Segel-Legende Hermione an der Algarve

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Stelldichein von großen Seglern an der Algarve: In den drei Wochen zwischen 19. April und 10. Mai kommt es in Portimão zu einer Windjammer-Parade der besonderen Art. Drei legendäre Schiffe hat der Kreuzfahrthafen zu Gast: Sea Cloud II, Royal Clipper und die Hermione, Nachbau eines französischen Schiffes aus dem achtzehnten Jahrhundert.

Bereits am 19. und 22. April legte die Sea Cloud II an, die 117 Meter lange Schwester der legendären SEA CLOUD. Sie verbindet den Charakter eines modernen Kreuzfahrtschiffes für 94 Passagiere mit der Atmosphäre eines Großseglers. Am Dienstag, 24. April, ist nun die imposante „Royal Clipper“ zu Gast in Portimaão – ein 134 Meter langer Nachbau der illustren Vorgängerin „Preußen“ mit Platz für maximal 227 Passagiere. Sie ist das größte 5-Mast-Vollschiff, das auf den Weltmeeren kreuzt.

Und schon recht bald kommt die Fregatte Hermione, der originalgetreue Nachbau eines Schiffes aus dem achtzehnten Jahrhundert, nach Portimão. Vom 8. bis 10. Mai gibt es rund um das weltweit einzige Schiff seiner Art, das vollständig aus Eichenholz gebaut ist, natürliche Materialien verwendet und nach wie vor die Ozeane befährt, ein buntes Programm.

Zu erleben gibt es anlässlich des Besuchs im einzigen Tiefwasserhafen der Algarve eine Ausstellung, Shows und Animationen sowie viel Musik. Der Eintritt ist frei. Getragen wird die Veranstaltung von der Vereinigung UFE Algarve, in der Auslandsfranzosen engagiert sind. Sie ist nach eigenen Angaben eine der mitgliederstärksten Regionalgruppen des Gesamtverbandes, der in 150 Ländern weltweit vertreten ist. Sprecher und Vizepräsident ist Bernard Dumoulin (E-Mail hermione2018@ufe-algarve.org, Telefon +351 967944078), Präsident Patrick Mangin leitet die UFE Algarve.

 

Hermione als historischer Dreimaster segelt 2018 an die Algarve
Segelt durchs Mittelmeer an die Algarve: der französische Dreimaster Hermione. Foto: UFE

 

Unterstützt wird der Event nicht nur von der Kommune Portimão, sondern auch von den Städten Lagoa, Faro, Loulé, Olhão, Silves und Lagos. Er ist Teil einer viereinhalb Monate dauernden Kreuzfahrt der Hermione. Sie begann im Februar in La Rochelle (Frankreich) und beinhaltete bislang Stopps in Tanger (Marokko), Barcelona (Spanien), Sète, Toulon, Marseille, Port Vendres und Bastia (alle Frankreich). Portimão erlebt den einzigen Aufenthalt des Schiffs in Portugal. Danach segelt „L’Hermione“ weiter nach Pasaia (Nordspanien). Am 16. Juni endet die Kreuzfahrt im französischen Bordeaux.

 

Die erste Hermione war Stolz der Kriegsmarine Frankreichs

 

Hermione ist der Nachbau eines historischen Fregatten-Vorbilds aus Frankreich
Nachbau eines historischen Vorbilds: die Hermione. Foto: UFE

 

Der pfeilschnelle Original-Dreimaster war ein französisches Kriegsschiff, mit dem Marquis de La Fayette 1780 zusammen mit 300 Mann 38 Tage lang nach Boston segelte, um die aufständischen amerikanischen Kolonisten im Kampf um die Unabhängigkeit zu unterstützen. 1793 sank das Original, der Stolz der französischen Kriegsmarine, vor der Küste der Bretagne. Erst im Jahr 1992 konnte das Wrack gefunden werden.

Viel war nicht übriggeblieben. Nur der vier Meter große Anker und ein paar Kanonenrohre hatten dem Atlantik widerstanden. Schnell wurde im traditionell segelbegeisterten Frankreich der Nachbau organisiert – im Hafen in Rochefort bei La Rochelle. Die Arbeiten sollten 17 Jahre dauern. Für den Nachbau lieferte das britische Marinemuseum in Greenwich die Pläne des Hermione-Schwesterschiffs „Concorde“. Daraus konnte das französische Forschungszentrum für Schiffbau etwa 450 einzelne Baupläne am Computer erstellen.

50 Handwerksbetriebe und viele Freiwillige aus ganz Europa waren an dem 25 Millionen Euro teuren Vorhaben beteiligt. Insgesamt wurden rund 400.000 einzeln gefertigte Teile zusammengesetzt. Keins kam aus dem Baumarkt. Auch Zimmermanns-Gesellen aus Deutschland arbeiteten in der historischen Werft mit. Die Partnerstadt Papenburg entsandte Schiffsbaupraktikanten.

 

Fregatte Hermione kleidet sich mit 17 Segeln

 

Hermione kam durch UFE-Präsident Patrick Mangin an die Algarve
Patrick Mangin, der Präsident der UFE-Algarve, brachte die Hermione nach Portimao. Screenshot: UFE

2015 konnte das originalgetreu wieder aufgebaute Schiff mit seinen zwei Dutzend Kanonen, die früher zwölf Pfund schwere Kugeln abfeuerten, in Dienst genommen werden. Finanziers des Projekts waren die Region, das französische Département und die Städte Rochefort und La Rochelle. Aber auch die Regierung in Paris sowie die Europäische Union in Brüssel übernahmen ihren Anteil. Der Löwenanteil der Kosten kam aber dadurch wieder in die Kasse, dass während der Bauzeit die Werft gegen Eintrittsgeld besichtigt werden konnte – Geschichte zum Anfassen, sozusagen. Ferner unterstützt ein mehr als 7.000 Mitglieder zählender Förderverein das Projekt.

Aus Sicherheitsgründen segelt die Fregatte nicht als normales Passagierschiff. Wer aber Vereinsmitglied ist oder wird und seinen finanziellen Beitrag leistet, darf mit einem Ticket für eine kleine Rundfahrt mit dem Hingucker rechnen.

Wenn die 17 Segel mit Hilfe von 25 Kilometern Seil gesetzt sind, trägt die Hermione ein Kleid aus 2200 Quadratmetern Tuch. Der stolze Dreimaster ist 65 Meter lang, 47 Meter hoch, wiegt 1.150 Tonnen und braucht eine 75-köpfige Besatzung.

Über das Kreuzfahrt-Programm Portimãos für das gesamt Jahr 2018 haben wir in unserem Beitrag “Algarve empfängt mehr Kreuzfahrt-Passagiere” berichtet. Lesen Sie dort, wie auch die Zahl der Schiffe ständig steigt.

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

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