Eurovision Song Contest: Lissabon fiebert

Mach mit: Tei­le die­sen Bei­trag mit Freun­den!

Vom 8. bis 12. Mai ist Por­tu­gals Haupt­stadt das musi­ka­li­sche Zen­trum Euro­pas. Die Vor­be­rei­tun­gen für den 63. Euro­vi­si­on Song Con­test (ESC), der in die gan­ze Welt über­tra­gen wird, lau­fen bereits fie­ber­haft auf Hoch­tou­ren. Lis­sa­bon-Besu­cher müs­sen sich auf eini­ges gefasst machen. Wir sagen Ihnen, was Sie unbe­dingt beach­ten soll­ten und wor­auf Sie sich freu­en kön­nen – vor Ort oder daheim am Fern­se­her.

 

Eurovision Song Contest 2018 wird in Lissabon entgegengefiebert
Lis­sa­bon fie­bert dem Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 ent­ge­gen. Foto: SWR/Philip Strauß, Fern­seh­bei­trag "Ver­rückt nach Meer" (9. Juni 2018)

 

Lis­sa­bon ist erst­mals Aus­tra­gungs­ort der Ver­an­stal­tung der Euro­päi­schen Rund­funk­uni­on (EBU), weil Sal­va­dor Sobral, ein Por­tu­gie­se, den Euro­vi­si­on Song Con­test im ver­gan­ge­nen Jahr in Kiew gewann – mit einer Art Mischung aus Jazz-Bal­la­de und moder­nem Fado unter dem Titel „Amar pelos dois“ (wir berich­te­ten). Sobral ist schon seit sei­ner Kind­heit herz­krank. Im Dezem­ber unter­zog er sich einer Herz­trans­plan­ta­ti­on. Nach einem Nie­ren­ver­sa­gen im Anschluss an die OP muss­te er auf der Inten­siv­sta­ti­on behan­delt wer­den. Jetzt wirkt er gesund­heit­lich sta­bi­li­siert, tritt bei klei­ne­ren Kon­zer­ten auf und nimmt bereits wie­der neue Songs auf. Es ist ein klei­nes Wun­der, dass er nach all dem Erleb­ten in Lis­sa­bon wie­der auf der gro­ßen Büh­ne ste­hen kann – als so genann­ter "Inter­val Act".

 

Eurovision Song Contest: Vorjahressieger Sobral dabei

 

In sei­ner Hei­mat­stadt wer­den die Sicher­heits­maß­nah­men rund um die Alti­ce-Are­na im Park der Natio­nen lau­fend ver­stärkt. Der Plan der Poli­zei sieht ins­ge­samt fünf Vor­be­rei­tungs­pha­sen zum Euro­vi­si­on Song Con­test vor. Vie­le hun­dert Beam­te sind rund um die Uhr im Ein­satz, um das Groß­ereig­nis vor unlieb­sa­men Über­ra­schun­gen zu schüt­zen.

Für Bür­ger aus Groß­bri­tan­ni­en hat die bri­ti­sche Bot­schaft in Lis­sa­bon bereits spe­zi­el­le Rei­se­h­in­wei­se gege­ben. Dar­in macht sie dar­auf auf­merk­sam, dass zum Bei­spiel Sel­fie-Sticks am Ver­an­stal­tungs­ort ver­bo­ten sein wer­den. Por­tu­gal pla­ne anläss­lich der Groß­ver­an­stal­tung stren­ge­re Grenz­kon­trol­len für alle Rei­sen­den an Flug­hä­fen, See­hä­fen und den Grenz­über­gän­gen, heißt es.

Laut den bri­ti­schen Rei­se­h­in­wei­sen müs­sen die ESC-Gäs­te mit Kör­per- und Gepäck­durch­su­chun­gen an den Ein­gän­gen zur Alti­ce-Are­na rech­nen. Nicht zuge­las­sen sei­en neben den Sel­fie-Sticks unter ande­rem auch Regen­schir­me, Hel­me, Stüh­le, Lap­tops, Kame­ras, Ton­auf­nah­me­ge­rä­te, Spray­do­sen, Gas­fla­schen, Flüs­sig­kei­ten, Feu­er­zeu­ge, Feu­er­werks­kör­per, Taschen­lam­pen und Laser­poin­ter. Fer­ner kom­men kei­ne Besu­cher mit Lebens­mit­teln und Alko­hol sowie mit Ruck­sä­cken und gro­ße Taschen in die Alti­ce-Are­na.

Der Ein­gang zum "Euro­vi­si­on Vil­la­ge" in Ter­rei­ro do Paço wird eben­falls von der Poli­zei kon­trol­liert. Auch hier sind nach den bri­ti­schen Infor­ma­tio­nen Per­so­nen- und Taschen-Kon­trol­len zu erwar­ten.

 

Eurovision Song Contest 2018 mit Vorjahressieger Salvador Sobral aus Portugal
Vor­jah­res­sie­ger Sal­va­do Sobral, hier bei einem Auf­tritt mit Band an der Algar­ve. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

 

Schon mehr als vier Wochen vor dem Euro­vi­si­on Song Con­test hat die Büh­nen­tech­nik ihre Arbei­ten gestar­tet. Haupt­ver­ant­wort­lich für die TV-Über­tra­gung ist der por­tu­gie­si­sche Sen­der Rádio e Tele­visão de Por­tu­gal (RTP). Es gibt wie­der eine sehr gro­ße Büh­ne und – wie zuletzt 2009 – kei­ne Video­pro­jek­tio­nen und LEDs. Laut Car­la Bug­al­ho aus dem Pro­du­cer-Team wird die Büh­nen­de­ko­ra­ti­on „von der por­tu­gie­si­schen Flag­ge inspi­riert“ sein. Das Mot­to der Show: „All Aboard!“. Auf Deutsch bedeu­tet das so viel wie „Alle an Bord!“. Für den Hin­ter­grund wird eine mobi­le Struk­tur auf­ge­baut, die an das mari­ti­me Erbe des Lan­des erin­nern soll.

Übri­gens: So sieht Por­tu­gals Bilanz beim euro­päi­schen Song-Wett­be­werb aus:

  • 49 Mal teil­ge­nom­men
  • 10 Mal unter den zehn Erst­plat­zier­ten
  • 1 Mal gewon­nen
  • 1 Mal Gast­ge­ber

 

Michael Schulte singt beim Eurovision Song Contest für Deutschland

 

Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon mit Michael Schulte aus Deutschland
Mit dem Song "You Let Me Walk Alo­ne" ver­tritt Micha­el Schul­te Deutsch­land beim Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 am 12. Mai 2018 in Lis­sa­bon. Foto: NDR/Rolf Klatt

 

43 Län­der neh­men an der Aus­schei­dung teil. Jedes bringt sein eige­nes Licht­de­sign mit. Am Diens­tag, 8. Mai, star­tet das ers­te Halb­fi­na­le und das zwei­te am Don­ners­tag, 10. Mai. Das gro­ße Fina­le geht dann am Sams­tag, 12. Mai, über die Büh­ne des Euro­vi­si­on Song Con­test. Im ver­gan­ge­nen Jahr schal­te­ten sich mehr als 180 Mil­lio­nen Men­schen in aller Welt zu die­sem TV-Spek­ta­kel ein.

Für Deutsch­land geht Micha­el Schul­te, ein in Eckern­för­de gebo­re­ne Sin­ger-Song­wri­ter, beim Euro­vi­si­on Song Con­test an den Start. Nach dem schlech­ten Abschnei­den in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren, als die Deut­schen nur zwei­mal Letz­ter und ein­mal Vor­letz­ter wur­den, ste­hen die Wet­ten nicht beson­ders gut für einen Sieg sei­ner Bal­la­de „You Let Me Walk Alo­ne“. Bei Buch­ma­chern ran­giert der Song meist rund um den 20. Rang. Hei­ße Favo­ri­tin ist für vie­le die israe­li­sche Sän­ge­rin Net­ta. Sie trägt einen femi­nis­ti­schen Song vor, der in die #metoo-Debat­te passt. Aber auch die Reprä­sen­tan­ten von Est­land, Tsche­chi­en und Schwe­den lie­gen bei eini­gen Fach­leu­ten hoch im Kurs.

 

Eurovision Song Contest: Cláudia Pascoal tritt für Portugal an

 

Clau­dia Pas­co­al ver­tritt Por­tu­gal. Screen­shot: Euro­vi­si­on

In die Fuß­stap­fen von Vor­jah­res­sie­ger Sal­va­dor Sobral tritt beim Euro­vi­si­on Song Con­test in der Haupt­stadt ihres Hei­mat­lan­des die Sän­ge­rin Cláu­dia Pas­co­al. Es ist eine ruhi­ge, lei­se, per­sön­li­che Geschich­te, wel­che die 23-Jäh­ri­ge aus Gon­domar erzählt. Der Song "O Jar­dim" berich­tet in melan­cho­li­scher und zurück­ge­nom­me­ner Wei­se davon, wie die Sän­ge­rin ihre Groß­mutter ver­misst, die gestor­ben ist und deren Gar­ten sie wei­ter pflegt.

Gast­ge­ber Por­tu­gal schmückt sich also wie­der mit ein wenig sphä­ri­scher Musik, die Insze­nie­rung ist eher unauf­fäl­lig. Bei den Auf­nah­men zu den ers­ten Vide­os klei­de­te sich Cláu­dia, die Haar in Pink gefärbt, zum Erstau­nen eini­ger in eine Art Negli­gé. Ihre sie beglei­ten­de Kom­po­nis­tin Isau­ra sah fast wie in eine Zwangs­ja­cke gesteckt aus…

Austragungsort des Eurovision Song Contest: die Altice-Arena

Die Künst­ler tre­ten in der Alti­ce-Are­na auf. tre­ten, die für die Welt­aus­stel­lung Expo 98 errich­tet wur­de. Sie ist mit einer Kapa­zi­tät von ins­ge­samt 20.000 Zuschau­ern die größ­te Ver­an­stal­tungs­hal­le Por­tu­gals. Ver­ant­wort­lich für das Büh­nen­kon­zept ist der Desi­gner und TV-Pro­du­zent Flo­ri­an Wie­der. Er ist bekannt für das Sta­ge Design der MTV Awards.

 

Eurovision Song Contest hat Netta aus Israel als Favoritin
Favo­ri­tin Net­ta aus Isra­el. Foto: Euro­vi­si­on

Eurovision Song Contest: Halbfinale mit zwei Shows

Bevor das gro­ße Fina­le am 12. Mai beginnt, gibt es am 8. und 10. Mai zwei Halb­fi­nal-Shows. Da Por­tu­gal Gast­ge­ber ist, nimmt das Land auto­ma­tisch am Fina­le teil, eben­so die „Big Five“, also Deutsch­land, Frank­reich, Groß­bri­tan­ni­en, Ita­li­en und Spa­ni­en. Die­se fünf Staa­ten zah­len die höchs­ten Mit­glieds­bei­trä­ge für die EBU. Zudem schal­ten aus die­sen Län­dern die meis­ten Zuschau­er ihren Fern­se­her ein.

Die übri­gen Län­der müs­sen im Halb­fi­na­le um einen der 20 rest­li­chen Plät­ze im Fina­le kämp­fen. Wel­ches Land in wel­chem Halb­fi­na­le antritt, ist bereits im Janu­ar aus­ge­lost wor­den.

 

Wer nicht am Eurovision Song Contest in Lissabon teilnimmt

Treue Zuschau­er des Euro­vi­si­on Song Con­tests dürf­ten 2018 eini­ge Teil­neh­mer ver­mis­sen: Andor­ra, Bos­ni­en-Her­ze­go­wi­na und Luxem­burg. Die drei Staa­ten haben wegen finan­zi­el­ler Erwä­gun­gen abge­sagt. Wie 2017 ver­zich­tet die Tür­kei auch dies­mal wie­der auf einen Auf­tritt. Es gab kei­ne offi­zi­el­le Begrün­dung dafür.

 

Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon mit portugiesischen Moderatorinnen
Die vier por­tu­gie­si­schen Mode­ra­to­rin­nen des Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 in Lis­sa­bon. Foto: Euro­vi­si­on

 

Die Endausscheidung des Eurovision Song Contest

Ernst wird es für die qua­li­fi­zier­ten 26 Teil­neh­mer am Fina­le erst am 12. Mai. Die gro­ße Live-Show beginnt um 21 Uhr mit­tel­eu­ro­päi­scher Som­mer­zeit. Mode­riert wird sie von den por­tu­gie­si­schen Fern­seh­stars Filo­me­na Caut­e­la, Síl­via Alber­to, Danie­la Ruah und Cata­ri­na Furtado. Als Spe­cial Guest tritt Vor­jah­res­sie­ger Sal­va­dor Sobral auf – gemein­sam mit dem bra­si­lia­ni­schen Sän­ger Cae­ta­no Velo­so.

 

Die deutsche Jury des Eurovision Song Contest

Die natio­na­le Jury für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 besteht aus  die­sen Exper­ten: dem „Revolverheld“-Manager Sascha Stad­ler, der Ravens­bur­ger Song­schrei­be­rin Lot­te, der Schla­ger­sän­ge­rin Mary Roos sowie den Sän­gern Max Gie­sin­ger und Mike Sin­ger.

 

Eurovision Song Contest 2018 in Lissabon mit nationaler deutscher Jury
Die natio­na­le Jury für den Euro­vi­si­on Song Con­test 2018 in Lis­sa­bon: Der „Revolverheld“-Manager Sascha Stad­ler, die Ravens­bur­ger Song­schrei­be­rin Lot­te, die Schlager-"Ikone" Mary Roos sowie die Sän­ger Max Gie­sin­ger und Mike Sin­ger. Fotos: NDR/Johannes Strate/JeanRaclet/Stephan Pick/Robert Wunsch/Klaus Sahm

 

Die Fernsehübertragung des Eurovision Song Contest verfolgen

Deut­sche Fans kön­nen das Fina­le in der ARD oder im Live­stream auf Eurovision.de ver­fol­gen. Die TV-Ver­ant­wort­li­chen haben für die Über­tra­gung aus Lis­sa­bon nebst Rah­men­pro­gramm fünf Stun­den Sen­de­zeit ver­an­schlagt.

08. Mai 2018 (21 Uhr, MESZ): 1. Halb­fi­na­le
10. Mai 2018 (21 Uhr, MESZ): 2. Halb­fi­na­le
12. Mai 2018 (21 Uhr, MESZ): Fina­le

Im Ers­ten berich­tet Tages­schau-Spre­che­rin Lin­da Zer­va­kis vom Fina­le in der Alti­ce-Are­na. Bar­ba­ra Schö­ne­ber­ger mode­riert dort ab 20.15 Uhr den „Count­down für Lis­sa­bon“. Ab 0:30 Uhr mel­det sie sich von der offi­zi­el­len „Grand Prix Par­ty“ (kos­ten­lo­ser Ein­tritt, begrenz­ter Platz) auf der Ham­bur­ger Ree­per­bahn, Spiel­bu­den­platz. Mit dabei sind unter ande­rem die Band Simp­le Minds, Sasha, Nami­ka, Max Gie­sin­ger, Lot­te, Revol­ver­held, Mary Roos, Mike Sin­ger und der voXX­club. An vie­len Stel­len in Deutsch­land wird die Show auf Groß­bild-Lein­wän­de pro­ji­ziert.

 

Public Viewings zum Eurovision Song Contest

Bis­lang haben Ver­an­stal­ter für 34 Plät­ze in Deutsch­land so genann­te Public Viewings zum Euro­vi­si­on Song Con­test ange­mel­det. Wer in letz­ter Minu­te noch eine sol­che Vor­füh­rung der Live-Über­tra­gung auf einer öffent­li­chen Par­ty orga­ni­sie­ren will, soll­te dabei Fol­gen­des beach­ten:

  • Die Ver­an­stal­tung muss auf der ent­spre­chen­den Euro­vi­si­on-Web­sei­te bekannt gege­ben wer­den. Dazu ist das Anmel­de­for­mu­lar am Ende der Sei­te aus­zu­fül­len.
  • Ein­tritts­geld darf für die Ver­an­stal­tung nicht ver­langt wer­den.
  • Bit­te die übli­chen Rech­te und Pflich­ten als Ver­an­stal­ter (Gema-Gebüh­ren, Laut­stär­ke etc.) beach­ten.

Auf­pas­sen muss man beim Spon­so­ring. Denn der Euro­vi­si­on Song Con­test ist eine geschütz­te Mar­ke. Es gibt gül­ti­ge Spon­so­ren­ver­trä­ge. Das offi­zi­el­le Logo des ESC darf nur für Ein­la­dun­gen und auf der Ver­an­stal­tung genutzt und zu einem Public Viewing mit dem Sen­de­si­gnal der ARD gela­den wer­den, wenn damit kei­ner­lei ande­re Spon­so­ren­aus­sa­gen ver­knüpft wer­den.  Mög­lich wäre zwar eine Aus­sa­ge wie "Ver­an­stal­ter XY lädt ein zum Public Vi ewing des Euro­vi­si­on Song Con­test". Aber nicht erlaubt wäre es zu sagen "Die­se Ver­an­stal­tung wird unter­stützt von Geträn­ke­markt X und Auto­han­del Y". So etwas ist im Ver­trag exklu­siv nur dem/den offi­zi­el­len Sponsor/en vor­be­hal­ten.

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

2 Gedanken zu „Eurovision Song Contest: Lissabon fiebert

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