11. September 2001: Ein Datum, das uns nachdenklich machen darf

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Das World Trade Center nach Einschlag von UA 175 | Foto Creative Commons
Das World Tra­de Cen­ter nach Ein­schlag von UA 175 | Foto Crea­ti­ve Com­mons

 

"Nine-Ele­ven" – eine Zah­len­kom­bi­na­ti­on, die jeder Bür­ger der USA unmit­tel­bar mit Bil­dern des Schre­ckens ver­bin­det. An die­sem Tag – gemeint ist der 11. Sep­tem­ber 2001 – ent­führ­te eine Grup­pe von ara­bi­schen Ter­ro­ris­ten vier zivi­le Ver­kehrs­flug­zeu­ge, um die­se als Waf­fen gegen Wahr­zei­chen der ver­ei­nig­ten Staa­ten ein­zu­set­zen. Zwei die­ser Flug­zeu­ge wur­den in die Zwil­lings­tür­me des World Tra­de Cen­ters in New York gesteu­ert, ein Flug­zeug explo­dier­te beim Auf­prall am Pen­ta­gon in Arling­ton und ein Jet, der ver­mut­lich ein Regie­rungs­ge­bäu­de in Washing­ton, D.C. tref­fen soll­te, wur­de nach Kämp­fen mit Pas­sa­gie­ren von den Ent­füh­rern bei Shanks­vil­le, Penn­syl­va­nia zum Absturz gebracht.

Am Ende die­ses Diens­tags vor genau 15 Jah­ren hat­ten die 19 Ent­füh­rer, Ter­ro­ris­ten der Grup­pe al-Qai­da, fast 3.000 Men­schen mit in den Tod geris­sen.

Die­se Ter­ror­an­schlä­ge, die von lan­ger Hand vor­be­rei­tet waren, mach­ten welt­weit vie­le Men­schen sprach­los vor Ent­set­zen.

 

Ein Ereignis, das sich tief eingebrannt hat

 

Die Reste des World Trade Centers am 12.9.2001 | Foto Creative Commons
Die Res­te des World Tra­de Cen­ters am 12.9.2001 | Foto Crea­ti­ve Com­mons

Der Schre­cken, der von die­sen Anschlä­gen aus­ging, ist nur schwer zu beschrei­ben. Die Atta­cken die­ser Ter­ro­ris­ten tra­fen vie­le west­li­che Natio­nen und ihre Bevöl­ke­rung mit­ten ins Herz. Noch heu­te, 15 Jah­re spä­ter, erin­nern sich vie­le Men­schen noch genau, wo sie am 11. Sep­tem­ber 2001 waren – und in wel­cher Situa­ti­on sie von die­sen ent­setz­li­chen Ter­ror­an­schlä­gen erfuh­ren.

Auch ich erin­ne­re mich noch ganz genau an die­sen Tag: Ich hat­te Spät­dienst in einem Call Cen­ter der größ­ten deut­schen Flug­ge­sell­schaft, und mein Tag begann sehr ruhig. Als ich gegen 14:00 Uhr mei­nen Dienst antrat, gab es noch kei­ne Beson­der­hei­ten. Erst etwa eine Stun­de spä­ter sprach mich eine Kol­le­gin an und bat mich, sie kurz zum Fern­se­her im Pau­sen­raum zu beglei­ten. Und dort hör­te ich zum ers­ten Mal die Mel­dung, dass ein Flug­zeug in einen der bei­den Tür­me des World Tra­de Cen­ters geflo­gen sei. Ers­te Bil­der des an einen Kata­stro­phen­film erin­nern­den Sze­na­rio folg­ten weni­ge Minu­ten spä­ter.

Überreste des World Trade Centers nach den Terroranschlägen | Foto Creativr Commons
Über­res­te des World Tra­de Cen­ters nach den Ter­ror­an­schlä­gen | Foto Crea­tivr Com­mons

Sehr kur­ze Zeit spä­ter schien in unse­rem Call Cen­ter die Höl­le los­zu­bre­chen: Die Zahl der Anru­fe poten­zier­te sich inner­halb von Minu­ten, und unse­re Call Agents wur­den von zu Tode erschreck­ten Anru­fern nach aktu­el­len Infor­ma­tio­nen, Tele­fon­num­mern, dem Wohl­be­fin­den von Pas­sa­gie­ren u. ä. gefragt. Team­lei­ter und Schicht­lei­ter ver­such­ten zeit­gleich, aktu­el­le Infor­ma­tio­nen bei unse­ren Kol­le­gen in den USA ein­zu­ho­len und als Brie­fings zur Infor­ma­ti­on für die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen auf­zu­be­rei­ten.

Im Lau­fe der nächs­ten Stun­de muss­ten immer mehr Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen mit Wein­krämp­fen abge­löst oder zu einem Gespräch mit einem der bei­den schnell ange­reis­ten Psy­cho­lo­gen beglei­tet wer­den.

Gegen 4:00 Uhr mor­gens ver­ließ ich das Call Cen­ter – selbst­ver­ständ­lich ohne die Schre­cken des Tages hin­ter mir zu las­sen.

Erst ein hal­bes Jahr spä­ter erfuhr ich, dass ein Freund aus Schul­ta­gen am 11. Sep­tem­ber 2001 eben­falls ums Leben gekom­men ist.

 

Ein Schritt in einer langen Eskalationskette

 

Der 11. Sep­tem­ber 2001 war nicht der Anfang einer Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen Orga­ni­sa­tio­nen, die vor­ge­ben, die Inter­es­sen von Reli­gio­nen oder Kul­tu­ren zu ver­tre­ten. Der viel gerühm­te Fort­schritt hat in die­sen Aus­ein­an­der­set­zun­gen bedau­er­li­cher­wei­se vor allem zu einer enor­men Stei­ge­rung der Effi­zi­enz und Bru­ta­li­tät der Krie­ge und Anschlä­ge geführt, die von den schein­bar unver­söhn­li­chen Kon­flikt­par­tei­en aus­ge­hen.

Einer­lei, wie wir die Ursa­chen die­ser mas­si­ven Kon­flik­te deu­ten: aus dem frü­he­ren Ost-West-Kon­flikt scheint sich eine Nord-Süd-Aus­ein­an­der­set­zung ent­wi­ckelt zu haben. Die Ter­ror­an­schlä­ge des 11. Sep­tem­ber waren eine wei­te­re, nie vor­her da gewe­se­ne Stei­ge­rung in Aggres­si­vi­tät.

 

Die Folgen des 11. September 2001

 

Die Regie­rung der USA im Jahr 2001, damals geführt von Geor­ge W. Bush, ergriff vor allem eine Kon­se­quenz: Rache. Die Ver­ei­nig­ten Staa­ten zogen, gemein­sam mit einer "Alli­anz der Wil­li­gen", in den Irak Krieg und besetz­ten Afgha­ni­stan.

US-Gedenkstätte
Eine ört­li­che Gedenk­stät­te in North Caro­li­na zählt im Irak-Krieg gefal­le­ne US-Sol­da­ten; Dezem­ber 2007. | Foto Crea­ti­ve Com­mons

Isla­mi­sche Extre­mis­ten wie­der­um räch­ten sich in den Krie­gen im Nahen und Mitt­le­ren Osten. Unmit­tel­bar ist ver­mut­lich sogar die Ent­ste­hung des soge­nann­ten Isla­mi­schen Staa­tes auf die wei­te­re Eska­la­ti­on die­ser Aus­ein­an­der­set­zung zurück­zu­füh­ren.

Selbst in gro­ßen Tei­len von Euro­pa schei­nen sich die denk­ba­ren Reak­tio­nen in wei­te­rer Auf­rüs­tung zu erschöp­fen.

Poli­ti­ker, die sonst ihre christ­li­chen Wur­zeln wie Ban­ner vor sich her tra­gen, muten in der Wahl ihrer Rhe­to­rik eher wie Kreuz­rit­ter denn wie Vor­bil­der des 21. Jahr­hun­derts an.

Und genau 15 Jah­re nach die­sen ent­setz­li­chen Ereig­nis­sen in den USA über­bie­ten sich die Trumps und  Petrys die­ser Welt in Rück­wärts­ge­wandt­heit und Respekt­lo­sig­keit gegen­über ande­ren Kul­tu­ren.

 

Ein Fazit

 

WTC-Memorial
Gedenk­stät­te des World Tra­de Cen­ters 2004 | Foto Crea­ti­ve Com­mons

Die Aus­ein­an­der­set­zung ist über eine wei­te­re Eska­la­ti­on die­ser Kon­flik­te, mit denen wir uns als Gesell­schaft umfas­sen­der beschäf­ti­gen müs­sen, ist nicht zu gewin­nen.

Wie heißt es so rich­tig? Immer zuerst an die eige­ne Nase fas­sen.

Wir soll­ten uns mit der Erkennt­nis ver­traut machen, dass unse­re Art zu leben durch­aus nicht die ein­zig glück­lich machen­de sein muss.

Respekt und Tole­ranz vor ande­ren Kul­tu­ren und ande­ren Men­schen wer­den uns lang­fris­tig vor extre­men Kon­flik­ten mit Ande­ren bewah­ren – und dabei kön­nen uns vie­le Men­schen in Por­tu­gal mit gutem Bei­spiel vor­an­ge­hen.

Wir, die wir die Erfah­run­gen des Rei­sens schät­zen, soll­ten dabei Vor­bil­der für ande­re Men­schen sein.

 

Ich wid­me die­sen Arti­kel mei­nem Freund Jere­my, der am 11. Sep­tem­ber 2001 in New York sein Leben ver­lor.

 

Herz­lich

Ihr

alexander_kroll

Alex­an­der Kroll

 

 

Den nach­fol­gen­den Song schrieb die US-Rock­band "The Eagles" im Jah­re 2003 im Geden­ken für den 11. Sep­tem­ber 2001 und für die Opfer, die an die­sem Tag zu Tode kamen.

 

The Eagles "Hole in the World"

Naval Aca­de­my "Anchor­men" Tri­bu­te to 9/11-"Hole in the World" by The Eagles

 

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