Reisetipps Algarve 2015: Klima & Wetter

Mach mit: Tei­le die­sen Bei­trag mit Freun­den!

War­um gilt das Kli­ma in der Algar­ve als eines der bes­ten in ganz Euro­pa? Ein Blick auf die geo­gra­fi­sche Lage zeigt: Faro, die Haupt­stadt der Algar­ve liegt ziem­lich exakt auf dem 37sten Brei­ten­grad und damit noch etwas süd­li­cher als z.B. Athen (Grie­chen­land) oder Paler­mo (Sizi­li­en). Allein die süd­li­che Lage schafft noch nicht ein Reiz-Kli­ma der Super­la­ti­ve. Zwei wei­te­re Fak­to­ren kom­men hin­zu: Da ist ein­mal der Ein­fluss des Atlan­ti­schen Oze­ans, der extre­me Som­mer­hit­ze mil­dert und sogar im Hoch­win­ter die Luft­tem­pe­ra­tu­ren meist auf zwei­stel­li­gen Plus­gra­den hält. Zum ande­ren bil­den die bei­den, im Hin­ter­land der Algar­ve in Ost-West Rich­tung ver­lau­fen­den Gebirgs­zü­ge, Ser­ra Mon­chi­que und Ser­ra Caldeirão, eine natür­li­che Bar­rie­re gegen unge­müt­li­che Wet­ter­fron­ten aus dem Nor­den. Rei­se­tipps über die bes­te Rei­se­zeit und das Algar­ve-Kli­ma haben wir eben­so für Sie recher­chiert wie einen aktua­li­sier­ten Bei­trag zum Algar­ve-Wet­ter 2018.

 

Prima Klima – à la California – im südwestlichen Kontinentaleuropa

Das Klima der Algarve-Küste ist ganzjährig ausgeglichen

All die­se Vor­aus­set­zun­gen füh­ren zu einem für Bewoh­ner und Rei­sen­de ganz­jäh­rig ange­neh­men Kli­ma. Natür­lich wird es in den Hoch­som­mer­mo­na­ten auch an der Algar­veküs­te tags­über rich­tig heiß, aber im Gegen­satz zu ver­gleich­ba­ren Regio­nen im Mit­tel­meer­raum, brin­gen die Näch­te, auf Grund des Atlan­tik-Effekts, wohl­tu­en­de Abküh­lung. Eine sich fest­set­zen­de Schwü­le mit Wind­stil­le über Wochen gibt es nicht. Im Win­ter wird der mit­tel­eu­ro­päi­sche Rei­sen­de sich über das Feh­len von Eis und Schnee freu­en. Dabei soll­te er / sie beach­ten, dass – wie in vie­len süd­li­chen Län­dern üblich – die Behei­zung der Häu­ser meist nicht den im nörd­li­che­ren Euro­pa gewohn­ten Stan­dard ent­spricht. Auch wenn drau­ßen mil­de (evtl. feuch­te) 15°C herr­schen, kann sich ein unbe­heiz­ter Raum unge­müt­lich anfüh­len. Dies betrifft nicht nur die tech­ni­schen Hei­zungs­in­stal­la­tio­nen, son­dern auch die Men­ta­li­tät der Algar­vi­os. Die Men­schen dort sind tra­di­tio­nell weit­aus abge­här­te­ter, was die Innen­raum­tem­pe­ra­tu­ren angeht, als ein Mit­tel­eu­ro­pä­er. Des­halb raten wir: Unbe­dingt war­me, gegen Wind schüt­zen­de Sachen mit­neh­men und /oder bei der Buchung der Unter­kunft dar­auf zu ach­ten, ob eine aus­rei­chen­de Hei­zung ver­füg­bar ist. In der war­men Jah­res­zeit ist das natür­lich kein The­ma, son­dern da gilt: sich vor allem wapp­nen gegen die inten­si­ve Son­nen­strah­lung, wie es die ein­hei­mi­schen Bewoh­ner vor­bild­lich prak­ti­zie­ren. Eine war­me Strick­ja­cke, für die manch­mal recht küh­len Aben­de, scha­det im Som­mer eben­falls nicht.

Das Klima: Viel mehr Sonne und weniger Regen als in Mitteleuropa

Mit mehr als 3000 Son­nen­stun­den im Jahr zählt die Algar­ve zu den abslou­ten Spit­zen­rei­tern in Euro­pa.  Die meis­ten Nie­der­schlä­ge des Jah­res fal­len von Novem­ber bis März. Aber auch in die­ser Zeit ist das Wet­ter son­ni­ger als in unse­ren Brei­ten.  Wenig Regen­ta­ge gibt es von Juni bis Sep­tem­ber und in den bei­den Hoch­som­mer­mo­na­ten Juli und August, in wel­chen die abso­lu­te Haupt­sai­son statt­fin­det, fällt so gut wie gar kein Regen.

Prima Klima an der Algarve, wie hier in Armacao-de-Pera

Für den Erst­rei­sen­den unge­wohnt, sind die im Som­mer plötz­lich abschnitts­wei­se, auf­tre­ten­den Küs­ten­ne­bel. Die­se kom­men (meist vor­mit­tags) aus dem Nichts. Meist löst sich der Nebel aber gegen Mit­tag auf. An der West­küs­te und in der gegend um das Cabo kann er jedoch auch mal einen län­ger hän­gen blei­ben. Auf jeden Fall muss man nicht ner­vös wer­den – im Gegen­satz zu den Ver­hält­nis­sen in Nord­por­tu­gal, wo es die­ses Phä­no­men auch gibt, setzt sich an der Algar­ve die Son­ne letz­ten Endes immer durch. Am bes­ten macht man dann die Besor­gun­gen bzw. Akti­vi­tä­ten, zu denen man bei knal­li­ger Son­ne kei­ne Lust hat.

Die fol­gen­de Tabel­le zeigt für Faro die Durch­schnitts­wer­te für Tem­pe­ra­tu­ren, Son­nen­stun­den, Regen­ta­ge im Ver­lau­fe eines Jah­res.

Klimatabelle_Algarve_2

Wer sich für tie­fer gehen­de, detail­lier­te Sta­tis­ti­ken über das Kli­ma der Algar­ve oder von ande­ren Regio­nen Por­tu­gals inter­es­siert, dem emp­feh­len wir einen Link auf die (eng­lisch­spra­chi­ge) Web­site des Insti­tu­to Por­tu­gues do Mar e da Atmos­fe­ra (IPMA). Die Sei­te bie­tet fach­lich fun­dier­te Infor­ma­tio­nen aus ers­ter Hand, und es macht Spass sich durch die viel­fäl­ti­gen Sta­tis­ti­ken zu wüh­len. Der fol­gen­de link zeigt auf eine Gra­fik, in der die Max‑, Min- und Durch­schnitts­tem­pa­ra­tu­ren von Faro für einen 30-jäh­ri­gen Zeit­raum dar­ge­stellt sind. Extrem­wer­te für die­se dar­ge­stell­te Peri­ode gefäl­lig? Es gab schon mal -1,2°C in einem Janu­ar und +44,3°C in einem Juli.

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https://www.ipma.pt/en/oclima/normais.clima/1981–2010/008/

Algarve – ein Reiseziel für alle Jahreszeiten

Aus unse­rer Sicht kön­nen wir die Algar­ve (fast) ganz­jäh­rig als Rei­se­ziel emp­feh­len. Abstri­che machen soll­te man allen­falls in den Win­ter­mo­na­ten Dezem­ber und Janu­ar. In die­ser Zeit kön­nen Natur­ge­wal­ten, in Form von hef­ti­gen Atlan­tik­stür­men, ver­mehrt zuschla­gen. Im schlimms­ten Fall wer­den Tei­le der Küs­te mas­siv beschä­digt und Strän­de bis hin­ein in Ort­schaf­ten vom Meer­was­ser über­flu­tet. So gesche­hen Anfang des Jah­res 2014, als ein Sturm, mit Wel­len bis neun Meter Höhe, die Küs­te von ganz Por­tu­gal mal­trai­tier­te. Auch erst jüngst im Jahr 2018 gab es hef­ti­ge Win­ter­stür­me an der Algar­ve, über die wir berich­te­ten. Aber kei­ne Sor­ge: Das fin­det in die­ser Inten­si­tät (jeden­falls bis­her) nicht jedes Jahr statt.

Mandelbaum
Blü­hen­der Man­del­baum
Wiki­pe­dia

Bereits ab Mit­te Janu­ar kann man Glück mit einer Hoch­druck-Wet­ter­la­ge haben, die Kör­per und See­le erwärmt und die einen den mit­tel­eu­ro­päi­schen Win­ter ver­ges­sen lässt. Dann begin­nen die Man­del­bäu­me zu blü­hen und ver­wan­deln wei­te Land­stri­che in eine wei­ße Pracht.

Die ande­ren 10 Mona­te des Jah­res (Febru­ar bis Novem­ber) sind je nach indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­sen unein­ge­schränkt emp­feh­lens­wert.  Für Rei­sen­de mit Focus auf Strand­ur­laub bie­tet sich die Zeit ab Ende Mai bis Ende Sep­tem­ber an. Da der Atlan­tik jedoch erst mit einer gewis­sen Ver­zö­ge­rung auf Bade­tem­pe­ra­tur kommt, sind Mai und z.T. Juni nur etwas für aus­ge­spro­che­ne Frisch­was­ser-Fans, die Was­ser­tem­pe­ra­tu­ren von 18–20°C lie­ben. Sogar im Juli, August und Sep­tem­ber wird der Oze­an nie rich­tig mol­lig warm. Por­tu­gal ist defi­ni­tiv kein Land am Mit­tel­meer. Aber 22°C Was­ser­tem­pe­ra­tur sind dann an der Süd­küs­te der Algar­ve schon drin. Und wenn die Son­ne vom gna­den­los blau­en Him­mel sticht, wer­den die meis­ten froh über eine erfri­schen­de Abküh­lung sein.Via-Algarviana

Wan­de­rer, Biker und Lieb­ha­ber des Hin­ter­lan­des soll­ten sich vor Augen hal­ten, dass bereits 10–15km von der Küs­te ent­fernt die Hit­ze im Hoch­som­mer reich­lich hef­ti­ger zuschlägt, als in direk­ter Mee­res­nä­he. Bei feh­len­der Bri­se sind 35°C und mehr kei­ne Sel­ten­heit. Für die­se Men­schen bie­ten sich die Mona­te Febru­ar bis Mit­te Juni und danach wie­der Mit­te Sep­tem­ber bis Ende Novem­ber an. Der Natur­lieb­ha­ber kommt beson­ders im Früh­ling voll auf sei­ne Kos­ten, wenn alles blüht und grünt.

Klima der Algarve: Mehr Frische im Westen, mehr Wärme im Osten

 

Der Algar­ve-Rei­sen­de pro­fi­tiert von sei­nem Domi­zils. Denn die durch­schnitt­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren inner­halb der Regi­on stei­gen von West nach Ost an. So sind die West­küs­te (Cos­ta Vicen­ti­na) und die Süd­küs­te west­lich von Lagos bis zum Cabo São Vicen­te auch im Hoch­som­mer stets vom fri­schen und abküh­len­den Wind geprägt. In der Ost­algar­ve von Faro bis hin zur zur spa­ni­schen Gren­ze, mit ihren fla­chen Sand­strän­den, sind die Luft- und Was­ser­tem­pe­ra­tu­ren dage­gen höher als im Wes­ten.

 

Wann kommen Sie an die Algarve zur Klima-Kur?

 

Das Klima der Algarve begünstigt eine prächtige Flora

Aus eige­ner Erfah­rung und von vie­len per­sön­li­chen Äuße­run­gen von Rei­sen­den wis­sen wir, dass das Kli­ma der Algar­ve ist ein Jung­brun­nen für Kör­per und See­le. Even­tu­ell vor­han­de­ne Zip­per­lein gera­ten in Ver­ges­sen­heit. Und wenn man sich vor allem im Hoch­som­mer hin­sicht­lich der Son­nen­ein­strah­lung ver­nünf­tig ver­hält, den Alko­hol­kon­sum nicht über­treibt, die Freund­lich­keit und Gelas­sen­heit der Algar­vi­os genießt , dann sind die Chan­cen her­vor­ra­gend, rund­um gestärkt und erneu­ert in nor­di­sche Gefil­de zurück­zu­keh­ren. Wor­auf also war­ten?

2 Gedanken zu „Reisetipps Algarve 2015: Klima & Wetter

  • 23. Februar 2015 um 15:37
    Permalink

    Olá Wolf­gang,

    das sind gut auf­be­rei­te­te Infor­ma­tio­nen über das Kli­ma der Algar­ve (Wie stehst du zu der männ­li­chen Bezeich­nung?); sie decken sich mit mei­nen Erfah­run­gen.

    Lie­be Grü­ße aus Würz­burg

    Antwort
    • 23. Februar 2015 um 18:56
      Permalink

      Olá Mar­kus,
      vie­len Dank für Dein posi­ti­ves Feed­back. Das freut uns sehr 🙂

      Wegen Dei­ner Fra­ge: Auch wenn "o Algar­ve" im por­tu­gie­si­schen männ­li­chen Geschlechts ist, wir bevor­zu­gen, wie die meis­ten, (z.B. Duden oder Wiki­pe­dia) im deut­schen die weib­li­che Form.

      Herz­li­che Grü­ße
      Wolf­gang

      Antwort

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