Waldbrand: Warum wüten so oft Feuer in Portugal?

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Mit­ten in den Som­mer­fe­ri­en 2017 haben zwei Wald­brand-Fäl­le die Algar­ve auf­ge­schreckt. Die Rauch­ent­wick­lung im hüge­li­gen Hin­ter­land war am Mon­tag, 24. Juli, in vie­len Gebie­ten der West-Algar­ve wahr­nehm­bar. Aller­dings konn­ten die Feu­er­weh­ren die über­schau­bar gro­ßen Brän­de bei São Brás de Alpor­tel und bei Sil­ves offen­bar schnell unter Kon­trol­le bekom­men. In Ser­tã, Cas­te­lo Bran­co und Gavião im Lan­des­in­ne­ren jedoch kämpf­ten am Mon­tag immer noch mehr als 700 Feu­er­wehr­leu­te mit 230 Lösch­fahr­zeu­gen und acht Heli­ko­ptern sowie einem Cana­d­air-Flug­zeug gegen neu auf­ge­flamm­te Feu­er.

Algarve, Silves, Burg, Waldbrand, 2017,
In Sil­ves, hier die Burg, war der jüngs­te Wald­brand schnell unter Kon­trol­le. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

War­um gibt es in Por­tu­gal so häu­fig Wald­brän­de? Nimmt deren Zahl und Schwe­re zu? Und war­um ent­wi­ckeln sich die­se gele­gent­lich so ver­hee­rend wie jüngst im Kreis Pedrógão Gran­de, wo min­des­tens 64 Men­schen das Leben ver­lo­ren?

Prof. João Guer­rei­ro, ehe­ma­li­ger Rek­tor der Uni­ver­si­tät der Algar­ve, lei­tet einen Fach­aus­schuss, der die jüngs­te Kata­stro­phe im Auf­trag der Regie­rung bis Herbst unter­su­chen soll. Hier bereits eine Zusam­men­fas­sung von vor­lie­gen­den Erkennt­nis­sen. Inter­es­sant in die­sem Zusam­men­hang ist sicher auch unser Bericht über die Wald­brand-Situa­ti­on im Sep­tem­ber 2016.

 

Waldbrand-Faktor 1: Eukalyptus und Pinien

 

Rund ein Vier­tel des por­tu­gie­si­schen Wal­des und ein Zehn­tel der Staats­flä­che besteht aus Euka­lyp­tus­bäu­men. Sie wach­sen schnell und ver­spre­chen flot­ten Pro­fit. Zusam­men mit den weit ver­brei­te­ten Pini­en sind sie reich an Harz und sehr leicht brenn­bar. Zudem ste­hen sie weit aus­ein­an­der, sind sehr licht. Das lässt den Boden schnell aus­trock­nen und beschleu­nigt die Ero­si­on, wie Geo­bo­ta­ni­ker beto­nen.

Laut Umwelt­or­ga­ni­sa­ti­on Quer­cus pro­du­zie­ren die Baum­schu­len in Por­tu­gal rund 30 Mil­lio­nen zer­ti­fi­zier­te Euka­lyp­tus-Bäu­me pro Jahr. Sie ver­kau­fen nach Quer­cus-Infor­ma­tio­nen aber für den all­ge­mei­nen Markt und pri­va­te Eigen­tü­mer selbst dann, wenn kei­ne Geneh­mi­gung vom zustän­di­gen Insti­tut für Natur­schutz und Forst­wirt­schaft (ICNF) für eine Auf­fors­tung mit Euka­lyp­tus vor­liegt.

 

Waldbrand-Faktor 2: Monokulturen

 

Portugal Algarve Waldbrände Gefahrenzonen
Das Hin­ter­land der Algar­ve, wie hier zwi­schen Port­i­mao und Mon­chi­que, kann wegen Wäl­dern und Büschen Feu­ern schnell Nah­rung geben. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

Euka­lyp­tus wird für Zel­lu­lo­se-Gewin­nung und Papier­her­stel­lung benö­tigt. Das sind für Por­tu­gal wich­ti­ge Devi­sen­brin­ger.  Auch Pini­en wer­den zu Papier und Holz ver­ar­bei­tet. Zudem kann man mit Pini­en­ker­nen Geld ver­die­nen. Zur leich­te­ren Ern­te wer­den die Pini­en spe­zi­ell getrimmt. So aber spen­den sie weni­ger Schat­ten und die Brand­ge­fahr steigt.

Hin­zu kommt: Es gibt vie­le Mono­kul­tu­ren. Die sind immer schlecht. Viel bes­ser wäre es, wenn zwi­schen Euka­lyp­tus und Pini­en mehr Eichen stün­den.

Ein Misch­wald ist resis­ten­ter gegen Feu­er, Stür­me und selbst gegen Schäd­lin­ge. Die meis­ten Insek­ten befal­len näm­lich nur eine spe­zi­el­le Baum­art.

 

Waldbrand-Faktor 3: Unterholz

 

Frü­her hiel­ten Nutz­tie­re die Vege­ta­ti­on nied­rig, heu­te sprießt in den von Men­schen weit­ge­hend ver­las­se­nen Regio­nen das Unter­holz. Das führt nicht sel­ten zu ver­hee­ren­den Wald­brän­den. Das Risi­ko liegt in Por­tu­gal noch deut­lich höher als in ver­gleich­ba­ren Län­dern wie Spa­ni­en, Ita­li­en oder Grie­chen­land.

 

Waldbrand-Faktor 4: EU-Förderung

 

Die EU hat in der Ver­gan­gen­heit die Auf­fors­tung in den Mit­tel­meer­län­dern geför­dert. Mehr Bäu­me sind natür­lich zunächst ein­mal etwas Gutes. Aber die Prä­mi­en wur­den oft gezahlt, ohne genau zu prü­fen, was tat­säch­lich ange­pflanzt wird. Jetzt sind die Euka­lyp­tus- und Pini­en-Bäu­me da und brei­ten sich aus.

 

Waldbrand-Faktor 5: Trägheit der Politik

 

Die jet­zi­ge sozia­lis­ti­sche Regie­rung kün­dig­te zwar Maß­nah­men zur Ein­däm­mung des Euka­lyp­tus an, setz­te sie aber noch nicht um. Auch frü­he­re Poli­ti­ker wie Minis­ter­prä­si­dent José Manu­el Bar­ro­so 2003, Innen­mi­nis­ter Rui Perei­ra 2010 und Minis­ter­prä­si­dent Pedro Pas­sos Coel­ho 2013 glänz­ten nicht mit der Durch­set­zung ange­kün­dig­ter not­wen­di­ger Ver­än­de­run­gen.

Por­tu­gal wirkt noch immer ziem­lich über­for­dert mit der Bekämp­fung der Wald­brand-Gefähr­dung und dem Kata­stro­phen-Schutz. Sogar feh­len­de Hydran­ten und ein über­las­te­ter Wet­ter­dienst haben wohl zum Aus­maß der jüngs­ten Natur­ka­ta­stro­phe bei­getra­gen. Stark wech­seln­de Win­de begüns­tig­ten fer­ner, dass sich das Feu­er rasend schnell in alle Rich­tun­gen aus­brei­te­te, die Strom­ver­sor­gung und das Tele­fon-Fest­netz unter­brach sowie Mobil­funk-Über­tra­gungs­mas­ten außer Gefecht setz­te.

Algarve Waldbrände 2016 Monchique
Erin­ne­rung an 2016: Wegen Wald­brän­den im Bereich Mon­chi­que gab es an der Algar­ve Ver­kehrs­be­schrän­kun­gen. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

Vor weni­gen Tagen mach­ten jedoch die Algar­ve-Städ­te Alje­zur, Lagos und Vila do Bis­po mit einem gemein­sa­men Ver­tei­di­gungs­plan gegen Wald­brän­de auf sich auf­merk­sam. Das Insti­tut für Natur­schutz und Forst­wirt­schaft (ICNF) geneh­mig­te die­sen abge­stimm­te Plan für die Füh­rung und Unter­stüt­zung ört­li­cher Teams, die sich im Schutz der Wäl­der enga­gie­ren.

 

Waldbrand-Faktor 6: Private Besitzer

 

In por­tu­gie­si­schen Medi­en ver­wei­sen Exper­ten mitt­ler­wei­le auf grund­le­gen­de Brand­schutz-Pro­ble­me. Umge­rech­net auf die Gesamt­flä­che des Lan­des habe das Land inner­halb der Euro­päi­schen Uni­on all­jähr­lich die größ­ten Ver­lus­te durch Wald­brän­de zu ver­zeich­nen, heißt es. Ein gro­ßer Teil der Wäl­der sei in Pri­vat­be­sitz. Die Eigen­tü­mer küm­mer­ten sich oft nicht um die Vor­schrift, Zufahrts­we­ge für die Feu­er­wehr frei­zu­hal­ten.

 

Waldbrand-Bekämpfung: Mehr Kiefern?

 

Portugal Algarve Waldbrände Gefahrenzonen
Das hüge­li­ge Hin­ter­land der Algar­ve, wie hier zwi­schen Port­i­mao und Mon­chi­que, kann wegen Wäl­dern und Büschen Feu­ern schnell Nah­rung geben. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

In Por­tu­gal macht die Kie­fer zuneh­mend dem Euka­lyp­tus Kon­kur­renz. Sie kann, anders als die­ser, erst nach 40 Jah­ren geschla­gen wer­den, ist aber eben­falls wich­tig für die Harz­ge­win­nung. Die­se mau­sert sich in Por­tu­gal – nach rund 50-jäh­ri­ger Unter­bre­chung durch bil­li­ge asia­ti­sche Impor­te – zu einer immer wich­ti­ge­ren Ein­nah­me­quel­le der Forst­wirt­schaft. Kie­fern­harz, das wei­ße Pech, wird nach der Rei­ni­gung zum Bei­spiel zu Ter­pen­tin und Kolo­pho­ni­um wei­ter­ver­ar­bei­tet. Das sind zwei Stof­fe, die für die Her­stel­lung von Far­ben, Kos­me­ti­ka, Medi­ka­men­ten, Auto­rei­fen und Kau­gum­mi wich­tig sind.

Wie die Umwelt­or­ga­ni­sa­ti­on Quer­cus errech­net hat, wür­den Maß­nah­men zur bes­se­ren Ver­hü­tung von Wald­brän­den in Por­tu­gal ins­gess­amt nur 165 Mil­lio­nen Euro im Jahr kos­ten. Hin­ge­gen lie­ge die Scha­dens­hö­he für die por­tu­gie­si­sche Wirt­schaft jedes Jahr bei geschätzt rund einer Mil­li­ar­de Euro, so Quer­cus. Daher sei es zwin­gend nötig, mehr in Prä­ven­ti­on und in Umstel­lung der Wald­be­wirt­schaf­tung zu inves­tie­ren. Es gel­te vor allem, mehr ein­hei­mi­sche Baum­ar­ten zu bevor­zu­gen.

 

Waldbrand-Entwicklung im Vergleich

 

Was die Zahl der Wald­brän­de anbe­trifft, geht es Por­tu­gal wie ande­ren Län­dern. 2015 wüte­ten unge­wöhn­lich gro­ße Flä­chen­brän­de in Alas­ka und in Indo­ne­si­en. 2016 kämpf­ten Kana­da, Kali­for­ni­en und Spa­ni­en genau­so mit den Flam­men, wie auch Frank­reich und Por­tu­gal. In die­sem Jahr wur­den gro­ße Brän­de außer aus Por­tu­gal auch aus Ita­li­en, Kroa­ti­en und Mon­te­ne­gro gemel­det.

Wis­sen­schaft­ler der "Uni­on of Con­cer­ned Sci­en­tists" (UCS) gehen tat­säch­lich davon aus, dass sich in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten die Zahl der Flä­chen­brän­de erhöht hat. Wie die UCS fest­stell­te, tra­ten z.B. in den west­li­chen Bun­des­staa­ten der USA gro­ße Vege­ta­ti­ons­brän­de in den sieb­zi­ger und acht­zi­ger Jah­ren fast fünf Mal häu­fi­ger auf. Die Brän­de zer­stör­ten über sechs Mal mehr Land als je zuvor und dau­er­ten fast fünf Mal län­ger als vor den sieb­zi­ger Jah­ren. Zudem ver­län­ger­ten sich die Zeit­räu­me hohen Flä­chen­brand-Risi­kos in den ver­gan­ge­nen 40 Jah­ren über­all.

In den USA brach das Jahr 2015 hat mit einer ver­brann­ten Flä­che von mehr als vier Mil­lio­nen Hekt­ar alle Rekor­de. Die Grö­ße der Flä­che ent­spricht dem Gebiet der Nie­der­lan­de bzw. der Schweiz. Im Som­mer 2016 hielt eine gan­ze Wel­le von Wald­brän­den auch die Por­tu­gie­sen in Atem, z.B. auf der Insel Madei­ra und an der Algar­ve. Rund 350 ein­zel­ne Feu­er wur­den gezählt.

 

Waldbrand-Ausmaße schlimmer als früher

 

Flä­chen­brän­de betref­fen immer mehr Gebie­te auf der gan­zen Welt. Sogar in Sibi­ri­en und an ande­ren Orten der Welt, wo es nor­ma­ler­wei­se kei­ne Groß­brän­de gibt, tra­ten sol­che auf. Laut Pro­gno­sen der UCS könn­ten künf­ti­ge Flä­chen­brän­de bis zu sechs Mal zer­stö­re­ri­scher wer­den als bis­her.

Haupt­grund für die stei­gen­de Zahl an Flä­chen­brän­den ist laut For­schern, dass der Kli­ma­wan­del mit sei­nen wär­me­ren und tro­cke­ne­ren Som­mern die Län­ge der Flä­chen­brand-Sai­son, die Grö­ße der betrof­fe­nen Gebie­te und die Zahl der Feu­er erhöht hat. Aus­lö­ser sind zwar oft Men­schen. Es kann sich aber, wie jetzt nord­öst­lich von Lis­sa­bon, auch um natür­li­che Ursa­chen wie Blitz­schlä­ge han­deln.

 

Waldbrand-Gefahr durch Klimawandel erhöht

 

Portugal Algarve Waldbrände Hügel
Der Wind treibt den Rauch von Wald­brän­den im Hin­ter­land manch­mal zur Küs­te der Algar­ve hin. Foto: Hans-Joa­chim All­gai­er

Die welt­weit anstei­gen­den Tem­pe­ra­tu­ren füh­ren zu stär­ker Ver­duns­tung und trock­nen das Land aus. Zudem fin­det die Schnee­schmel­ze frü­her statt, so dass die Böden län­ger tro­cken blei­ben und somit anfäl­li­ger für Brän­de wer­den. Auch der vom Kli­ma­wan­del begüns­tig­te Schäd­lings­be­fall setzt den Wäl­dern zu: Län­ge­re Som­mer ermög­li­chen den Insek­ten mehr Brut­zy­klen und schnel­le­re Fort­pflan­zung. Die Feu­er brei­te­ten sich in geschwäch­ten Wäl­dern zudem schnel­ler aus und gerie­ten häu­fi­ger außer Kon­trol­le als frü­her, so Wis­sen­schaft­ler.

Das größ­te Pro­blem sehen eini­ge Wis­sen­schaft­ler dar­in, dass Wald­brän­de höhe­re CO2-Emis­sio­nen zur Fol­ge haben. Denn Bäu­me neh­men Koh­len­di­oxid aus der Atmo­sphä­re auf und spei­chern es. Je mehr Bäu­me also ver­bren­nen, des­to schwie­ri­ger ist es, den Kli­ma­wan­del künf­tig zu bekämp­fen. Hier gibt es so etwas wie einen Rück­kopp­lungs­ef­fekt: Wald­brän­de sor­gen für zuneh­men­de Emis­sio­nen, die­se tra­gen zur Erd­er­wär­mung bei, und das führt wie­der­um zu mehr Feu­ern.

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

13 Gedanken zu „Waldbrand: Warum wüten so oft Feuer in Portugal?

  • 6. August 2018 um 18:24
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    Als wir mit unse­ren sie­ben Kin­dern nach Por­tu­gal aus­ge­wan­dert sind vor 9 Jah­ren haben wir als ers­tes den Euka­lyp­tus auf unse­rem Land gefällt. Er gehört hier nicht her und macht mehr kaputt als einem lieb ist.
    Die ers­ten Jah­re gab es kei­ne Brän­de. Aller­dings hat sich das lei­der ver­än­dert und wir hat­ten letz­tes Jahr Angst um unser Leben und sind mit allen Kin­dern und Tie­ren um unser Leben gelau­fen. Wir haben es geschafft – vie­le damals lei­der nicht.
    Por­tu­gal hat sich mit dem Euka­lyp­tus nichts Gutes getan!

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  • 6. August 2018 um 13:41
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    Ein Bekann­ter ver­such­te EU För­der­gel­der zu bekom­men, um das tro­cke­ne Unter­holz zu Pel­lets ver­ar­bei­ten zu kön­nen. Das wur­de dan­kend abge­lehnt.

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  • 26. Juli 2017 um 11:31
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    Und Eichen sind kei­ne Alter­na­ti­ve? Die ursprüng­li­che Bewal­dung Por­tu­gals war die Eiche und zumin­dest die Kork­ei­che ist deut­lich feu­er­re­sis­ten­ter als Euka­lyp­tus und Pinie, die bei­de impor­tiert wur­den. Die Pinie für den Schiffs­bau und der Euka­lyp­tus für die Papier­her­stel­lung. Jetzt wäre die Chan­ce die Wie­der­auf­fors­tung in eine Rich­tung zu len­ken, die dem ursprüng­li­chen Öko­sys­tem mehr ent­spricht.

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    • 26. Juli 2017 um 15:07
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      Natür­lich wären Kork­ei­chen ide­al. Aber: Man muss deren Wäl­der auf­wän­dig auf­räu­men und sau­ber von Abfall- und Unter­holz hal­ten. Denn die Kor­krin­de ist die Brand­schutz­si­che­rung des Bau­mes. Schnei­den Sie die weg, so rei­chen kleins­te Feu­er­chen und der Baum ist kaputt. Dage­gen über­steht ein aus­ge­wach­se­ner Kork­ei­chen­baum mit intak­ter Rin­de nahe­zu jedes Feu­er. Es tut ihm nicht gera­de gut, aber er sprosst mühe­los wie­der aus.

      Zwei­ter Aspekt: Die Kork­prei­se sind ziem­lich kaputt, weil immer mehr Wein­fla­schen statt Kor­ken Alu­mi­ni­um-Dreh­ver­schlüs­se haben. Da lohnt die Kork­ei­chen­wirt­schaft jähr­lich weni­ger.

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  • 26. Juli 2017 um 08:03
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    Wie immer, wird auch in die­sem Arti­kel die Haupt­ur­sa­che der Feu­er und ihrer Aus­brei­tung gar nicht genannt: Es sind die Dumm­heit der Poli­tik und die Kor­rup­ti­on der Ver­wal­tung.

    Die Poli­tik ist so dumm, dass sie zum Bei­spiel im Jahe 2010 zwar Mil­li­ar­den für eine Fuß­ball­eu­ro­pa­meis­ter­schaft (auf Pump) aus­gab, deren leer ste­hen­de gro­ßen Sta­di­en per­ma­nent gro­ße Unter­halts­las­ten gene­rie­ren. Die Poli­tik ist gleich­zei­tig so dumm, kei­ner­lei nen­nens­wer­te Infra­struk­tur für die Brand­be­kämp­fung (Was­ser­tei­che, Start­plät­ze und Flug­zeug-gestütz­te Lösch­fa­zi­li­tä­ten) zu schaf­fen. Mit den raus­ge­schmis­se­nen Fuss­ball­gel­dern wäre das alles mühe­los zu bezah­len gewe­sen.

    Die Ver­wal­tung ist so kor­rupt, dass sie die Miss­stän­de im Wald­we­sen nicht zur Kennt­nis nimmt. Haupt­för­de­rer der Brän­de sind die nach der Abhol­zung rechts­wid­rig im Wald lie­gen gelas­se­nen abge­re­bel­ten Äste der Bäu­me. Die müs­sen nach Recht und Gesetz geschred­dert und ent­fernt wer­den. Das aber min­dert den Gewinn der Abhol­zung und unter­bleibt flä­chen­de­ckend. So lie­gen in den meis­ten nach­ge­wach­se­nen Wäl­dern halb­me­ter­hoch die staub­tro­cke­nen Äste und das Blatt­ma­te­ri­al der alten Ern­te auf Jah­re und fan­gen bei der gerings­ten Gele­gen­heit (Ziga­ret­ten­kip­pen) Feu­er. Das Zeug brennt wie Zun­der und ist bei Wind prak­tisch nicht mehr zu löschen.

    Der Haupt­punkt: Die Por­tu­gie­sen haben eine eige­ne Wald­po­li­zei (Poli­cia Flo­re­s­tal). Die aber fährt mit ihren Gelän­de­wa­gen tag­aus tag­ein in der Gegend her­um und sieht – nichts! Jeder Pas­sant, jeder Auto­fah­rer sehen die unauf­ge­räum­ten Wäl­der im Vor­bei­fah­ren. Nur die Poli­cia Flo­re­s­tal bekommt von den Miss­stän­den über­haupt nichts mit und kas­siert ihre leis­tungs­lo­sen Gehäl­ter und muss sich nach Bestechungs­gel­dern aus Quel­len der Wald­be­sit­zer fra­gen las­sen.

    Es gibt noch zahl­rei­che wei­te­re kor­rup­ti­ve Miss­stän­de, die die Brand­be­kämp­fung ver­hin­dern, die aber wür­den ein gan­zes Buch fül­len.

    Antwort
    • 26. Juli 2017 um 13:29
      Permalink

      Sehr geehr­ter Herr Stop­pen­berg,
      auf dem Algar­ve-Blog "Algar­ve für Ent­de­cker" kon­zen­trie­ren wir uns auf die Bericht­erstat­tung über Fak­ten, die beleg­bar sind. Mei­nun­gen sind auch gefragt, aber so lan­ge weder Indi­zi­en noch Bewei­se für ein­zel­ne Fäl­le vor­ge­legt wer­den kön­nen, bleibt der Vor­wurf der Kor­rup­ti­on bloß ein unbe­wie­se­ner Ver­dacht. Mit Pau­schal­aus­sa­gen wie "die Poli­tik ist dumm" oder "die Ver­wal­tung ist kor­rupt" iden­ti­fi­zie­ren wir uns nicht.
      Die Redak­ti­ons­lei­tung

      Antwort
      • 9. Oktober 2017 um 20:15
        Permalink

        Sehr geehr­ter Herr All­gai­er,
        ich woh­ne in einem kl. Haus in der Nähe von Mon­chi­que und ver­brin­ge ca. 5 Mona­te im Jahr dort. Kom­me seit 15 Jah­ren an die Algav­re, weil ich das Land und die Men­schen lie­be. Bis­her habe ich ein Gross-Feu­er mit­er­lebt. Ich den­ke die Men­ta­li­tät der Men­schen etwas zu ken­nen. Die Ver­wal­tung ist nicht kor­rupt, jedoch von gro­ßer Träg­heit und Macht­er­halt geprägt. Das "Feu­dal­sys­tem" ist noch weit ver­brei­tet. Eine Ver­än­de­rung dort bedeu­tet fast ein Umsturz, eine Revo­lu­ti­on. Letz­te­re (Nelken)hat den kl. Leu­ten wenig gebracht. Die­se haben oft Län­drei­en mit Wald (Euka), sind jedoch nicht in der Lage die­sen zu "unter­hal­ten", zu pfle­gen. Ein portug.Freund von mir hat auch Wald ver­lo­ren. Er hat kei­ne KV und kei­ne Ren­te. Wie soll das also finan­zi­ell gehen mit Auf­fors­tung Kork­ei­che, sowie Pfle­ge der Wäl­der ??? Por­tu­gal hat ganz ande­re Ver­hält­nis­se als D.
        Dies nur als Anmerkung.zu den Kom­men­ta­ren.
        Tho­mas Schwär­zel, Nies­te

        Antwort
  • 24. Juli 2017 um 20:11
    Permalink

    Es fehlt eine wich­ti­ge Gefah­ren­quel­le: der Mensch. Täg­lich beob­ach­te ich im Alen­te­jo, wie Ziga­ret­ten­kip­pen ein­fach weg­ge­wor­fen wer­den, wie am Wald­rand Pick­nick mit Holz­koh­len­grill gemacht wird. Im Wald lie­gen Glas­scher­ben und sons­ti­ger unde­fi­nier­ba­rer Müll. Es wun­dert mich, dass es nicht noch häu­fi­ger brennt.

    Antwort

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