Portugal: Starker Regen nach schwerer Dürre

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Resi­den­ten und Urlau­ber in Por­tu­gal atmen auf: Eine Peri­ode kräf­ti­gen Regens, beglei­tet von star­kem Wind mit Geschwin­dig­kei­ten bis zu 40 Kno­ten, hat zum Febru­ar-Ende die lang­an­hal­ten­de Pha­se hef­ti­ger Tro­cken­heit und Dür­re im Land abge­löst. Ver­mut­lich min­des­tens zehn Tage lang soll das reg­ne­ri­sche Wet­ter anhal­ten, sagen die Meteo­ro­lo­gen.

Wegen star­ken Wel­len­gangs kön­nen an der Algar­ve zum Bei­spiel die Häfen von Alvor, Olhão und Faro vor­über­ge­hend nicht mehr ange­lau­fen wer­den – genau­so sieht es in Espo­sen­de, Dou­ro und Eri­ce­i­ra aus. Ande­re Häfen Por­tu­gals sind nur beschränkt zugäng­lich. Vor allem für die Küs­ten der Bezir­ke Lis­sa­bon, Set­úbal, Beja und Faro rief das meteo­ro­lo­gi­sche Insti­tut IPMA bis Frei­tag Warn­stu­fe Gelb aus. Wegen Wind­bö­en bis zu 140 Stun­den­ki­lo­me­tern Geschwin­dig­keit in Fun­chal wur­den Mitt­woch meh­re­re Flü­ge zur Insel Madei­ra gestri­chen.

 

Dürre von Wind und Regen an Portugals Küste gefolgt Ende Februar 2018
Warn­stu­fe Gelb herrscht Ende Febru­ar 2018 wegen star­ken, böi­gen Winds und hef­ti­gen Regens an der por­tu­gie­si­schen Küs­te. Foto: Kea Mowat

 

Die Atlan­tik­wel­len dürf­ten sich in der Regel zwi­schen fünf und sechs Metern hoch auf­tür­men, so die Mee­res­be­hör­de AMN. Beson­ders Sport­ang­ler soll­ten gro­ße Vor­sicht wal­ten las­sen, rie­ten die Exper­ten. Denn das Meer­was­ser erreicht auch Flä­chen, die sonst als sicher gel­ten. Der übri­gen Bevöl­ke­rung emp­fiehlt die Behör­de, Strän­de und Bür­ger­stei­ge in Küs­ten­nä­he zu mei­den.

 

Schwere Dürre auf 77 Prozent der Landesfläche

 

Mit­te des Monats war bekannt­ge­wor­den, dass auf 77 Pro­zent der Fest­lands­flä­che Por­tu­gals schwe­re Dür­re herrscht und auf neun Pro­zent sogar extre­me Dür­re. Die Regen­fäl­le hat­ten bis 15. Febru­ar nur ein Vier­tel der Nor­mal­men­ge betra­gen. Der Regen­man­gel ließ die Was­ser­re­ser­ven in neun Stau­se­en des Lan­des wei­ter schrump­fen. Beson­ders betrof­fen von der Tro­cken­heit waren zuletzt ein Teil des Lan­des­in­ne­ren im Nor­den, der Alen­te­jo rund um Beja und die öst­li­che Algar­ve gewe­sen.

Die Land­wir­te hat­ten wegen der Tro­cken­heit bereits über his­to­ri­sche Tiefst­stän­de bei der Getrei­de­pro­duk­ti­on geklagt. Es lit­ten auch die Vieh- und Wald­wirt­schaft. Der Bau­ern­ver­band CAP for­der­te schon die Koor­di­na­ti­on eines natio­na­len Not­fall­plans durch ver­schie­de­ne Minis­te­ri­en. Nach Ansicht der Inter­es­sen­ver­tre­ter der por­tu­gie­si­schen Land­wir­te sind die Kre­dit­li­ni­en unzu­rei­chend, weil sie nicht an der­ar­ti­ge Not­fäl­le ange­passt sei­en.

 

"Wegen Dürre keine Panik machen", sagt Regierung

 

Dürre schädigte Getreideproduktion in Portugal im Winter 2017/2018
Por­tu­gals Land­wir­te klag­ten nach Dür­re über Schä­den in der Getrei­de­pro­duk­ti­on. Foto: Kees Streef­kerk

Die Regie­rung in Lis­sa­bon wies dar­auf hin, dass meh­re­re Hilfs­maß­nah­men beschlos­sen wor­den sei­en. Sie beton­te, dass laut natio­na­lem Bewäs­se­rungs­plan bis 2021 rund 90.000 Hekt­ar neue Bewäs­se­rungs­flä­che geschaf­fen wer­den sol­len. Land­wirt­schafts­mi­nis­ter Capou­las San­tos bestä­ti­ge im Radio die schwie­ri­ge Lage im Getrei­de­be­reich, warn­te aber vor all­ge­mei­ner „Panik­ma­che“. Man­che von der Regie­rung bereit­ge­stell­ten Hil­fen ange­sichts der Tro­cken­heit wür­den von der Land­wirt­schaft gar nicht voll aus­ge­schöpft, erklär­te der Minis­ter. Es gebe in Por­tu­gal sogar Agrar­sek­to­ren, die Wachs­tum ver­zeich­nen könn­ten. Der Minis­ter ver­wies in die­sem Zusam­men­hang auf Wein, Oli­ven und Obst.

Die Dür­re und Tro­cken­heit in Por­tu­gal geht nicht nur auf 2017 aus­ge­blie­be­ne Nie­der­schlä­ge zurück, son­dern ist an der Algar­ve gleich­zei­tig eine Kon­se­quenz der höchs­ten Zahl an Son­nen­schein­stun­den an Euro­pas Küs­ten.

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

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