So sicher ist das Urlaubsparadies Algarve

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Zu einem Tag der Sicher­heit im Tou­ris­mus waren am Frei­tag, 1. Juni, auf Ein­la­dung der inge­nieur­wis­sen­schaft­li­chen Fakul­tät der Algar­ve-Uni­ver­si­tät in Faro zahl­rei­che Exper­ten ver­sam­melt. Mit­or­ga­ni­sa­tor war der regio­na­le Hotel­ver­band AHETA. Vor Beginn des Tref­fens der Fach­leu­te aus Poli­zei, Zivil­schutz, Wis­sen­schaft und Frem­den­ver­kehr spra­chen wir mit David Tho­mas dar­über, wie sicher die Situa­ti­on an der Süd­küs­te Por­tu­gals ist. Tho­mas ist Prä­si­dent der bri­ti­schen Orga­ni­sa­ti­on „Safe Com­mu­nities Por­tu­gal“.

Sicher an der Algarve zu leben fördert Safe Communities Portugal
David Tho­mas auf einer Sicher­heits­kon­fe­renz sei­ner Orga­ni­sa­ti­on im Novem­ber 2017. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

Frage: Wie sicher ist die Urlaubsregion Algarve?

Tho­mas: Por­tu­gal ist ganz gene­rell ein siche­res Land für die Men­schen, die hier leben bzw. es besu­chen. Es liegt auf Platz drei des Glo­bal Peace Index. Mit 34 Straf­ta­ten pro 1.000 Ein­woh­ner hat es eine der nied­rigs­ten Kri­mi­na­li­täts­ra­ten in Euro­pa. In den ver­gan­ge­nen fünf Jah­ren nah­men die regis­trier­ten Straf­ta­ten an der Algar­ve mit gut 19 Pro­zent noch etwas stär­ker ab als in ganz Por­tu­gal mit mehr als 14 Pro­zent. Hin­zu kommt: Hier gibt es ein ver­gleichs­wei­se gerin­ges Ter­ror-Risi­ko. Das wird von den Urlau­bern wert­ge­schätzt.

Frage: Sicherheit gilt als notwendiges Qualitätsmerkmal im Tourismus. Hat Portugal bisher genug dafür getan?

Tho­mas: Ein Gefühl der Sicher­heit und des Schut­zes ist, wie wir aus Befra­gun­gen wis­sen, für Tou­ris­ten die Prio­ri­tät Num­mer eins. Auch die Welt-Tou­ris­mus­or­ga­ni­sa­ti­on UNWTO stellt das schon seit 1996 her­aus. In den meis­ten Umfra­gen bewer­ten Rei­sen­de Por­tu­gal als sicher bis sehr sicher. Ziel soll­te sein, das zu erhal­ten und, wo es geht, noch zu ver­bes­sern.

Frage: Ihre Organisation engagiert sich deshalb in einem Project Safe Algarve Tourism. Was geschieht dort?

Tho­mas: Wir wol­len der Jus­tiz, den Kom­mu­nen, den Tou­ris­mus­ver­bän­den und ande­ren Akteu­ren der Regi­on hel­fen, die Algar­ve als eine der sichers­ten Desti­na­tio­nen der Welt zu erhal­ten. Gleich­zei­tig hel­fen wir mit, ihre Attrak­ti­vi­tät wei­ter zu erhö­hen.

Sicher an der Algarve leben, geschützt vor Kriminellen
Bewusst­sein für kri­mi­nel­le Bedro­hun­gen soll geför­dert wer­den. Foto: Jc Gel­li­don

Frage: Können Sie das bitte noch etwas konkretisieren?

Tho­mas: Zwar ist die Algar­ve grund­sätz­lich ein siche­res Urlaubs­ziel, aber es braucht mehr Auf­merk­sam­keit für die am wei­tes­ten ver­brei­te­ten kri­mi­nel­len Akti­vi­tä­ten in Rich­tung Tou­ris­ten. Des­halb bemü­hen wir uns dar­um, mit der Tou­ris­mus­wirt­schaft eng zusam­men­zu­ar­bei­ten. Wir iden­ti­fi­zie­ren, wel­che Straf­ta­ten neu auf­tre­ten und beson­ders die­je­ni­gen betref­fen könn­ten, die hier Feri­en machen. Fer­ner küm­mern wir uns dar­um, dass Fra­gen der öffent­li­chen Sicher­heit stär­ker ins Bewusst­sein kom­men. Bei­spiels­wei­se geben wir Rat­schlä­ge in Sachen Ver­hal­ten bei Wald- und Busch­brän­den oder Sicher­heit an den Strän­den.

Frage: Wie geht Ihre Organisation dabei vor?

Tho­mas: Wir ver­su­chen, unse­re Reich­wei­te zu erhö­hen und alle ver­füg­ba­ren Medi­en zu nut­zen, mit denen wir Tou­ris­ten mög­lichst spe­zi­fisch anspre­chen kön­nen. Dabei haben wir fest­ge­stellt, dass posi­ti­ve, leicht ver­ständ­li­che Bot­schaf­ten alle­mal wirk­sa­mer sind als alar­mis­ti­sche. Außer­dem kommt es auf die rich­ti­gen Zeit­punk­te an. Ich möch­te in die­sem Zusam­men­hang auf ein Bei­spiel des Sen­ders KissFM hin­wei­sen. Er strahlt an jedem letz­ten Sonn­tag eines Monats um 9:15 Uhr die Sen­dung „Crime Check“ aus. Seit 2015 sind dar­in 85 aktu­el­le und exem­pla­ri­sche Fäl­le auf­ge­grif­fen wor­den. 2017 spiel­ten die Wald­brän­de eine gro­ße Rol­le und 2015 zum Bei­spiel die Über­schwem­mun­gen in Alb­ufei­ra.

Sicher an der Algarve durch Kriminalitäts-Vorbeugung
Kri­mi­na­li­täts-Vor­beu­gung ist ein Ziel von Safe Com­mu­nities Por­tu­gal. Foto: Scott Rod­ger­son

Frage: Welche Rolle spielt das Internet bei Ihrer Arbeit?

Tho­mas: Eine wich­ti­ge. Wir haben eine Web­sei­te, auf der Inter­es­sen­ten vie­le not­wen­di­ge Infor­ma­tio­nen erhal­ten kön­nen. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel Not­fall-Kon­tak­te und ‑Hot­lines, eine inter­ak­ti­ve Algar­ve-Kar­te, auf der man die nächs­te zustän­di­ge Poli­zei-Dienst­stel­le fin­den kann, Anga­ben zu den Stel­len, bei denen man Kre­dit­kar­ten sper­ren las­sen kann und Links zu Bot­schaf­ten und Kon­su­la­ten in Por­tu­gal.

Frage: In welchen Sprachen stellen Sie die Informationen zur Verfügung?

Tho­mas: Haupt­säch­lich in Eng­lisch. Unse­re Hin­wei­se zur Kri­mi­na­li­täts-Vor­beu­gung gibt es aller­dings in 19 Spra­chen. 50 Links ver­wei­sen auf unse­rer Web­sei­te zu Poli­zei­in­sti­tu­tio­nen welt­weit. Wir hel­fen auch dabei, Straf­ta­ten sach­ge­recht zu mel­den.

Sicher an der Algarve leben dank Einsatz von Safe Communities Portugal
Lob­by­ist für siche­ren Urlaub: David Tho­mas mit Tou­ris­mus-Staats­se­kre­tä­rin Ana Godin­ho beim 5. Geburts­tag von Safe Com­mu­nities Por­tu­gal. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

Frage: Sie haben auch eine Vereinbarung mit dem Innenministerium Portugals abgeschlossen. Was beinhaltet diese?

Tho­mas: Dar­in ist zum Bei­spiel die Unter­stüt­zung in der Her­stel­lung und Ver­brei­tung von gedruck­ten und von Online-Infor­ma­tio­nen zum Schutz aus­län­di­scher Tou­ris­ten gere­gelt.

Frage: Wird Safe Communities Portugal auch in Krisensituationen aktiv?

Tho­mas: Sicher. Wir wer­den bei Wald­brän­den aktiv, sowohl mit mehr Bewusst­sein für die Gefähr­lich­keit schaf­fen­den Maß­nah­men, als auch mit Warn­hin­wei­sen in kri­ti­schen Fäl­len. Wir stel­len außer­dem SITREPS bereit, also Berich­te in Kata­stro­phen­fäl­len. So hel­fen wir der Öffent­lich­keit in Not­fall-Situa­tio­nen.

Frage: Beobachten Sie auch die sozialen Medien?

Tho­mas: Selbst­ver­ständ­lich. Wenn nötig, kor­ri­gie­ren wir sogar Falsch­in­for­ma­tio­nen.

Herz­li­chen Dank für die­ses Gespräch, Herr Tho­mas!

David Tho­mas, der Vor­stands­vor­sit­zen­de von Safe Com­mu­nities Por­tu­gal, war ab 1974 bei der Hong­kon­ger Poli­zei tätig. 2005 ging der Assi­stant Com­mis­sio­ner in den Ruhe­stand. Anschlie­ßend arbei­te­te er vier Jah­re als Bera­ter bei INTERPOL und war ab 2010 als Bera­ter des Büros der Ver­ein­ten Natio­nen für Dro­gen- und Ver­bre­chens­be­kämp­fung (UNODC) in Bang­kok tätig. Tho­mas ver­fügt über umfang­rei­che Erfah­run­gen in natio­na­len und inter­na­tio­na­len Poli­zei­an­ge­le­gen­hei­ten und ist inter­na­tio­nal als Red­ner zu Sicher­heits­the­men gefragt.

 

Sicher an der Algarve zu leben unterstützt David Thomas
Sicher­heits-Exper­te David Tho­mas. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

 

Mehr­fach haben wir schon über Sicher­heits­the­men der Algar­ve berich­tet, zuletzt in unse­ren Bei­trä­gen "Online-Betrug im Tou­ris­mus: Die Tricks" sowie "ITB: Bran­che kämpft gegen Betrug".

 

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

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