Ein Kulturpunkt zum Abschied: Salvador Sobral gewinnt Eurovision Song Contest 2017

Mach mit: Tei­le die­sen Bei­trag mit Freun­den!

Mei­ne Erin­ne­rung an mei­ne ers­ten Auf­ent­hal­te an der Algar­ve wird domi­niert von Ein­drü­cken, die ich vor etwa 36 Jah­ren in den klei­nen Städ­ten Car­voei­ro, Lagos und Por­timão gesam­melt habe: Bil­der von klei­nen Fischer­hä­fen, die mit ihrem Trei­ben untrenn­bar mit die­sen Orten ver­bun­den sind, das Rau­schen des Mee­res vor der Küs­te und die klat­schen­den Lau­te der Wel­len an den Hafen­kais und nicht zuletzt die sal­zi­ge Luft des Atlan­tiks, der sich vor den Häfen mit dem Duft von frisch gegrill­ten Sar­di­nen mischt.

 

Por­timão – Hafen mit Fischer­boo­ten, wie zuzei­ten der 1980er Jah­re | Copy­right: Ala­my

 

Nach mei­nem ers­ten Besuch in Por­timão in den frü­hen Mor­gen­stun­den eines Som­mer­tags, die ich vor allem vor einem klei­nen Café direkt an der Anle­ge­stel­le der Fischer ver­brach­te, wo ich Galão trank und Ziga­ret­ten rauch­te, bin ich immer wie­der zurück­ge­kehrt.

Das klei­ne Café die­ser Tage exis­tiert nicht mehr, die Anle­ge­stel­le der Fischer wur­de schon vor lan­ger Zeit auf die ande­re Sei­te des Rio Ara­de ver­bannt, und ich habe bereits vor mehr als 15 Jah­ren das Rau­chern auf­ge­ge­ben.

Aber die Algar­ve hat für mich in den 36 Jah­ren seit die­sen ers­ten Begeg­nun­gen nichts von den Rei­zen ver­lo­ren, die mich damals in ihren Bann gezo­gen haben. Ganz im Gegen­teil: Je mehr ich von der Algar­ve und ihren Bewoh­nern ent­de­cken durf­te, des­to mehr fas­zi­nier­te mich ihre Viel­fäl­tig­keit, ihre Anmut und die unver­fälsch­te Freund­lich­keit, mit der ich jedes Mal emp­fan­gen wur­de.

 

Abschied

 

Im Okto­ber 2016 erleb­te und genoss ich mei­nen letz­ten Algar­ve-Besuch.

Nach mei­ner Rück­kehr nach Ber­lin erhielt ich im Novem­ber 2016 von Ärz­ten der Cha­rité eine Dia­gno­se, die mir nur sehr wenig Frei­raum für per­sön­li­che Ent­schei­dun­gen gelas­sen hat.

Eine der Ent­schei­dun­gen, die ich nach die­ser Dia­gno­se tref­fen muss­te, ist, Algar­ve für Ent­de­cker nicht selbst wei­ter zu füh­ren.

Mit die­ser Ent­schei­dung, die mir ganz und gar nicht leicht fällt, zie­he ich mich vier Jah­re nach der Grün­dung von Algar­ve für Ent­de­cker vom Steu­er die­ses Blogs zurück und über­ge­be die Ver­ant­wor­tung an mei­nen äußerst enga­gier­ten Kol­le­gen Hans-Joa­chim All­gai­er und sei­ne Frau Mari­on, die bereits seit zehn Mona­ten mit an Bord ist.

Ich bin davon über­zeugt, dass sie Ihnen in den kom­men­den Wochen auch mehr dar­über berich­ten wer­den, wel­che The­men und Schwer­punk­te sie für die Zukunft in den Fokus von Algar­ve für Ent­de­cker stel­len wer­den.

Bevor ich mich ver­ab­schie­de, möch­te ich mich herz­lich bedan­ken.

Bei Ihnen, den Lese­rin­nen und Lesern aus Por­tu­gal, der Schweiz, Öster­reich, Luxem­burg, Deutsch­land und aus den vie­len ande­ren Län­dern, die ich an die­ser Stel­le lei­der nicht alle auf­zäh­len kann.

Bei den vie­len Part­nern und Freun­den, die uns Fra­gen beant­wor­tet und mit Infor­ma­tio­nen ver­sorgt haben.

Und nicht zuletzt bei den Autoren und Redak­teu­ren Anne Dier­king, Wolf­gang Zim­ber, Phil­ip­pe Welti und Hajo All­gai­er, die Algar­ve für Ent­de­cker über­haupt erst mög­lich und so bunt gemacht haben, wie sie die­ses Blog in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren erlebt haben.

 

Eine Widmung

 

So trau­rig mich das Schrei­ben die­ses letz­ten Arti­kels macht, so sehr freue ich mich über zwei ganz aktu­el­le Ent­wick­lun­gen:

Ich habe heu­te von Wolf­gang Zim­ber erfah­ren, dass er für einen Tag in der über­nächs­ten Woche einen OP-Ter­min für sein zwei­tes Auge am Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Frei­burg bekom­men hat. Der Erfolg der Behand­lung des ers­ten Auges macht mich sehr zuver­sicht­lich, dass auch die­se Ope­ra­ti­on ohne Kom­pli­ka­tio­nen ver­lau­fen wird, lie­ber Wolf­gang! Ich drü­cke Dir bei­de Dau­men – und ich bin ganz sicher, dass vie­le kul­tur­in­ter­es­sier­te Por­tu­gal-Lieb­ha­ber mit ihren Gedan­ken und ihren guten Wün­schen bei Dir sein wer­den!

 

Wäre Wolf­gang im Voll­be­sitz sei­ner Kräf­te, dann hät­te er wahr­schein­lich auch dazu geschrie­ben:

Den dies­jäh­ri­gen Euro­vi­si­on Song Con­test (ESC) konn­te vor weni­gen Stun­den der 27-jäh­ri­ge Por­tu­gie­se Sal­va­dor Sobral mit der Bal­la­de "Amar Pelos Dois" gewin­nen. Der Sän­ger ver­zau­ber­te vie­le Mil­lio­nen Zuschau­er mit einer wun­der­bar sanf­ten Inter­pre­ta­ti­on eines Jazz-nahen Stücks, das sei­ne Schwes­ter Luí­sa für ihn geschrie­ben hat­te.

Kein Pomp, kein Feu­er­werk, gedimm­tes Licht, gedämpf­te Beglei­tung. Ein zurück­ge­nom­me­nes Kon­zept, das Exper­ten-Jurys eben­so gefiel wie den abstim­men­den Zuschau­ern.

"Wir leben in einer Welt von Weg­werf-Musik, Fast Food-Musik ohne irgend einen Inhalt. Und ich den­ke dies könn­te ein Sieg sein für Musik von Men­schen, die wirk­lich etwas zu sagen haben. Musik ist kein Feu­er­werk, Musik ist Gefühl. Also las­sen Sie uns das ver­än­dern und Musik zurück­brin­gen. Das ist wirk­lich das, wor­auf es ankommt."

Mit die­ser Aus­sa­ge hat Sal­va­dor Sobral dem Abend in Kiew einen wei­te­ren, sehr por­tu­gie­si­schen Höhe­punkt gege­ben. Dan­ke!

Ich wid­me die­sen Arti­kel mei­nem Freund Wolf­gang Zim­ber und dem sehr beein­dru­cken­den Sal­va­dor Sobral.

Ihnen allen alles Gute!

 

Ihr

alexander_kroll

Alex­an­der Kroll

 

 

Nachtrag…

 

Eine ganz beson­de­re Ver­si­on von "Amar Pelos Dois" – unplug­ged mit sei­ner Schwes­ter hat das por­tu­gie­si­sche Rádio Comerci­al auf­ge­nom­men…

 

Rádio Comerci­al | Sal­va­dor Sobral – Amar Pelos Dois

 

 

Salvador Sobral – "Amar Pelos Dois"

 

Lie­be für uns bei­de

 

Wenn jemand eines Tages nach mir fragt,

Sag, dass ich leb­te, um dich zu lie­ben

Vor dir hat­te ich nur exis­tiert,

Müde und nichts zum Geben

 

Mei­ne Liebs­te, erhö­re mei­ne Gebe­te

Ich bit­te dich zurück­zu­kom­men und wie­der dass du mich wie­der­ha­ben willst

Ich weiß, dass man nicht ein­sam liebt

Viel­leicht kannst du es ganz lang­sam wie­der erler­nen

 

Mei­ne Liebs­te, erhö­re mei­ne Gebe­te

Ich will, dass du zurück­kommst und zurück­kehrst, um mich zu lie­ben

Ich weiß, dass man nicht ein­sam liebt

Viel­leicht kannst du es ganz lang­sam wie­der erler­nen

 

Wenn dein Herz nicht nach­ge­ben will

Kei­ne Lei­den­schaft spü­ren will, nicht lei­den will

Ohne einen Plan zu schmie­den, was danach kom­men wird,

Kann mein Herz für uns bei­de lie­ben

 

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