Culatra – eine fast vergessene Insel-Idylle vor der Küste der Algarve

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Wie aus einer anderen Welt…

 

Sie liegt nur etwa drei Kilo­me­ter süd­lich vor der Küs­te der Algar­ve. Und trotz­dem scheint sie Wel­ten vom Süden Por­tu­gals des Jah­res 2013 zu tren­nen:

Die Insel Cula­t­ra wirkt auf den ers­ten Blick wie ein Relikt des ver­gan­ge­nen Jahr­tau­sends.

Culatra

Es gibt weder asphal­tier­te Stra­ßen noch mehr­stö­cki­ge Gebäu­de auf die­sem Eiland, auf dem die Zeit ste­hen geblie­ben zu sein scheint. Und läge Cula­t­ra nicht unmit­tel­bar in der Ein­flug­schnei­se des Flug­ha­fens Faro, so könn­te man den Strand, die Häu­ser und beson­ders die Men­schen auf die­ser Insel für Erschei­nun­gen aus einer Zeit­ma­schi­ne hal­ten.

Ihre Idyl­le in Abge­schie­den­heit ver­dankt Cula­t­ra ver­mut­lich vor allem der Tat­sa­che, dass sie von den gro­ßen Tou­ris­tik-Unter­neh­men noch nicht erschlos­sen wur­de und klei­ne­re tou­ris­ti­sche Dienst­leis­ter nicht auf viel Gegen­lie­be für Leis­tun­gen des Frem­den­ver­kehrs bei den Bewoh­nern der Insel gesto­ßen sind.

 

Mit der Fähre oder einem Taxi-Motorboot

 

Der Weg auf die Insel führt von dem Fischer­ort Olhao aus ent­we­der über die Nut­zung einer etwas betag­te­ren Fäh­re, die kos­ten­güns­ti­ge­re Vari­an­te, oder über eine Fahrt mit einem Taxi-Motor­boot, für die etwa 30 € pro Motor­boot zu rech­nen sind.

Unmit­tel­bar hin­ter der Anle­ge­stel­le, die durch den por­tu­gie­si­schen Staat finan­ziert wor­den ist, lie­gen zwei der zen­tra­len Treff­punk­te der Insel: die klei­ne Kir­che und das größ­te Restau­rant von Cula­t­ra.

Auf der gro­ßen Ter­ras­se des Restau­rants gibt es nicht nur fri­schen Fisch und küh­le Geträn­ke, son­dern hier wer­den auch die aktu­ells­ten Neu­ig­kei­ten von der Insel und den benach­bar­ten Regio­nen des Fest­lands aus­ge­tauscht. Dabei ist alles, was Bei­ne hat – nicht nur die Alten des Dor­fes, son­dern – abhän­gig von der Tages­zeit – auch die Jün­ge­ren und vie­le ganz Jun­ge.

 

Entwicklung – in kleinen Schritten

 

Das Leben auf Cula­t­ra ist gesel­lig und im bes­ten Sin­ne des Begriffs ent­schleu­nigt. Dies scheint beson­ders den Kin­dern zugu­te zu kom­men. Es gibt kei­ne Stra­ßen und kei­ne Autos, kaum Maschi­nen und nur eine Hand­voll Trak­to­ren, die aller­dings auch ein sehr gemäch­li­ches Dasein zu füh­ren schei­nen.

Der ein­zi­ge befes­tig­te Weg der Insel führt von der Anle­ge­stel­le vor­bei an einer Rei­he klei­ner, alter, sehr anmu­ti­ger Häu­ser zum Gemein­de­zen­trum und zur Schu­le, die Kin­der bis zur ach­ten Klas­se unter­rich­tet. Von hier aus führt ein Tram­pel­pfad zum sehr schö­nen, gepfleg­ten Strand.

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Anlegestelle

In der ande­ren Rich­tung führt der Weg zum Leucht­turm. Neben der Fische­rei bie­tet der Leucht­turm die größ­te Zahl der Arbeits­plät­ze. "Man braucht etwa eine Stun­de bis dort­hin ", sagt uns der Kell­ner des Restau­rants. Und erzählt uns stolz, dass die Insel seit zehn Jah­ren eine Frisch­was­ser­lei­tung vom Fest­land hat. Und seit fünf Jah­ren Strom. Der Müll wird ordent­lich gesam­melt und regel­mä­ßig per Boot zum Fest­land gebracht.

Wir ent­schei­den uns für einen aus­ge­dehn­ten Spa­zier­gang auf die­ser Insel, die in ihrer Abge­schie­den­heit einen Ein­druck macht wie ein ein­sa­mer Ort in Por­tu­gal vor 30 oder 40 Jah­ren. Die­ses Eiland und die Men­schen, die es bevöl­kern, wir­ken als leb­ten sie in voll­kom­me­ner Har­mo­nie und Ein­tracht.

Vor kur­zer Zeit wur­den die Insel­be­woh­ner wäh­rend einer Ver­samm­lung gefragt, was sie sich für die Zukunft wünsch­ten. Viel­leicht einen Fried­hof?

Dar­auf haben sie alle gelacht. Nein, einen Fried­hof brau­chen sie nicht auf der Insel, haben sie gesagt.

Nach unse­rem Besuch auf Cula­t­ra ver­ste­hen wir ihre Ant­wort.

4 Gedanken zu „Culatra – eine fast vergessene Insel-Idylle vor der Küste der Algarve

  • 20. März 2017 um 11:23
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    Die Insel ist ein Traum für alle die Ruhe, Ent­span­nung und Natur pur suchen. War bereits drei­mal da und kom­me wie­der. Man liebt sie oder kommt nie wie­der. Aber ich glau­be, den­je­ni­gen, der nicht wie­der­kkeh­ren will gibt es nicht. Die Men­schen sind freund­lich und mit ein paar Wor­ten por­tu­gi­sisch gewinnt man Jeden. Hof­fen wir, dass die gro­ßen Hotels noch lan­ge weg blei­ben.
    Zil­li

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  • 24. März 2015 um 21:23
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    Toll, das wer­de ich mir merken.Einen Aus­flug auf die Insel Cula­t­ra wäre bestimmt ein ein­drück­li­ches Erleb­nis.

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  • 20. Februar 2014 um 16:38
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    Wun­der­bar! Hof­fent­lich hält der Dorn­rös­chen­schlaf noch etwas an…

    Antwort
  • 20. November 2013 um 23:15
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    Vie­len Dank für den Schö­nen Arti­kel !
    Ein sehr schö­ner Tages­aus­flug!
    Sehr gefal­len hat mir auch das ich außer ren­nen­den und lachen­den Kin­der kein ein­zi­gen Lärm hör­te, außer wenn dann mal der Insel-Trak­tor was trans­por­tie­ren muss­te. (Ach ja und die Flug­zeu­ge, aber die hört Mann dann nach kur­zem nicht mehr )
    Die Ein­woh­ner sind alle sehr freund­lich und freu­en sich auf Besuch vom Fest­land (Im Gegen­satz zu man­ches, was ich gele­sen hat­te)
    Die anrei­se mit dem Schiff ist auch Land­schaft­lich sehr schön (die Insel grup­pe liegt im Natur­schutz­ge­biet Ria For­mo­sa).
    Auf jeden fall einen Besuch wert.

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