Schmuggel verbindet Algarve mit Spanien

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Die Algar­ve-Stadt Alcou­tim und der anda­lu­si­sche Grenz­ort San­lú­car de Gua­dia­na sind zum Schmug­gel-Fes­ti­val vom 23. bis 25. März durch eine Fuß­gän­ger­brü­cke ver­bun­den. Zwi­schen bei­den Ufern des Grenz­flus­ses Gua­dia­na kön­nen Pas­san­ten hin und her pen­deln.

Die Pon­ton­brü­cke hat das fran­zö­si­sche Unter­neh­men Cubi­sys­tem errich­tet, das in aller Welt tätig ist. 1.680 Schwimm­kör­per tra­gen den ins­ge­samt 225 Meter lan­gen Über­weg. Vier gro­ße Lkws waren erfor­der­lich, um die Pon­tons an den Grenz­fluss zu brin­gen. 12 Per­so­nen waren drei Tage lang damit beschäf­tigt, die Tei­le zusam­men­zu­bau­en. Trag­sei­le und Anker geben der Kon­struk­ti­on Sicher­heit und Sta­bi­li­tät.

 

Dem Schmuggel ist ein eigenes Festival gewidmet

 

Mit dem Schmug­gel-Fes­ti­val („Fes­ti­val do Con­tra­ban­do – Trá­fi­co de Artes no Gua­dia­na") erin­nern Alcou­tim und San­lú­car de Gua­dia­na an einen Markt aus der Zeit der aus­ge­hen­den 30er-Jah­re des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts. Es herrsch­te Krieg und über­all man­gel­te es an Lebens­mit­teln und ande­ren wich­ti­gen Waren. Die Furcht­lo­sen in der Bevöl­ke­rung behal­fen sich mit dem ver­steck­ten Hin­über­schaf­fen des­sen, dem man hab­haft wer­den konn­te. Schmug­geln war eine wich­ti­ge Ein­nah­me­quel­le dar. Der ille­ga­len Han­del mit Gütern führ­te aber auch zum Aus­tausch der Kul­tu­ren im Grenz­ge­biet von Por­tu­gal und Spa­ni­en.

 

Schmuggel Festival in Alcoutim und Sanlúcar de Guadiana verbindet Algarve und Andalusien
Fluss und Fes­ti­val-Brü­cke über den Gua­dia­na ver­bin­den Alcou­tim und San­lú­car de Gua­dia­na. Foto: CM

 

Heut­zu­ta­ge ist aus dem Schmug­gel-Gesche­hen an dem Grenz­pos­ten ein regio­na­les Fes­ti­val mit Stra­ßen­künst­lern und alten Hand­werks­be­ru­fen gewor­den, das bis in die umlie­gen­den Ort­schaf­ten aus­strahlt. Es ver­leiht Ein­bli­cke in das dörf­li­che Leben mit sei­nen Sit­ten und Bräu­chen, spricht aber auch öko­lo­gi­sche und gesell­schaft­li­che The­men wie Pro­ble­me mit der Dür­re in der Natur und mit der Über­al­te­rung der Bevöl­ke­rung an. Schau­spie­ler und Kom­par­sen tre­ten als Schmugg­ler, aber auch als Guar­das Fis­cais auf – Poli­zis­ten, die stets wach­sam den Fluss kon­trol­lier­ten. Bei­de Per­so­nen­grup­pen sind durch zwei Skulp­tu­ren von Tere­sa Pau­li­no reprä­sen­tiert, die in Alcou­tim am Grenz­fluss Gua­dia­na zu sehen sind.

Schmuggel-Fest soll Touristen zur Wiederkehr bewegen

 

Auf dem Pro­gramm ste­hen vor allem Stra­ßen­thea­ter, Erzäh­lun­gen, Volks­mu­sik­kon­zer­te, Aus­stel­lun­gen und ande­re künst­le­ri­sche Dar­bie­tun­gen. Die Errich­tung einer Brü­cke, und sei es nur zum Behelf und aus Anlass des Schmug­gel-Fes­ti­vals, ist für die por­tu­gie­si­schen und spa­ni­schen Ein­woh­ner bei­der Gemein­den die Erfül­lung eines lang geheg­ten Traums. Sie ist ein wahr­haft völ­ker­ver­bin­den­des Ele­ment.

Der Bür­ger­meis­ter von Alcou­tim, Osval­do dos San­tos Gonçal­ves, hofft nun auf vie­le Gäs­te, die anläss­lich des Schmug­gel-Fes­ti­vals erst­mals in Kon­takt mit Natur und Kul­tur der Regi­on kom­men und dann spä­ter ein­mal an den Gua­dia­na zurück­keh­ren wol­len. Die Ver­an­stal­tung ist Teil des Kul­tur­pro­gramms 365 Algar­ve. Auf das Fes­ti­val do Con­tra­ban­do macht auch eine Face­book-Sei­te auf­merk­sam.

Wie das his­to­ri­sche Erbe der Algar­ve und Anda­lu­si­ens gemein­sam bes­ser prä­sen­tiert wer­den soll, haben wir bereits in unse­rem Bei­trag "Kul­tur- und Wein-Tou­ris­mus im Süden Por­tu­gals und Spa­ni­ens immer attrak­ti­ver" beleuch­tet.

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

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