Klimawandel: Worauf sich die Algarve einstellt

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Auf wel­che loka­len Fol­gen des glo­ba­len Kli­ma­wan­dels soll­ten sich die Städ­te und Bewoh­ner der Algar­ve ein­stel­len? Die por­tu­gie­si­sche Umwelt­or­ga­ni­sa­ti­on Quer­cus hat jetzt dar­auf hin­ge­wie­sen, mit wel­chen Ver­än­de­run­gen zum Bei­spiel Lou­lé in der Zen­tral­al­gar­ve bis zum Ende die­ses Jahr­hun­derts und dar­über hin­aus zu rech­nen hat. Die ent­spre­chen­den Pro­gno­sen, die aus­sa­ge­kräf­tig für die gesam­te Süd­küs­te sein dürf­ten, sind auf die­ser Inter­net­sei­te ver­öf­fent­licht – zu Lou­lé und 25 wei­te­ren Orten in ganz Por­tu­gal.

Zusam­men­ge­fasst hier die grund­le­gen­den Ergeb­nis­se, bezo­gen auf Jah­res­durch­schnitts­wer­te:

  • Die Nie­der­schlags­men­gen ver­rin­gern sich
  • Die Tem­pe­ra­tu­ren – vor allem die Höchst­wer­te – neh­men zu
  • Der Mee­res­spie­gel steigt an
  • Extre­me Regen­fäl­le wer­den häu­fi­ger.

Niederschläge

Stär­ker aus­ge­präg­te Rück­gän­ge der durch­schnitt­li­chen Nie­der­schlags­men­gen pro Jahr dürf­te es in Lou­lé und an der Algar­ve nach die­sen Anga­ben gegen Ende des Jahr­hun­derts geben. In dem ent­spre­chen­den Zeit­raum könn­ten sie im Mit­tel zwi­schen 6 und 44 Pro­zent des bis­he­ri­gen Werts lie­gen, ist einer Über­sichts­ta­bel­le zu ent­neh­men. Danach könn­te die Regen­men­ge im Win­ter zwi­schen 1 und 30 Pro­zent, im Früh­ling zwi­schen 13 und 61 Pro­zent und im Herbst zwi­schen 7 und 53 Pro­zent des gegen­wär­tig Übli­chen lie­gen. Gemäß die­sen Pro­gno­sen wird sich die Zahl der Regen­ta­ge pro Jahr ver­min­dern auf 10 bis 28. Bereits 2013 hat­te der Welt­kli­ma­rat die Wahr­schein­lich­keit häu­fi­ge­rer und inten­si­ve­rer Dür­ren für den Süden Euro­pas betont.

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Hat­te Loule an der Algar­ve bis­lang 752 mm Nie­der­schlag im Jahr, sinkt die Durch­schnitts­men­ge – je nach Modell­rech­nung – künf­tig deut­lich. Quel­le: ClimAdaPT.Local

 

Temperaturen

Gegen Ende des Jahr­hun­derts dürf­te – so die Aus­wer­tung – die jähr­li­che Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur in Lou­lé und an der Algar­ve zwi­schen 1 und 4 Grad Cel­si­us höher lie­gen. Stär­ker noch sol­len die Höchst­tem­pe­ra­tu­ren zuneh­men: im Som­mer zwi­schen 1 und 4 Grad, im Früh­ling zwi­schen 1 und 5 Grad und im Herbst zwi­schen 2 und 5 Grad. Ganz all­ge­mein wird eine Zunah­me der Zahl von sehr hei­ßen Tagen (mit Höchst­tem­pe­ra­tu­ren über 35 Grad) und von tro­pi­schen Näch­ten (mit Mini­mum­tem­pe­ra­tu­ren über 20 Grad) vor­her­ge­sagt. Hit­ze­wel­len, so der Bericht, wür­den häu­fi­ger und inten­si­ver.

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Die blaue Kur­ve zeigt die jet­zi­gen Tem­pe­ra­tu­ren von Loule im Jah­res­ver­lauf, die rote und die grü­ne Linie geben Pro­gno­sen laut Modell­rech­nun­gen wie­der. Quel­le: ClimAdaPT.Local

Meeresspiegel

Bis 2050 pro­gnos­ti­zie­ren die Welt­kli­ma­rats-Exper­ten eine Erhö­hung des Mee­res­spie­gels um 17 bis 38 Zen­ti­me­ter. Bis zum Ende des Jahr­hun­derts wird welt­weit sogar mit einem Anstieg um 26 bis 82 Zen­ti­me­ter gerech­net. Ande­re Wis­sen­schaft­ler sehen im Jahr 2100 sogar eine Erhö­hung um 110 Zen­ti­me­ter für mög­lich an. Der Welt­kli­ma­rats-Bericht von 2013 ver­weist fer­ner dar­auf, dass das Anwach­sen des Was­ser­spie­gels der Ozea­ne mit Mee­res­stür­men ver­bun­den sein könn­te.

Extreme Klimaphänomene

Was extre­me Kli­ma­phä­no­me­ne anbe­trifft, rech­nen por­tu­gie­si­sche Exper­ten, die 2015 ihren Bericht vor­leg­ten, ins­be­son­de­re mit star­kem oder sehr star­kem Nie­der­schlag. Und laut Welt­kli­ma­rat ist welt­weit mit inten­si­ve­ren Win­ter­stür­men zu rech­nen, beglei­tet von Regen und star­kem Wind.

 

Pionierprojekt in Portugal abgeschlossen

 

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Logo von ClimAdaPT.Local

Die Ver­öf­fent­li­chung der Doku­men­te zu den ört­li­chen Anpas­sungs­not­wen­dig­kei­ten ange­sichts des glo­ba­len Kli­ma­wan­dels bil­det den Abschluss eines zwei­jäh­ri­gen Pio­nier­pro­jekts in Por­tu­gal. Ver­tre­ter von 26 Kom­mu­nen, Tech­ni­ker und Wis­sen­schaft­ler hat­ten in dem Pro­jekt „ClimAdaPT.Local“ laut Orga­ni­sa­ti­on Quer­cus einen Leit­fa­den für die Aus­ar­bei­tung von Anpas­sungs­stra­te­gi­en ent­wi­ckelt. Jede Kom­mu­ne sei nun etwa in der Lage, die Betrof­fen­heit ihres Woh­nungs­be­stands von den Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels zu bewer­ten und dazu Work­shops mit ört­li­chen Ver­tre­tern durch­zu­füh­ren. Das Pro­jekt habe die Fähig­keit ver­bes­sert, die Anpas­sung an den Kli­ma­wan­del in loka­le poli­ti­sche Ent­schei­dungs­pro­zes­se ein­zu­be­zie­hen, Pla­nungs­in­stru­men­te zu schaf­fen und not­wen­di­ge Steue­rungs­maß­nah­men ein­zu­lei­ten.

 

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Betei­ligt waren unter ande­rem Infor­ma­ti­ker der Uni­ver­si­tät Lis­sa­bon sowie Insti­tu­tio­nen aus Por­tu­gal (z.B. der Natur­schutz­ver­band Quer­cus) und Nor­we­gen. Unter­stützt und finan­ziert wur­de das Pro­jekt von der por­tu­gie­si­schen Umwelt­agen­tur und dem Por­tu­gal Car­bon Fund sowie durch EU-Mit­tel, die auf Initia­ti­ve Islands, Liech­ten­steins und Nor­we­gens flos­sen.

Dies sind die por­tu­gie­si­schen Teil­neh­mer-Orte des ClimAdaPT.Local-Projekts: Ama­ran­te, Bar­rei­ro, Bra­ga, Bra­gança, Cas­te­lo Bran­co, Cas­te­lo de Vide, Coru­che, Évora, Fer­rei­ra do Alen­te­jo, Figuei­ra da Foz, Fun­chal, Gui­marães, Ilha­vo, Lei­ria, Lis­sa­bon, Lou­lé, Mon­ta­leg­re , Odemi­ra, Por­to, São João da Pes­quei­ra, Seia, Tomar, Ton­de­la, Tor­res Vedras, Via­na do Cas­te­lo und Vila Fran­ca do Cam­po.

Hans-Joachim Allgaier

Deutscher Journalist mit Know-how in Public Relations/Marketing/Corporate Communications - Portugal-/Algarve-/Alentejo-Liebhaber

Ein Gedanke zu „Klimawandel: Worauf sich die Algarve einstellt

  • 13. Februar 2017 um 10:38
    Permalink

    apro­pos kli­ma­wan­del:
    unse­re mas­sen­tier­hal­tung ist für mehr als die hälf­te aller glo­ba­len co2 emis­sio­nen ver­ant­wort­lich, somit ist unser fleisch­kon­sum haupt­ver­ur­sa­cher des durch den men­schen ver­ur­sach­ten kli­ma­wan­dels. die indus­tri­el­le tier­hal­tung scha­det der erde mehr als jede ande­re indus­trie.

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