Algarve News: 25. Juni bis 1. Juli 2018

Mach mit: Tei­le die­sen Bei­trag mit Freun­den!

Ger­ma­nia wir­belt in Faro Staub auf, Lis­sa­bons Flug­ha­fen­pro­ble­me wach­sen, N125-Moder­ni­sie­rung im Osten ver­scho­ben, Zehn Jah­re deut­sches Abitur, Pas­tele­ria Suiça gefähr­det – das sind die Schlag­zei­len unse­rer fünf wich­tigs­ten Algar­ve News und Por­tu­gal News für die Kalen­der­wo­che 26. Hin­zu­ge­fügt haben wir noch Kurz­nach­rich­ten aus dem Bereich Sicher­heit und Recht – z.B. über eine 24-jäh­ri­ge Haft­stra­fe für einen Freun­des­mord.

 

Algarve News: Germania-Flieger kehrt wegen Staubs um

Algarve News zu Notlandung von Germania in Faro
Siche­re Distanz: Ger­ma­nia-Pas­sa­gie­re nach der Eva­ku­ie­rung in Faro. Foto: pri­vat

Schre­ckens­mi­nu­ten für 94 Algar­ve-Flug­gäs­te und fünf Besat­zungs­mit­glie­der der Gesell­schaft Ger­ma­nia: Eine Rauch- bzw. Staub­wol­ke in der Kabi­ne kurz nach dem Start hat den Kapi­tän des Flu­ges ST4911 am Diens­tag­mit­tag gezwun­gen, umge­hend zum Flug­ha­fen Faro zurück­zu­keh­ren. Pas­sa­gier Tho­mas Jen­sen berich­te­te einem eng­li­schen Medi­um, es habe an Bord des Flie­gers nach Ber­lin-Tegel zunächst „viel Ver­wir­rung und Geschrei“ gege­ben, als das aus­trat, was als Rauch wahr­ge­nom­men wur­de. Man­cher habe schon das Schlimms­te befürch­tet. Inner­halb von „fünf bis zehn Minu­ten“ sei dann aber die Sicher­heits­lan­dung ein­ge­lei­tet wor­den. Die Flug­gäs­te wur­den eva­ku­iert und stan­den zunächst, wie Ama­teur­fo­tos zei­gen, am Ran­de des Vor­felds.

Die Flug­ge­sell­schaft bestä­tig­te den Vor­fall, wider­sprach aber dem Begriff „Not­lan­dung“. Sie nann­te es eine "pre­cau­tio­na­ry lan­ding", also eine Sicher­heits­lan­dung, auf­grund eines "tech­ni­schen Defekts“. Die­ser sei in einem der bei­den Kli­ma­an­la­gen-Sys­te­me auf­ge­tre­ten und habe sich „auf die Luft­qua­li­tät in der Kabi­ne“ aus­ge­wirkt. Spä­ter kon­kre­ti­sier­te Vicky Kra­mer, die Pres­se­spre­che­rin von Ger­ma­nia, es habe sich "ledig­lich Staub ent­wi­ckelt, der sich in der Kabi­ne als eine Art Staub­wol­ke dar­ge­stellt hat". Des­halb sei das Sys­tem sofort still­ge­legt wor­den.

Ger­ma­nia beton­te, dass die siche­re Flug­durch­füh­rung nie gefähr­det war, der Kapi­tän gemäß den Ver­fah­rens­vor­schrif­ten der Air­line aber ent­schie­den habe, nach Faro zurück­zu­keh­ren. Das Flug­zeug sei vier Minu­ten nach dem Ereig­nis sicher gelan­det und alle Pas­sa­gie­re und Besat­zungs­mit­glie­der sei­en wohl­auf. Ein Ersatz­flug­zeug aus der Ger­ma­nia-Flot­te brach­te sie um 20:24 Uhr Orts­zeit von der Algar­ve aus nach Ber­lin. Dort lan­de­te der Flie­ger um 0:29 Uhr aller­dings auf dem Flug­ha­fen Schö­ne­feld. Die Gäs­te wur­den mit einem Bus zur eigent­li­chen Desti­na­ti­on Tegel gefah­ren, die aber wegen des Nacht­flug­ver­bots nicht hat­te ange­steu­ert wer­den kön­nen. Das Unter­neh­men ent­schul­dig­te sich für die ent­stan­de­nen „Unan­nehm­lich­kei­ten". Wegen der erheb­li­chen Ver­spä­tung von sechs­ein­halb Stun­den kön­nen die Flug­gäs­te nun Ent­schä­di­gun­gen for­dern, die laut einer Anwalts­kanz­lei 400 Euro pro Per­son betra­gen.

 

Algarve News: Lissabons Flughafenprobleme wachsen

 

Abfer­ti­gungs­per­so­nal des Unter­neh­mens Ground­force am Hum­ber­to Del­ga­do-Flug­ha­fen von Lis­sa­bon hat "gro­ße Besorg­nis" dar­über geäu­ßert, dass immer mehr Beschäf­tig­te von ver­är­ger­ten Pas­sa­gie­ren münd­lich und phy­sisch ange­grif­fen wer­den. Man habe sich bereits mit dem Flug­ha­fen­be­trei­ber ANA, dem Luft­fahrt­ver­band ANAC und der Poli­zei zusam­men­ge­setzt, um Lösun­gen zu fin­den, hieß es. Laut der Luft­fahrt­ge­werk­schaft SITAV sind seit Jah­res­be­ginn bereits mehr als ein Dut­zend Fäl­le von Angrif­fen auf Mit­ar­bei­ter regis­triert wor­den. Meist sei­nen Sitz­platz­über­bu­chun­gen oder Flug­strei­chun­gen der Anlass, nicht sel­ten bei der por­tu­gie­si­schen Flug­ge­sell­schaft TAP. Im ers­ten Quar­tal die­ses Jah­res ver­zeich­ne­te der aus allen Näh­ten plat­zen­de Flug­ha­fen Lis­sa­bon 16 Pro­zent mehr Flug­gäs­te als im Vor­jahr. Wann die Arbei­ten an einem Ent­las­tungs­flug­ha­fen auf der ehe­ma­li­gen Luft­waf­fen­ba­sis Mon­ti­jo bei Lis­sa­bon begin­nen kön­nen, ist noch unklar. Unter­des­sen kommt es durch die Über­las­tung des Hum­ber­to Del­ga­do-Air­ports vor, dass Pas­sa­gie­re mit dem Bus zum 175 Kilo­me­ter ent­fern­ten Alen­te­jo-Flug­ha­fen Beja gefah­ren wer­den, um von dort aus ihren Flug anzu­tre­ten. So pas­sier­te es Anfang der Woche bei­spiels­wei­se den Gäs­ten eines Sol­tour-Flu­ges nach Menor­ca.

 

Algarve News zu Flughafenproblemen in Lissabon
Pas­sa­gie­re ras­ten in Lis­sa­bon wegen Über­las­tungs­pro­ble­men manch­mal aus. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

 

Algarve News: N125-Modernisierung im Osten verschoben

Weil der por­tu­gie­si­sche Rech­nungs­hof den Ver­trag über die lang erwar­te­te Moder­ni­sie­rung der Durch­gangs­stra­ße N125 an der Ost-Algar­ve abge­lehnt hat, ver­zö­gert sich das Pro­jekt erneut. Damit könn­ten sich auch die Dring­lich­keits­ar­bei­ten ver­schie­ben, mit denen in den nächs­ten Wochen die wich­tigs­ten Repa­ra­tu­ren an der stel­len­wei­se mit Schlag­lö­chern über­sä­ten Stre­cke zwi­schen Olhão und Vila Real de San­to Antó­nio durch­ge­führt wer­den soll­ten. Dafür war bereits ein Not­fall­bud­get von 250.000 Euro geneh­migt wor­den.  .

 

Algarve News: Zehn Jahre deutsches Abitur

Acht Schü­le­rin­nen und Schü­ler der Deut­schen Schu­le Algar­ve haben das Abitur bestan­den. Es ist bereits das zehn­te Mal, dass Absol­ven­ten der DSA die Rei­fe­prü­fung ableg­ten, die zum Stu­di­um berech­tigt. Leh­rer­kol­le­gi­um und Schul­lei­tung zeig­ten sich stolz ange­sichts der beson­ders guten Gesamt­ergeb­nis­se.

 

Algarve News zu Abitur an Deutscher Schule Algarve
Abitu­ri­en­ten 2018 der Deut­schen Schu­le Algar­ve. Foto: DSA

Algarve News: Pasteleria Suiça gefährdet

Eine Ver­ei­ni­gung von Lis­sa­bo­ner Ein­woh­nern hat an den spa­ni­schen Ten­nis­star Rafa­el Nadal appel­liert, die tra­di­ti­ons­rei­che „Pas­tele­ria Suiça“ zu ret­ten. Das fast 100 Jah­re alte Kaf­fee­haus gehört zu einem Ensem­ble von Innen­stadt-Immo­bi­li­en am Ros­sio, das durch das Unter­neh­men Mabel Capi­tal erwor­ben wur­de. Der Sport­ler ist dar­an betei­ligt. Zwar bedür­fe die­ser Abschnitt des Baixa–Viertels drin­gend einer Ver­än­de­rung, aber die­se müs­se "mit Geschmack, Sen­si­bi­li­tät für die loka­le Kul­tur und Ein­sicht in die Erhal­tung des his­to­ri­schen und archi­tek­to­ni­schen Erbes" erfol­gen, schrieb das „Forum de Cid­a­da­nia Lx“. Die Ver­ei­ni­gung befürch­tet den Ver­lust des Lis­sa­bo­ner Wahr­zei­chens. Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs war die Pas­tel­aria Suiça Treff­punkt für jüdi­sche Intel­lek­tu­el­le. Spä­ter besuch­ten unter ande­rem Opern­sän­ge­rin Maria Cal­las, Schau­spie­ler Orson Wel­les und US-Poli­ti­ker Edward Ken­ne­dy das berühm­te Café, das vor eini­gen Jah­ren reno­viert wur­de.

 

Weitere Algarve News aus unser Berichterstattung der vergangenen Woche:

 

Der Flug­pas­sa­gier, des­sen Kör­per­aus­düns­tun­gen Ende Mai zur außer­plan­mä­ßi­gen Lan­dung eines nie­der­län­di­schen Flug­zeugs an der Algar­ve führ­ten, ist tot. Der rus­si­sche Rock­mu­si­ker starb in Faro an einer hef­ti­gen Nekro­se, wie wir in unse­rem Arti­kel „Nach Not­lan­dung in Faro: Rus­si­scher Rock­mu­si­ker tot“ berich­te­ten.

Kein Ruh­mes­blatt im inves­ti­ga­ti­ven Jour­na­lis­mus: Eini­ge Medi­en neh­men u.a. den deut­schen Hono­rar­kon­sul der Algar­ve, Dr. Alex­an­der Rathen­au, ins Visier – wegen Off­shore-Gesell­schaf­ten. Doch die Sto­ry ist dünn, hat Feh­ler. Hier das Gesamt­bild, ver­mit­telt in unse­rem Bei­trag „Hono­rar­kon­sul der Algar­ve im Visier“.

 

Algarve News: Kurzmeldungen zum Thema Sicherheit und Ordnung

 

  • 24 Jah­re Haft wegen Mords: Wegen Mor­des an sei­nem 56-jäh­ri­gen Freund, Dieb­stahls und Urkun­den­fäl­schung ist ein 31-Jäh­ri­ger aus Lagoa zu einer Gefäng­nis­stra­fe von 24 Jah­ren Dau­er ver­ur­teilt wor­den. Die Rich­ter in Por­timão befan­den ihn für schul­dig, den Freund, einen Geschichts­leh­rer aus Estôm­bar, Ende Febru­ar ver­gan­ge­nen Jah­res im Streit über die Been­di­gung der Bezie­hung mit 26 Mes­ser­sti­chen in Kopf und Nacken getö­tet zu haben. Die zum Teil ent­klei­de­te Lei­che hat­te der Täter nahe der Zufahrt­stra­ße von Lagoa zur Auto­bahn A22 mit etwas Erde zuge­schau­felt. Der Täter eig­ne­te sich dann den Wagen des Opfers an, fälsch­te eine Eigen­tums­über­tra­gung und ließ das Fahr­zeug auf sei­nen Namen regis­trie­ren.
  • Bri­tin in Alb­ufei­ra ver­ge­wal­tigt? Eine 17-jäh­ri­ge Bri­tin hat einem 23-jäh­ri­gen Lands­mann vor­ge­wor­fen, sie Diens­tag­nacht in Alb­ufei­ra auf offe­ner Stra­ße ver­ge­wal­tigt zu haben. Bei­de waren sich in einer Bar begeg­net. Der Mann, der flüch­te­te, wur­de von der Poli­zei in der Nähe der Rua José Fon­ta­na und der Ave­ni­da Sá Car­nei­ro auf­ge­spürt. Als er sich gegen die Poli­zei­maß­nah­me wehr­te, nah­men ihn die Beam­ten fest. Die Poli­zis­ten brach­ten die Tou­ris­tin zur Unter­su­chung ins Kran­ken­haus nach Faro. Die­se brach­te nach Aus­sa­gen der Poli­zei kei­ne schlüs­si­gen Ergeb­nis­se in Sachen Ver­ge­wal­ti­gung. Im April die Poli­zei in Alb­ufei­ra bereits einen 28-jäh­ri­gen por­tu­gie­si­schen Bar­kee­per wegen des Ver­dachts ver­haf­tet, eine bri­ti­sche Urlau­be­rin ver­ge­wal­tigt zu haben. Er wur­de nach einer ers­ten Ver­neh­mung gegen Kau­ti­on frei­ge­las­sen.
  • Drei Bri­ten bei Bus­un­fall ver­letzt: Bei einer Kol­li­si­on zwi­schen einem Rei­se­bus und einem Auto sind in Alb­ufei­ra am Diens­tag­mit­tag fünf Per­so­nen schwer ver­letzt wor­den. Drei der Ver­letz­ten sind Bri­ten. Zwei von ihnen saßen im Bus, einer im Auto. Der Unfall ereig­ne­te sich an der N526 in Vale de Par­ra.
  • Spa­ni­scher Tou­rist stürzt in Klip­pen: Ein 52-jäh­ri­ger spa­ni­scher Tou­rist hat sich Sonn­tag in Car­voei­ro ver­letzt, als er in der Fels­for­ma­ti­on Algar Seco stürz­te. Er wur­de vor Ort von Sani­tä­tern und Ret­tungs­schwim­mern gebor­gen und mit Ver­dacht auf gebro­che­ne Rip­pen ins Kran­ken­haus von Por­timão gebracht.

 

Algarve News über Klippensturz eines Spaniers in Carvoeiro
Der 52-jäh­ri­ge Spa­ni­er wird in der Fels­for­ma­ti­on Algar Seco gebor­gen. Foto: AMN

 

Redaktioneller Hinweis zu den Algarve News:

 

Woche für Woche stel­len wir für deutsch­spra­chi­ge Leser in unse­rem Rück­blick „Algar­ve News“ fünf Kurz­nach­rich­ten zusam­men. Nach unse­rer sub­jek­ti­ven Ansicht sind die­se für Urlau­ber und Resi­den­ten beson­ders inter­es­sant und rele­vant. Damit wol­len wir einen schnel­len und prä­gnan­ten Gesamt­über­blick ermög­li­chen. Wir fül­len unser aktu­el­les Nach­rich­ten-Ange­bot jeweils mit eini­gen kur­zen Mel­dun­gen aus der Arbeit der Sicher­heits­be­hör­den auf.

Wenn Sie Algar­ve News der ver­gan­ge­nen Wochen suchen, geben Sie bit­te im Such­feld auf der Web­sei­te oben rechts das Stich­wort „Algar­ve News“ ein. Ihnen wer­den dann alle Nach­rich­ten­bei­trä­ge ange­zeigt, aus denen Sie aus­wäh­len kön­nen. Selbst­ver­ständ­lich ist es auch mög­lich, gezielt nach einem Stich­wort zu suchen.

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

Ein Gedanke zu „Algarve News: 25. Juni bis 1. Juli 2018

  • 2. Juli 2018 um 13:21
    Permalink

    Betrifft: Algar­ve News: Ger­ma­nia-Flie­ger kehrt wegen Staubs um
    Dass sich in der Kabi­ne der Ger­ma­nia-Maschi­ne Staub ent­wi­ckelt haben soll, ist eine glat­te Lüge. Ich war Pas­sa­gie­rin des Flu­ges. Es war Rauch und kein Staub! Und es stank ver­brannt! Kli­ma­an­la­ge mag sein, aber wir sind sicher: Es war ein Brand oder Schwel­brand und bereits der 4. (!) Vor­fall die­ser Art bei Ger­ma­nia in die­sem ers­ten Halb­jahr 2018. Und das ist das eigent­lich Besorg­nis­er­re­gen­de.
    Die Air­line, die so wie auch ande­re ihre Tickets zu Bil­lig­prei­sen ver­schleu­dert und dann noch mit Gra­tisszei­tun­gen und ähn­li­chem Quatsch bei den Pas­sa­gie­ren Ein­druck schin­den möch­te, hat schein­bar Pro­ble­me mit der War­tung und Qua­li­tät ihrer Maschi­nen und es sieht nach Ver­tu­schen aus. Lei­der gelan­gen die­se Fäl­le immer nur in klei­ne, loka­le Medi­en. Es wäre m.M. Zeit, dass man da mal genau­er hin­sieht. Die Air­line soll in der Bran­che einen schlech­ten Ruf haben, Dum­ping­ge­häl­ter zah­len und daher hohe Per­so­nal­fluk­tua­ti­on und nur als Zwi­schen­sta­ti­on oder Sprung­brett genutzt wer­den. 72h Stun­den nach dem Flug habe ich dem Kun­den­ser­vice geschrie­ben und um eine Stel­lung­nah­me gebe­te­ten. Kei­ne Ant­wort.

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