O Cavaquinho – ein Instrument aus Portugal erobert die halbe Welt

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Für vie­le Men­schen ist die 4‑saitige hawaii­ani­sche Uku­le­le wahr­schein­lich ein zumin­dest optisch bekann­tes Instru­ment. Weni­ger ver­brei­tet dürf­te dage­gen die Kennt­nis sein, dass das ursprüng­lich in der nord­por­tu­gie­si­schen Pro­vinz Min­ho ent­stan­de­ne Cavaquin­ho die Urhe­ber­schaft bei der Ent­wick­lung der Uku­le­le bean­spru­chen kann.

Den Anstoß dazu gab der Por­tu­gie­se João Fer­nan­des, der 1879 nach Hawaii aus­wan­der­te.

Zuvor mach­te das Cavaquin­ho Zwi­schen­sta­ti­on in Madei­ra (dort auch Braginha genannt), den Kap­ver­di­schen Inseln, den Azo­ren und Bra­si­li­en. Sogar bis nach Indo­ne­si­en hat es das hand­li­che Instru­ment ver­schla­gen.

In Por­tu­gal ist das Cavaquin­ho nach wie vor popu­lär. Im por­tu­gie­si­schen Fern­se­hen gibt es seit Jah­ren eine hei­te­re Sen­dung ("O Ás do Cavaquin­ho"), in wel­cher Ama­teu­re sich Aus­schei­dungs­run­den um den Titel lie­fern.

Das Cavaquin­ho ist ein in der Regel 4‑saitiges Zupf­in­stru­ment in Gitar­ren­form, aller­dings weit­aus klei­ner als die­se. Es misst nur etwa 50cm in der Län­ge. Der Kor­pus ist aus Holz, die Sai­ten aus Metall.

Manch­mal wer­den zwei Sai­ten gedop­pelt, so dass es ins­ge­samt auch 6 Sai­ten sein kön­nen.

Haupt­säch­lich sind zwei Stim­mun­gen in Gebrauch: die klas­si­sche (afi­na­ção tra­di­cio­nal, d'-g'-h'-d") und die moder­ne (afi­na­ção natu­ral, d'-g'-h'-e").

Tra­di­tio­nell wur­de und wird das Cavaquin­ho vor allem in der nord­por­tu­gie­si­schen Volks­mu­sik zur Beglei­tung von Gesang und Tän­zen ver­wen­det. Hier­bei kom­men eher ein­fa­che musi­ka­li­sche Struk­tu­ren zum Tra­gen, oft nur zwei Akkor­de im Wech­sel. Den­noch macht der hohe, fröh­li­che Klang des Instru­men­tes den ganz beson­de­ren Reiz inner­halb der nord­por­tu­gie­si­schen Volks­mu­sik aus. Der fol­gen­de Clip gibt einen Ein­druck:

 

Die Sai­ten wer­den mit vier Fin­gern der rech­ten Hand geschla­gen (die soge­nann­te ras­ga­do-Tech­nik) oder auch nur mit Zei­ge­fin­ger und Dau­men gezupft.

Dass das Cavaqin­ho jedoch in kei­ner Wei­se auf nur einen bestimm­ten Musik­stil fest­ge­legt ist, mag fol­gen­der Film-Clip zei­gen:

(Bohemi­an Rhaps­o­dy)

In Bra­si­li­en – wen wundert's – haben es die Musi­ker auf der "Mini­gi­tar­re" zur gro­ßen Meis­ter­schaft in diver­sen Musik­sti­len gebracht, und z.B. im Sam­ba behaup­tet das Cavaquin­ho sei­nen fes­ten Platz.

Die gebräuch­li­che Spiel­form in Bra­si­li­en ist die mit Plek­trum. Ein sehr bekann­ter Vir­tuo­se war der Bra­si­lia­ner Wal­dir Aze­ve­do (1923 – 1980), der zahl­rei­che Kom­po­si­tio­nen für das Cavaquin­ho ver­fasst hat. Das Instru­men­tal­stück Bra­si­leirin­ho ist welt­be­kannt. Jeder hat die rasend schnel­le Melo­die in irgend­ei­ner Wei­se schon mal gehört:

 

Hier rein kur­zer Film zu einer ande­ren bra­si­lia­ni­schen Instanz, dem Sin­ger und Son­grwri­ter Paul­in­ho da Vio­la, geb. 1942. Die rhyth­mi­sche Leich­tig­keit die­ses Man­nes und sei­ner Mit­mu­si­ker ist für Mit­tel­eu­ro­pä­er ein­fach atem­be­rau­bend:

Und wer es musi­ka­lisch noch vir­tuo­ser haben möch­te, mag Julião Boê­mio (Cavaquin­ho) zuhö­ren bzw. zuse­hen und fas­zi­niert sein, was man auf einem Cavaquin­ho alles anstel­len kann:

Oder auch dies: Julião Boê­mio im Kon­zert mit der eben­so vir­tuo­sen Nil­ze Caval­ho:

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