Auch zu Ostern: Algarve bei Feriendomizil-Suche hoch im Kurs

Mach mit: Tei­le die­sen Bei­trag mit Freun­den!

Wel­che Urlaubs­re­gio­nen inter­es­sie­ren die Nut­zer von Inter­net­por­ta­len für Feri­en­do­mi­zi­le am meis­ten? Was Por­tu­gal anbe­trifft, über­ra­schen die auf der Platt­form Homea­way aus­ge­wer­te­ten Daten des Jah­res 2016 nicht: Unter den fünf am häu­figs­ten aus­ge­wähl­ten Städ­ten sind allein drei Algar­ve-Küs­ten­or­te. Auf der Top 20-Lis­te haben Algar­ve-Zie­le einen Anteil von 50 Pro­zent. Das Por­tal OLX mel­det unter­des­sen für die bevor­ste­hen­den Oster­fei­er­ta­ge um 20 Pro­zent höhe­re Ange­bo­te und Nach­fra­gen nach Feri­en­do­mi­zi­len in Por­tu­gal. Vor allem Feri­en­häu­ser an der Süd­küs­te des Lan­des lägen im Inter­es­se vorn.

OLX Ferienhausanzeigen Ostern 2017
Algar­ve vorn – bei Klein­an­zei­gen, die Feri­en­do­mi­zi­le auf dem Por­tal OLX.pt suchen ("Pro­cu­ra") oder anbie­ten ("Ofer­tas"). Gra­fik: OLX

Spit­zen­rei­ter in der por­tu­gie­si­schen Publi­kums­gunst ist laut der Daten­ana­ly­se des sich selbst als Markt­füh­rer bezeich­nen­den Por­tals Homea­way die Haupt­stadt Lis­sa­bon. Das nord­por­tu­gie­si­sche Por­to kam auf Platz 3. Der bekann­te Algar­ve-Bade­ort Alb­ufei­ra lan­de­te auf dem zwei­ten, Por­timão auf dem vier­ten und Lou­lé (unser Bei­trags­bild zeigt Quin­ta do Lago) auf dem fünf­ten Platz der Tref­fer­lis­te bei der Online­su­che nach pri­va­ten Feri­en­do­mi­zi­len.

 

Homeaway Screenshot Website
Home­page von Homeaway.pt

Hier der Kom­plett­über­blick über die Plat­zie­rung aller Algar­ve-Orte. Aus der Lis­te von Homea­way ist lei­der nicht zu schlie­ßen, wie häu­fig jeweils ein ein­zel­ner Ort durch die por­tu­gie­si­schen Nut­zer aus­ge­wählt wor­den ist.

 

 

 

OLX Screenshot Website
Home­page von OLX.pt

Unter­des­sen mel­det das por­tu­gie­si­sche Por­tal OLX, dass die Zahl von Urlaubs­do­mi­zil-Klein­an­zei­gen vor Ostern um ein Fünf­tel höher lie­ge als im Vor­jahr. Vor allem das Ange­bot von und die Nach­fra­ge nach Feri­en­häu­sern sei stark ange­stie­gen: Auf OLX gebe es in die­ser Kate­go­rie rund 50 Klein­an­zei­gen pro Tag und ins­ge­samt rund 3.000 Urlaubs­mög­lich­kei­ten. Die Algar­ve ste­he bei Ange­bot und Nach­fra­ge in Por­tu­gal an ers­ter Stel­le. Das Por­tal hat nach eige­nen Anga­ben fast 28 Mil­lio­nen Besu­cher im Jahr.

 

Bei Auslands-Feriendomizilen bevorzugen Portugiesen Spanien

 

Bei der Suche nach pri­va­ten Feri­en­do­mi­zi­len im Aus­land ent­schie­den sich die meis­ten Nut­zer von Homaway.pt für das Nach­bar­land Spa­ni­en und hier für die Städ­te Huel­va und Pon­te­ve­dra (Plät­ze 1 und 2). Bra­si­li­en, das mit Rio de Janei­ro auf Rang 3 liegt, taucht ins­ge­samt neun­mal in der Lis­te der Top 20-Feri­en­woh­nungs­de­sti­na­tio­nen auf, Spa­ni­en acht­mal.

Ohne dass Homa­way dazu kon­kre­te Tabel­len ver­öf­fent­licht, heißt es zur Aus­wer­tung der am meis­ten vom Aus­land aus in Por­tu­gal gesuch­ten Stand­or­te für Feri­en­do­mi­zi­le, auch hier lie­ge Lis­sa­bon mit sei­nem nahen Küs­ten­ge­biet vorn, gefolgt von der Algar­ve (Lou­lé, Lagos, Car­voei­ro, Tavi­ra, Vila do Bis­po und Olhão), der Sil­ber­küs­te (Cos­ta de Pra­ta) und dem Nor­den Por­tu­gals.

 

Konkurrenten: Homeaway und Airbnb

 

Nach eige­nen Anga­ben ver­mit­telt Homea­way online die Ver­mie­tung von mehr als 1,3 Mil­lio­nen Feri­en­woh­nun­gen und -häu­sern jähr­lich in fast 190 Län­dern der Erde. Das Por­tal gibt es seit neun Jah­ren. Sei­nen Sitz hat das Unter­neh­men in Aus­tin, Texas (USA). Es ist der­zeit in 17 Län­dern Euro­pas, Süd­ame­ri­kas und in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten mit eige­nen Mar­ken­auf­trit­ten prä­sent. Zu den größ­ten Mit­be­wer­bern dürf­te Airb­nb gehö­ren.

Laut Nach­rich­ten­agen­tur-Berich­ten aus dem Novem­ber sol­len Airb­nb und Homea­way von der spa­ni­schen Stadt Bar­ce­lo­na mit Geld­stra­fen in Höhe von jeweils 600.000 Euro belegt wer­den, weil die Por­ta­le trotz frü­her schon ver­häng­ter Buß­gel­der wei­ter­hin ille­gal pri­va­te Woh­nun­gen ver­mit­tel­ten. Es lie­ge in den ent­spre­chen­den Fäl­len nicht die not­wen­di­ge Tou­ris­ten­li­zenz vor. Seit 2015 stel­len die Behör­den aber kei­ne die­ser Berech­ti­gun­gen mehr aus. Die Stadt­ver­wal­tung will nicht noch mehr Tou­ris­ten in der Stadt haben. Offen­bar igno­rie­ren aber zahl­rei­che Ver­mie­ter die Vor­schrif­ten und ver­mie­ten wei­ter ihre Gäs­te­zim­mer. Bür­ger­meis­te­rin Ada Colau wird mit der Aus­sa­ge zitiert, es wür­den für die Nut­zung sol­cher Domi­zi­le über­haupt kei­ne Steu­ern ent­rich­tet. Airb­nb hat den Berich­ten zufol­ge ange­kün­digt, Rechts­mit­tel ein­zu­le­gen.

 

Touristenstädte kritisieren Steuerausfall

 

Ähn­li­che Kri­tik gibt es zum Bei­spiel in vie­len wei­te­ren Metro­po­len der Welt, so auch in der deut­schen Haupt­stadt Ber­lin, einem der größ­ten deut­schen Tou­ris­ten-Magne­te. Dort wird seit dem Früh­jahr 2016 die Geneh­mi­gung bzw. Aus­wei­sung von Woh­nun­gen zur Nut­zung für Feri­en­zwe­cke sehr restrik­tiv gehand­habt. Städ­te wie New York ver­su­chen gegen den Wider­stand der Ver­mie­tungs­platt­for­men sogar, bereits das Inse­rie­ren von nicht geneh­mig­ten Feri­en­woh­nun­gen zu unter­sa­gen.

Ferienwohnung Verbot
Feri­en­woh­nungs-Ver­bo­te sind auch ein The­ma bei Goog­le News, wie die­ser Screen­shot zeigt

In meh­re­ren stark besuch­ten Städ­ten der Welt, dar­un­ter zum Bei­spiel Lon­don und Ams­ter­dam, hat Airb­nb laut Medi­en­be­rich­ten bereits einer Begren­zung der jewei­li­gen Ver­mie­tungs­zeit auf 90 bzw. 60 Tage im Jahr zuge­stimmt. Ange­bo­te von Ver­mie­tern, die ohne Gewer­be­an­mel­dung arbei­ten, sol­len aus­ge­fil­tert wer­den.

 

Das Geschäft der Internet-Plattformen

 

Platt­for­men wie Homea­way, Airb­nb, Ama­zon, Ebay, Uber, die App-Stores von Apple und Goog­le sowie ande­re sind eine Fol­ge der Digi­ta­li­sie­rung von Han­dels- und Dienst­leis­tungs­pro­zes­sen. Sie haben das Poten­zi­al, bestehen­de Märk­te grund­le­gend zu ver­än­dern. Neue Unter­neh­men aus frem­den Bran­chen sind in der Lage, eta­blier­te Fir­men in deren Markt zu ver­drän­gen, falls die­se die Mög­lich­kei­ten nicht erken­nen, die in der Digi­ta­li­sie­rung ste­cken.

Airbnb Logo
Logo der Platt­form Airb­nb

Digi­ta­le Platt­for­men brin­gen die Anbie­ter von Pro­duk­ten oder Dienst­leis­tun­gen mit mög­li­chen Kun­den zusam­men. Der Betrei­ber ver­langt von Anbie­tern, Kun­den oder bei­den eine Gebühr für jede Trans­ak­ti­on oder ein Ent­gelt für den Zugang. Er muss Waren oder Diens­te nicht selbst her­stel­len oder anbie­ten, son­dern betreibt ledig­lich einen digi­ta­len Markt­platz. Wer Waren oder Dienst­leis­tun­gen anbie­tet, erhält durch die Platt­form Zugang zu vie­len Kun­den. Die­se kön­nen an einer Stel­le ver­schie­de­ne Anbie­ter kom­for­ta­bel ver­glei­chen und deren Ange­bo­te aus­wäh­len.

Gleich­zei­tig gewährt der Betrei­ber einer Platt­form meis­tens die Sicher­heit, dass der Kun­de es mit ver­trau­ens­wür­di­gen Ver­käu­fern zu tun hat. Neben Platt­for­men für Pri­vat­kun­den gibt es auch zahl­rei­che, die Geschäfts­kun­den zusam­men­brin­gen. Eine Her­aus­for­de­rung für Anbie­ter, zum Bei­spiel von Feri­en­un­ter­künf­ten, ist die Gestal­tung des direk­ten Kun­den­kon­takts, weil die Platt­form dazwi­schen geschal­tet ist.

 

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *