer“.
  • Portugal, wo an acht Orten bereits Hitzerekorde gebrochen worden sind, bereitet sich auf ein Wochenende mit weiterhin extrem hohen Temperaturen vor. Die Regierung rief wegen der sehr starken Hitzewelle den Alarmzustand fürs gesamte Land aus. In diesem Bericht vom 3. August erfahren Sie das Aktuellste und Wichtigste über die damalige Lage: „Hitzerekorde: Portugal im Alarmzustand“.
  • Algarve-Hitze im August: Temperaturen, Ozon-Werte und Waldbrand-Gefahr steigen. Unser Beitrag „Algarve-Hitze sicher und gesund überstehen“ schildert, wie sie sich schützen und die sonnigsten Wochen im Urlaubsparadies genießen können.

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

3 Gedanken zu „Algarve-Waldbrand zerstört Häuser

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